Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2020
70000 Tons Of Metal 2020

A Sinister Purpose 2020

Hell Over Hammaburg 2020

Ayreon - Electric Castle Live and Other Tales

Review von Cornholio vom 10.04.2020 (1197 mal gelesen)
Ayreon - Electric Castle Live and Other Tales "Ja ist denn heut' schon Weihnachten?" - so oder so ähnlich könnte es bei den AYREONauts weltweit ausgesehen haben, als im September 2018 bekannt wurde, dass es ein Jahr später wieder ein Live-Event von AYREON geben würde. Von 13. bis 15. September wurden insgesamt vier Konzerte gespielt, Freitag und Samstag jeweils abends und am Sonntag sogar eins mittags und das abschließende am Abend, welches (natürlich!) aufgezeichnet wurde.

Die Plattenfirma Mascot Label Group hat übrigens, ebenfalls wie Arjen, bei den Auftritten nicht gekleckert, sondern geklotzt: Es gibt diese Live-Veröffentlichung als Doppel-CD, als Blu-ray, als goldenes Vinyl, als Earbook mit 44 Seiten, als Doppel-CD mit DVD, oder als Holzbox mit allem zusammen, limitiert auf 1.500 Exemplare; alle Varianten wahlweise jeweils mit T-Shirt. Die Holzbox beinhaltet außerdem noch einiges besondere Goodies: Spezielles Vinyl (Splattered Marble und eine Picture-Disc), eine LP-Slipmat, Postkarten, ein Poster und ein signiertes Zertifikat. ("Ka-Ching" - Anmerkung des Redakteurs)

Der hauptsächliche Inhalt der Shows war das dritte Album von Arjen Lucassen, "Into The Electric Castle", welches ihm 1998 den Durchbruch brachte. Und es waren wirklich fast alle Mitwirkenden von damals auch live mit dabei: Edwin Balogh als "Roman", Fish (ex-MARILLION) als "Highlander", die bezaubernde Anneke van Giersbergen (VUUR, ex-THE GATHERING) als "Egyptian", Edward Reekers (ex-KAYAK) als "Futureman", Damian Wilson (ex-THRESHOLD) als "Knight" und Lucassen Himself als "Hippie". Lediglich Jay van Feggelens "Barbarian" (ersetzt von John Jaycee Cuijpers), Sharon den Adel als "Indian" (WITHIN TEMPTATION, ersetzt von EPICA-Sängerin Simone Simons) und Robert Westerholt als eine Hälfte von "Death" konnten aufgrund anderer Verpflichtungen nicht teilnehmen. Die andere Hälfte von "Death", George Oosthoek (MAYAN) war ebenfalls mit von der Partie, als Ersatz für Westerholt sprang Mark Jansen (EPICA, MAYAN) ein. Etwas ganz Besonderes zauberte Lucassen, der zusammen mit Joost van den Broek (ex-AFTER FOREVER) für die ganze Show verantwortlich war, für den "Erzähler" aus dem Hut. Statt Peter Daltrey, der auf der Platte seine charismatische Stimme zum Besten gab, konnte Schauspieler John de Lancie (u.a. "Q" in Star Trek) für die Live-Auftritte gewonnen werden. Die Vertretungen machten ihr Sache allesamt mehr als ordentlich, wenn man nicht weiß, dass es nicht die originalen Stimmen sind, fällt es kaum auf. Und das waren nur die Hauptcharaktere! Für den Backgroundgesang standen Marcela Bovio (MAYAN, ex-STREAM OF PASSION), Dianne van Giersbergen (EX-LIBRIS, ex-XANDRIA) und Jan Willem Ketelaers (KNIGHT ARENA) zur Verfügung.

Auch was die Musiker angeht, wurden weder Kosten noch Mühen gescheut! Natürlich saß AYREON-Haus-und-Hof-Drummer Ed Warby (ex-GOREFEST) hinter der Schießbude, Joost van den Broek übernahm neben der Regie so gut wie alle Tasteninstrumente, Johan van Stratum (VUUR, ex-Stream of Passion) als Tieftöner und mit Marcel Singor (KAYAK, Leadgitarre), Ferry Duijsens (VUUR) und Bob Wijtsma (EX LIBRIS) waren gleich drei Gitarristen dauerhaft auf der Bühne. Natürlich war das aber noch lange nicht alles, denn da es auf dem Album noch weitere Instrumente gab, musste das ja auch alles auf die Bühne gebracht werden. Also gaben sich Ben Mathot (Violine), Jurriaan Westerveld (Cello) und Thijs van Leer (FOCUS, Flöte) die "Klinke" in die Hand. Als Special Guest konnte Robby Valentine, ein vor allem in den Niederlanden sehr bekannter Multiinstrumentalist, für ein Piano-Solo und den Song 'Mirror Maze' engagiert werden. Dass van Leer und Valentine auch auf der Original-CD zu hören sind, ist fast müßig zu erwähnen.

