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Balmog - Pillars Of Salt

Review von Humppathetic vom 18.04.2020 (4693 mal gelesen)
Balmog - Pillars Of Salt Ach, du liebe Güte. Welcher Irrsinn bewog mich, dieses Werk besprechen zu wollen? Keine Sorge - diese EP ist großartig geworden. Nur ergaben sich während des Hörens drei Probleme in der Annäherung an selbige. Mir wurde gesagt, ein Schnellreview reiche völlig, da sich auf "Pillars Of Salt" nur ein Song befinde. Wer meine Reviews gelesen hat, weiß, dass ich vielleicht vieles kann - mich kurzzufassen, gehört nicht dazu. Dann stellte sich die Frage, wie ich einer Veröffentlichung, die aus nur einem Song besteht, vernünftig Rechnung tragen kann, noch dazu, da es sich um Black / Death Metal handelt. Versuche ich, die emotionale Seite des zu Hörenden zu betonen, könnte das Review unnötig kurz ausfallen. Bespreche ich stattdessen den Song und seine im weitesten Sinne sachbezogenen Eigenschaften (heißt schlicht: Instrumente, Produktion, Progression des Songs), fällt die Kritik wohl um einiges zu analytisch und damit dröge aus. Das letzte Problem, das sich aufgetan hat, war schlicht das Anhören selbst. Ich denke, einige meiner Kollegen stimmen mir zu, wenn ich behaupte, dass es weitaus einfacher ist, ein 40 Minuten langes Werk, das aus zehn Songs besteht, zu reviewen als ein überlanges Stück. Du kannst dir nicht einfach mal eben vornehmen, das Dargebotene anzutesten, mal den einen, mal den anderen Moment näher zu beleuchten. Du musst es immer als Ganzes betrachten und schlussfolgernd daraus als Ganzes hören. Nun gut, ich versuche mein Bestes.

BALMOG aus dem spanischen Galicien (nicht zu verwechseln mit dem ukrainischen Galizien) existieren seit 2003, seitdem auch in derselben Besetzung - Respekt dafür - und veröffentlichen im Ein- bis Zweijahresrhythmus neues Material. Dadurch, dass sie damit die Intervalle zwischen Veröffentlichungen durchaus kurzhalten, haben sie sich auch einen gewissen Ruf erarbeitet, was dazu führte, dass sie letztes Jahr gar das Party.San-Festival beehrten.

Auf der vorliegenden EP, veröffentlicht am 27.03.2020 über das deutsche Label War Anthem Records, bietet man, wie anfangs erwähnt, einen einzigen Song, und der bringt es auf stattliche 18 Minuten und 24 Sekunden. Unterstützt wird das Dreiergespann dabei von Fiar (GRAVEYARD) und Javi Bastard (GRAVEYARD), die den Chor eingesungen, respektive das Keyboard und zusätzliche Gitarren beigesteuert haben. Stilistisch bewegt man sich dabei irgendwo zwischen WATAIN, BEHEMOTH und punktuell gar DEATHSPELL OMEGA. Man merkt also, es wird einem einiges an Abwechlungsreichtum geboten, und obschon verschiedenste Einflüsse auftauchen und Zutaten eingestreut werden, ist "Pillars Of Salt" ein kohärentes und geradezu angenehmes Werk geworden. Sänger Balc offeriert zumeist sprechgesangartige, mit Hall unterlegte Vocals und fängt erst zum Ende des Liedes an, etwas gequälter und gurgelnder zu klingen, während Virus das Schlagzeug zwar nicht wie ein Halbgott bearbeitet, es aber doch situationsbedingt passend einzusetzen vermag. Die Gitarre aber ist vielleicht das auffälligste Merkmal der Scheibe, denn sie variiert den Stil durch epische Leads, schnellere stakkatoartige Ausbrüche und progressive Ansätze. Immer wieder spannend und immer wieder überzeugend. Zum Text des Liedes kann ich leider herzlich wenig sagen. Da man das lyrische Moment explizit kryptisch halten möchte, veröffentlicht die Band auch nur Exzerpte dieses Schaffens. Ob der Song also eventuell mit der biblischen Geschichte von Sodom, Lot und Lots zu einer Salzsäule formierten Frau zu tun hat, kann ich höchstens mutmaßen. Zur Musik und vor allem zur Progression des Klangs könnte es aber durchaus passen.

Was bleibt mir jetzt noch zu schreiben? Eine Empfehlung, welchen Song man sich am ehesten anhören sollte, kann ich mir aus naheliegenden Gründen natürlich sparen. Ich vergebe stattdessen einfach meine Punkte und werde mich in Zukunft näher mit dieser Band beschäftigen.

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
1. Pillars Of SaltBand Website: www.facebook.com/Balmog-365630056846060
Medium: MCD
Spieldauer: 18:24 Minuten
VÖ: 27.03.2020

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