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Millionaire - Applz≠Applz

Review von Opa Steve vom 15.03.2020 (1033 mal gelesen)
Millionaire - Applz≠Applz Oh mein Gott, das ist starker Tobak. Wer sich auf ein Review von MILLIONAIRE in einem Metal-Zine wie bei uns einlässt, dem ist schon im Vorfeld klar, dass man sich hier weit abseits der üblichen Genre-Grenzen bewegt. Gelegentliche Overdrive-Gitarre hin oder her. Dennoch konnte die letzte Scheibe, "Sciencing", durch sehr feine Indie-Kompositionen doch für ein acht-tropfiges Fazit überzeugen und hatte auch einige heftigere Titel mit an Bord. "Applz≠Applz" hingegen ist anders. Sogar ziemlich anders. Man muss lange warten, um auch nur annähernd an den Stil des Vorgängers zu kommen, denn 'Blue Mountains, White Sky' bietet erst als vorletzter Song eine vergleichbare Entspannung mit lässigen Soundscapes, die man an "Sciencing" so schätzte. Ansonsten ist für mich "Applz≠Applz" eher ein provokanter Schlag ins Gesicht. Nicht mehr Indie/Alternative ist diesmal der Haupteinfluss, sondern eher Disco der 70er und teilweise Post-Disco, die ja schon wichtigtuerisch in den 80ern versuchte, irgendeine Art Pseudo-Individualität zu entwickeln. Genau diese Wichtigtuerei empfinde ich nun beim Hören dieser neuen MILLIONAIRE-Scheibe. Man hat nicht einmal das Gefühl, dass die Band diese Einflüsse aus Leidenschaft einbaut, sondern sie wirken wie eine Karikatur. Als würden sie testen wollen, wie weit die Hörer bereit sind, das Ergebnis abzufeiern. Man hat sich nicht einmal besondere Mühe gegeben, die Kompositionen irgendwie niveauvoll zu gestalten - obwohl man zugestehen muss, dass die handwerkliche Umsetzung sehr gut ist und keinen Fun-Charakter vermittelt. Aber es ist so wahnsinnig simpel gestrickt und stattdessen mit unmöglichen Sounds bis zum Erbrechen zugekleistert. Vermutlich, um irgendwie "anders" zu klingen. OK, das ist ihnen gelungen, aber gelungen ist die Musik deswegen noch lange nicht. Lässige Titel wie 'Strange Days' und 'The Watchman' rutschen da noch in die Hörbarkeitsschwelle und man könnte einem ganzen Album in diesem Stil noch irgendwie was abgewinnen. Aber diese furchtbar billigen Loops mit schief-ausdruckslosem Gesang in 'Cornucopia', diese Rentner-Version der RED HOT CHILI PEPPERS in 'Los Romanticos' und 'Can't Stop The Noise', dieser grauenvoll schiefe Lärm in 'Whiplash', diese Disco-Karikatur von 'Selected Garden Works', das grauenvoll gesungene und eintönige 'Dig A Ditch' und diese billige Schlaftablette von einem Rausschmeißer namens 'There Is A Heart Riot Going On' sind einfach nicht originell, sondern ein platt und vordergründig attributiertes Ärgernis.

"Sciencing" wird mir als angenehmes Album in Erinnerung bleiben. Wer diese Scheibe abgefeiert hat, sollte vor Kauf von "Applz≠Applz" erst mal kurz reinhören. Mich haben MILLIONAIRE damit 2020 eher abgeschreckt und die Entwicklung driftet ins Belanglose.

Gesamtwertung: 3.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Cornucopia
02. Los Romanticos
03. Strange Days
04. Whiplash
05. The Watchman
06. Selected Garden Works
07. Applude
08. Can't Stop The Noise
09. Dig A Ditch
10. Blue Mountains, White Sky
11. There Is A Heart Riot Going On
Band Website: http://millionaireband.be/
Medium: CD
Spieldauer: 42:53 Minuten
VÖ: 06.03.2020

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15.03.2020 Applz≠Applz(3.0/10) von Opa Steve

10.06.2017 Sciencing(8.0/10) von RJ

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