Zu dem Album ist eigentlich jedes Wort zu viel, das muss man kennen, wenn man sich halbwegs für Progressive Rock oder Metal interessiert. Die Darbietung, sowohl akustisch als auch optisch, wurde mehr als gelungen umgesetzt, so entpuppte sich die Show fast etwas zu einem Musical. Damians Ritterrüstung, Cuijpers' Fellumhang, Arjens Hippie-Outfit (inklusive Sitzsack und Wasserpfeife - es war einfach grandios. Das Ganze wurde natürlich von den Fans im Tilburger 013 Poppodium frenetisch gefeiert! Die vier Gigs waren allesamt ausverkauft, die Stimmung war ausgelassen, Ayreonauts aus der ganzen Welt (Australien, Südamerika, USA, um nur einige zu nennen) waren angereist, um einen Auftritt (oder gleich mehrere) zu sehen.

Das größte Rätsel im Vorfeld war, was sich wohl hinter den "Other Tales" verbergen würde. Am Ende wurde ein Song von jedem Soloprojekt von Arjen dargeboten: THE GENTLE STORM ('Shores Of India' mit Anneke am Gesang), AMBEON ('Ashes' mit Simone), STREAM OF PASSION (natürlich 'Out In The Real World', natürlich mit Marcela) und GUILT MACHINE ('Twisted Coil' mit einem fabelhaften Damian). Dann kam Fish nochmal auf die Bühne (sein Charakter scheidet auf dem Album recht früh aus), um den größten Hit 'Kayleigh' von seiner früheren Band MARILLION zu performen. Anschließend ging es mit 'Pink Beatles In A Purple Zeppelin' von Lucassens Solo-Album "Lost In The New Real" weiter, große bedruckte Luftballons inbegriffen, ehe ein STAR ONE-Song den Abschluss machte. Bei diesem letzten Lied gab es noch eine kleine Überraschung: Es war nicht wie zwei Jahre zuvor bei AYREON UNIVERSE 'The Eye Of Ra', sondern 'Songs Of The Ocean', wo Robert Soeterboek (WICKED SENSATION) die Leadvocals übernahm. Alle Musiker enterten die Bühne, die Fans sangen begeistert mit und Lucassen selbst bediente die Gitarre. Ein toller Abschluss eines eigentlich perfekten Wochenendes!

Und dabei habe ich noch keinerlei Worte über das Drumherum verloren. Der Bühnenaufbau, die Organisation, die Ausstellung von Cover-Artist Jef Bertels in Tilburg, ein separater AYREON-Campingplatz (mit einem spontanen Mini-Gig von Marcela Bovio), diverse Specials von der Gastronomie drumherum (AYREON-Burger, 'Liquid Eternity'-Bier, angelehnt an einen Song vom "01"-Album), Flaggen mit dem Cover-Motiv des Albums "Into The Electric Castle" in der ganzen Stadt, unfassbar viel wurde geboten. In dem Bonus-Material (Interview mit Arjen und Joost plus "Behind the Scenes"-Dokumentation) bekommt man einen Teil davon mit.

Ich persönlich war am Samstag vor Ort und bin im Nachhinein fast etwas traurig, dass ich nur für das Konzert angereist bin und beispielsweise die Ausstellung nicht besucht habe. Aber trotzdem war es ein Erlebnis, dass ich, ebenfalls wie die "Universe"-Show 2016, niemals vergessen werde. In diesem Sinne: "Remember Forever!".


Gesamtwertung: 10.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood blood
Trackliste Album-Info
01. Welcome To The New Dimension
02. Isis nd Osiris
03. Amazing Flight
04. Time Beyond Time
05. The Decision Tree
06. Tunnel Of Light
07. Across The Rainbow Bridg
08. The Garden Of Emotions
09. Valley Of The Queens
10. The Castle Hall
11. Tower Of Hope
12. Cosmic Fusion
13. Robby Valentine
14. The Mirror Maze
15. Evil Devoution
16. The Two Gates
17. Forever Of The Stars
18. Another Time, Another Space
19. Shores Of India
20. Ashes
21. Out In The Real World
22. Twisted Coil
23. Kayleigh
24. Pink Beatles In A Purple Zeppelin
25. Songs Of The Ocean
Band Website: www.ayreon.com/
Medium: diverse
Spieldauer: 146:39 plu Minuten
VÖ: 27.03.2020

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

10.04.2020 Electric Castle Live and Other Tales(10.0/10) von Cornholio

11.05.2017 The Source(10.0/10) von Cornholio

03.07.2016 The Theater Equation(9.5/10) von Cornholio

02.11.2013 The Theory Of Everything(10.0/10) von des

28.11.2008 Timeline(10.0/10) von des

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!