Lowburn - Phantasma

Review von Rockmaster vom 27.10.2019 (2798 mal gelesen)
Lowburn - Phantasma Nachdem 2012 überall Frieden herrschte und die Schlachtenkundler von BATTLELORE ihr Handwerk aufgegeben hatten, setzten sich Henkka Vahvanen (Schlagzeug) und Tomi Mykkänen (Gitarre und Gesang) zusammen und beschlossen, einen neuen musikalischen Lebensmittelpunkt zu finden. Schnell waren zwei Gründungsmitglieder von BATTLELORE mit an Bord, die haben aber bis heute nicht durchgehalten. So wurden sie durch Tommi Lintunen an der zweiten Gitarre und Antti Vesikko am Bass ersetzt. Wer nach zwei EPs, einer Single und dem ersten LSD-Longplayer "Doomsayer" noch einen Abklatsch alter BATTLELORE-Zeiten erwartet, der hat sich die Vorgänger nicht angehört oder aus dem Hirn gekifft und irrt folgerichtig.

Die Heavy Rock-Anteile, die stets präsente, unterschwellige Blues Rock-Note und entrückte Gitarrensoli (klasse in 'Walking On Thirds'), das wäre schon mein Beutschema. Jedoch dauert es nicht allzu lange, da zieht mich der depressive Anteil im Gesang und im fuzzigen Riffing ziemlich runter. Schwerpunktmäßig klingt "Phantasma" nach drogengeschwängertem Doom-Desert-(=Stoner)-Fuzz-Heavy Rock. Der Opener 'My Doom Dealer' verrät schon, dass man sein persönliches Verderben heute an jeder Straßenecke käuflich erwerben kann. Nein, wir wollen hier der Band keinen tiefgreifenden Konsum bewusstseinsverändernder Substanzen unterstellen und dieses weder pauschal verurteilen noch verharmlosen. Aber das Thema des Titels mit Textzeilen über die "acid queen" und "we're just tripping" steht wohl unzweifelhaft fest. Jedem anderen würde ich empfehlen, den Doom Dealer zu wechseln oder einfach eine Therapie zu beginnen, aber Musik ist ja bekanntermaßen auch Therapie. Auf der anderen Seite freue ich mich unfassbar, dass Thom Yorke noch unter uns weilt (ich liebe 'Street Spirit') und trauere immer noch, dass Layne Staley von uns gegangen ist.

Was dann am Ende LOWBURN von anderen Bands unterscheidet, ist, dass sie doch dem Zuhörer straight to the face entgegenrotzen, was sie mitzuteilen haben. Das Tempo der Songs lässt eher darauf schließen, dass hier negative Lebenserfahrungen mit einem gewissen aggressiven Unterton verarbeitet werden. 'Cloud Valley', 'Walking On Thirds' und 'Urban Funk Campaign' heben sich hier deutlich ab, sodass man am Ende auch gewillt ist, das leicht abgespacte 'Hypnopomp' zu verarbeiten. Für mich sind die Gitarrensoli auf "Phantasma" die emotionale Rettung, und so hinterlässt mich das Album leicht angegriffen, aber nicht verzweifelt.

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. My Doom Dealer (3:08)
02. Freaks (5:22)
03. Cloud Valley (4:45)
04. Walking On Thirds (6:33)
05. Song Of A Preacher (5:15)
06. Ghosts (2:46)
07. Urban Funk Campaign (4:43)
08. Hypnopomp (8:04)
Band Website: www.lowburn.net
Medium: CD
Spieldauer: 40:36 Minuten
VÖ: 25.10.2019

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