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Lost Legacy - In The Name Of Freedom

Review von baarikärpänen vom 15.04.2020 (1082 mal gelesen)
Lost Legacy - In The Name Of Freedom Fakt und Fiktion - Teil 957! Label müssen ja geradezu der Fantasie freien Lauf lassen, wenn sie ihr neuestes Signing der Welt schmackhaft machen wollen. Da ist prinzipiell auch nichts dagegen einzuwenden. Schließlich lebt ein Label davon, seine Produkte an die Frau oder den Mann zu bringen. Der geneigte Hörer nimmt das alles eh nicht für bare Münze, was da so im Flyer steht. Lockerer Anhalt eben. Wenn es aber bei LOST LEGACY so ist, dass das Label etwas über das Ziel hinausschießt, dann wollen wir der Sache mal auf den Grund gehen.

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Schauen wir also auf die Fakten. LOST LEGACY kommen aus New York, besser gesagt der Bronx. Satte 22 Jahre sind die Jungs schon aktiv, haben es aber in all der Zeit erst auf zwei Alben gebracht. Das lässt vermuten, dass die Band im Leben der Mucker nur die zweite Geige spielt. Ebenfalls zutreffend die Verortung im US-typischen Power Metal. Dazu passt auch, dass LOST LEGACY schon mit METAL CHURCH auf Tour waren. Dann hört es leider aber so langsam auch auf. Was uns zur Fiktion bringt. Klassischer Stahl soll es also sein, was LOST LEGACY auf "In The Name Of Freedom" zelebrieren. Will man es freundlich sagen, dann trifft wohl eher zu, dass der Stahl, der hier auf acht Tracks verteilt ist, ein eher schnarchnasiger ist. Dabei kann man den Gitarristen noch nicht mal einen Vorwurf machen, denn die Riffs brettern eigentlich ganz gelungen durch die Botanik. Bringt aber leider nur wenig, wenn man auf keinem der acht Songs geschwindigkeitsmäßig so recht aus dem Quark kommt. Was zur Folge hat, dass keiner der acht Songs zünden will, mehr oder weniger am Hörer vorbeipröttelt, ohne Wirkung zu entfalten. METAL CHURCH oder VICIOUS RUMORS werden vom Label als Anhaltspunkt genannt. Selbst im Gegensatz zu deren schwächeren Outputs haben LOST LEGACY jede Menge aufzuholen, was das Songwriting angeht. Ich will den New Yorkern ja gar nicht absprechen, dass der Spirit stimmt. Aber der reicht nun mal alleine nicht. Wer weiß, vielleicht bin ich auch einfach nur zu verwöhnt, was hochklassige Veröffentlichungen in diesem Sektor angeht. Anspieltipps fallen bei diesem Album unter den Tisch, denn es gibt einfach keinen Song, der heraussticht. Womit wir dann auch schon beim größten Fail aus dem Bereich Fiktion wären: dem Sänger. Der wird nämlich vom Label als "außergewöhnlich voluminös" und "superb" beschrieben. Die Anzahl der Fragezeichen über meiner gerunzelten Stirn nimmt astronomische Ausmaße an. Wo bitte ist die gezeigte Leistung voluminös oder superb? Ich jedenfalls habe mir "In The Name Of The Free" nur in klenen Dosen geben können, gerade weil der Gesang erschreckend schwach und eindimensional ist, mit jeder weiteren Sekunde nervt. Wenn man etwas Positives an David Franco (immerhin der letzte Verbliebene aus den Anfangstagen der Band) finden will, dann den Umstand, dass seine Stimme wirklich, ähem, einzigartig ist. Wie immer gilt aber auch hier der Paragraph eins: Jeder macht seins! Will heißen, vielleicht gibt es da draußen Hörer, die sich sogar mit der Stimme anfreunden können. Ich kann es nicht. Immerhin stimmen auf "In The Name Of Freedom" der gute Sound und das wirklich gelungene Cover-Artwork. Aber reicht das aus, um aus der Masse an Veröffentlichungen herauszustechen?

Das waren jetzt wirklich viele negative Anmerkungen meinerseits. Da wird es wundern, dass unter diesem Review sechseinhalb Punkte stehen. Die gibt es, ganz einfach gesagt, dafür, dass LOST LEGACY nicht mit anderen, veröffentlichungswütigeren, Bands zu vergleichen sind. Hier steht wohl mehr der Spaß an der Sache im Vordergrund und nicht das wirkliche Bemühen, sich auf Dauer in der Szene zu etablieren und eine meilenweit zu riechende Duftmarke zu setzen. Und wie gesagt, es gibt bestimmt Hörer, die mit dem Stoff auf "In The Name Of Freedom" mehr anfangen können, als ich es kann.



Gesamtwertung: 6.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Rise To Glory
02. My Faith
03. Front Line
04. In The Name Of Freedom
05. Take Me Away
06. Enough Is Enough
07. Will You Remember
08. Rules Of Engagement
Band Website: www.facebook.com/LostLegacyNY/
Medium: CD, LP
Spieldauer: 45:51 Minuten
VÖ: 20.03.2020

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15.04.2020 In The Name Of Freedom(6.5/10) von baarikärpänen

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