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My Dying Bride - The Ghost Of Orion

Review von Eddieson vom 04.03.2020 (958 mal gelesen)
My Dying Bride - The Ghost Of Orion Holy shit, als Mitglied von MY DYING BRIDE hatte man es in letzter Zeit oftmals nicht leicht. Erst der Tod von Aarons Vater, der dann auf "Feel The Misery" verarbeitet wurde, dann die Diagnose Krebs bei seiner Tochter (der mittlerweile besiegt zu sein scheint), dann steigt der erst kürzlich wiedergekehrte Gitarrist Calvon Robertshaw wieder aus und im selben Jahr nimmt auch Schlagzeuger Shaun Taylor-Steel seinen Hut. Nebenbei noch die Trennung vom langjährigen Partner Peaceville hin zu Nuclear Blast. Turbulente Zeiten also für die Engländer. Aber so wie MY DYING BRIDE mich seit Mitte der Neunziger begleiten, so gehe auch ich mit ihnen durch dick und dünn, durch gute und schlechte Zeiten. Ja, ich muss aber auch zugeben, dass ich lange gezögert habe, um in das neue Album reinzuhören. Um MY DYING BRIDE zu hören, muss ich in einer ganz bestimmten Stimmung sein, da die Alben doch oftmals schwere Brocken sind, die nur so vor Trauer trieften, auf der anderen Seite doch auch extrem kraftvoll sind.



Doch umso erstaunter war ich, als ich "The Ghost Of Orion" angeworfen habe und feststellen musste, dass das Album doch recht zugänglich ausgefallen ist, ja, fast schon eingängig. Ob es daran liegt, dass nach dem Weggang von Robertshaw das Album komplett von Gitarrist Andrew Craighan alleine geschrieben wurde, kann ich nicht sagen, aber ich denke es trägt seinen Teil dazu bei. Auch ist es nicht so tieftraurig und melancholisch ausgefallen, wie man nach den ganzen Schicksalsschlägen vermuten könnte. "The Ghost Of Orion" startet sogar sehr kraftvoll mit dem schon vorab veröffentlichten 'Your Broken Shore', in dem Sänger Aaron zeigt, dass er auch 2020 noch die tiefen Growls beherrscht. 'To Outlive The Gods' bringt uns dann den Neunziger-Vibe der Band zurück, was vor allem durch die Gitarrenharmonien in Verbindung mit der Violine zustande kommt.

'Tired Of Tears' zeigt dann deutlich die Eingängigkeit des Albums. Ein Song, der absolut geradlinig daherkommt und keine großen Ausbrüche auf emotionaler Ebene zeigt. 'The Solace' wird vor allem durch die Gesangsunterstützung von WARDRUNA-Sängerin Lindy-Fay sehr folkig. Zudem ist es auch ein kleines Highlight des Albums, da sich die zarte Stimme nahezu perfekt in den Song einbettet. Emotionale Ausbrüche und ein weiteres Highlight gibt es dann bei 'The Long Black Land'. Ein 10-Minuten-Mammut mit Growls, einem starken Drumming und dicken Gitarrenwänden und natürlich der Violine. Sieht man mal von dem outromäßigen letzten Instrumental-Song 'Your Woven Shore' ab, ist der Titeltrack mit etwas über drei Minuten vergleichsweise kurz ausgefallen. Gut, bis auf cleane Gitarren, Klavier/Keyboard und Flüstergesang passiert hier auch relativ wenig. Was beim folgenden 'The Old Earth' schon wieder ganz anders aussieht. Hier gibt es wieder die volle Bandbreite an MY DYING BRIDE-Trademarks. Und dann geht das Album mit dem eben schon genannten 'Your Woven Shore' ruhig zu Ende.



Nein, von einer Enttäuschung kann man hier wirklich nicht sprechen. Ganz im Gegenteil. "The Ghost Of Orion" ist halt anders ausgefallen, als es vielleicht viele erwarten. Eingängigkeit ist hier das große Stichwort. Keine tonnenschwere Brocken, kein Album, welches man sich erarbeiten muss, keine abgrundtiefe Trauer, wie man sie vielleicht erwarten könnte, sondern ein geradliniges Album, das aber immer noch MY DYING BRIDE ist.

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Your Broken Shore
02. To Outlive The Gods
03. Tired Of Tears
04. The Solace
06. The Long Black Land
07. The Ghost Of Orion
08. The Old Earth
09. Your Woven Shore
Band Website: www.mydyingbride.org
Medium: CD, LP
Spieldauer: 56:26 Minuten
VÖ: 06.03.2020

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