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Red Death - Sickness Divine

Review von Damage Case vom 22.12.2019 (3511 mal gelesen)
Red Death - Sickness Divine Washington D.C. Herbst 2019: Impeachment auf allen Medienkanälen, Kandidatenwahlkamf der Demokraten, das politische Establishment hat die politische Kultur immer noch fest im Würgegriff und im Weißen Haus sitzt ein twitternder Clown, der das Volk teilt wie einst Moses das Meer. Was hat das mit RED DEATH zu tun? Die Band stammt aus eben jener Hauptstadt der US von A. und in ihren Texten sparen sie nicht mit markigen Worten zum Zustand ihres Landes. Die Band existiert seit 2013 und veröffentlicht mit "Sickness Divine" bereits ihr drittes Album. Schlagzeuger Connor Donegan ist das einzige Mitglied, das man von einer anderen bekannten Band (POWER TRIP) kennen könnte.

In etwas mehr als einer halben Stunde bolzt sich das Quartett durch zehn Songs. Neben diversen Intros und Interludes zelebrieren Robin, Connor, Ace und DHD Thrash-Core, also die Mischung aus Thrash Metal und Hardcore, die in den 1980ern mal unter der ursprünglichen Bezeichnung "Crossover" lief. Immer wieder fühlt man sich an POWER TRIP, LEEWAY, D.R.I., EXCEL, NUCLEAR ASSAULT oder HIRAX erinnert. Das Songwriting ist für diese Art von Musik jedoch außerordentlich facettenreich und variabel, auch wenn nicht alle Experimente gelingen. Wenn zum Beispiel die Stromlose ausgepackt und/oder das Lagerfeuer angeworfen werden (Intro von 'Sickness Divine', 'The Anvil's Ring', 'Dreadful Perception'), versuchen sich RED DEATH zu deutlich an SUICIDAL TENDENCIES - und scheitern kläglich. Wenn aber der PRO PAIN-Groove ausgepackt wird, wie in fast jedem Song, zieht dieser das Album wieder auf die helle Seite der Macht (man merkt, dass zum Zeitpunkt dieses Reviews allgegenwärtig Star Wars Episode IX im Kino läuft). Auch dass die Refrains nicht stumpf grölend wiederholt werden, macht den Hörgenuss zu einem solchen. Einen wirklichen Höhepunkt markiert das abschließende, walzend beginnende 'Exhalation Of Decay', das nach düsterem Intro beinahe klingt wie METALLICA 1991 mit Robb Flynn am Mikro. Sehr hörenswert ist auch das stets im klassischen Achtziger-Thrash verbleibende Riffing, das nicht nur 'Face The Pain' oder 'Sheep May Unsafely Graze' einen leichten Nostalgiefaktor beschert. Das Ganze wird unterstützt von einem klaren und druckvollen Sound.

Fazit: Die allgemeine Presse-Meinung ist nicht sehr überwältigend, über mittelmäßige Bewertungen hinaus geht es nicht wirklich (zum Beispiel Rock Hard 6,5/10, Metal Hammer 3,5/7, Deaf Forever 5/10, metal.de 6/10, musikreviews.de 11/15). Ganz so kritisch sollte man die Band jedoch nicht sehen. Sie machen nix Neues, aber das, was sie tun, macht im Grunde ziemlich Spaß und lässt den Kopf wohlwollend mitnicken. Einen Punkt Abzug gibt es für die nervigen Interludes, einen halben Punkt wieder drauf für das coole Cover von Bvllmetalart. Insgesamt gut.

Drei Anspieltipps: '(Refuse To Be) Bound By Chains' - ausnahmsweise klappt es auch mit einem Intro und das Riffing hat wirklich Klasse. 'Ravage' hätten PRO PAIN in den letzten zwanzig Jahren auch nicht besser hinbekommen. Das krönende Ende 'Exhalation Of Decay', das von Intro über Groove bis Hochgeschwindigkeit alles enthält, was RED DEATH ausmacht.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Sickness Divine
02. Face The Pain
03. Sword Without A Sheath
04. The Anvil's Ring
05. Sheep May Unsafely Graze
06. Path Of Discipline
07. (Refuse To Be) Bound By Chains
08. Dreadful Perception
09. Ravage
10. Exhalation Of Decay
Band Website: www.awayfromlife.com
Medium: CD
Spieldauer: 32:25 Minuten
VÖ: 29.11.2019

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