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3Teeth - Metawar

Review von Damage Case vom 02.07.2019 (850 mal gelesen)
3Teeth - Metawar Stellt euch vor es ist Anfang 2001. Die Welt kennt noch keine "sozialen Medien". Die Anschläge auf das World Trade Center sind noch Zukunft. Der Clown im Weißen Haus auch - oder auch nicht, je nachdem wie man zum 43. Präsidenten der USA steht. Und MARILYN MANSON haben gerade ihren Karrierehöhepunkt "Holy Wood" veröffentlicht. Was hat das mit 3TEETH zu tun? Das dritte Album der US-Amerikaner, gerade von Century Media veröffentlicht, beamt den geneigten Hörer emotional exakt in diese Zeit zurück. Obwohl modern und druckvoll produziert, klingt "Metawar" erfrischend aus der Zeit gefallen. Man fühlt sich wohlig an den Anfang des vergangenen Jahrzehnts erinnert, als man in den hiesigen Tanztempeln Hits wie 'mObscene' und 'Disposable Teens' abfeiern durfte.

3TEETH sind hierzulande noch ziemlich unbekannt, in den USA durfte das 2013 gegründete Kollektiv bereits für TOOL (2016) und Rammstein (2017) auf deren US-Arenatourneen eröffnen und mit dem Vorgängeralbum "Shutdown.exe" Charterfolge in seinem Heimatland feiern. "Metawar" stellt nun erneut eine Weiterentwicklung des Bandsounds hin zu massenkompatibleren Songstrukturen dar. Hierfür standen MARILYN MANSON für viele Ideen Pate (zum Beispiel 'Affluenza', 'Surrender'). Aber auch die selig vor sich hin schlummernden Elektro-Punker PITCHSHIFTER, wenn deren Breakbeat nicht komplett die Kontrolle über den Song ergriff ('American Landfill'), hinterlassen ihre Spuren. Noch eine Prise New Metal aus dem Hause KORN (Beats, Bass und Breakdowns in 'Presidet X') und 90er NINE INCH NAILS ('Exxit') gefällig? Auch New Wave-Anklänge werden wohlwollend vernommen ('Pumped Up Kicks'). Dass der Gesang von Alexis Minolla häufig frappierend an Brian Warner himself erinnert ('Time Slave', 'Sell Your Face 2.0'), könnte vermuten lassen, es verhielte sich hier um eine billige Kopie, gar ein Ripp-Off. Mitnichten. 3TEETH spielen zwar mit bekannten Zutaten, rühren diese aber auf sehr geschickte Weise zu einem leckeren Cocktail zusammen - so man mit den genannten Referenzen klarkommt. Nur die oft von anderen Rezensenten genannten MINISTRY als Einflussquelle können nicht bestätigt werden. Weder klingen 3TEETH so herrlich abgefuckt wie Uncle Al, noch haben sie politisch etwas von Relevanz mitzuteilen, auch wenn man die Menschheit laut Labelinfo dazu aufrufen will, gegen Konditionierung und Unmündigkeit im Zeitalter der Digitalisierung aufzubegehren.

Auf jeden Fall bereiten die fünf Jungs aus Los Angeles Anhängern elektronischer Rock-Musik mit "Metawar" viel Freude. Einen halben Punkt extra gibt es für das farblich wie grafisch gelungene Cover, das dem Begriff "Industrial" eine treffende bildliche Beschreibung verleiht.

Drei Anspieltipps: Das an beste MARILYN MANSON erinnernde 'Affluenca', das fett rockende 'Bornless' und das düster-melodisch getragene 'The Fall'.

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Hyperstition
02. Affluenza
03. Exxit
04. American Landfill
05. President X
06. Altaer
07. Time Slave
08. Bornless
09. Surrender
10. Sell Your Face 2.0
11. Blackout
12. The Fall
13. Pumped Up Kicks
Band Website: www.3teeth.org
Medium: CD
Spieldauer: 46:45 Minuten
VÖ: 05.07.2019

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02.07.2019 Metawar(9.0/10) von Damage Case

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