Backyard Babies - Sliver & Gold

Review von Stormrider vom 05.03.2019 (3184 mal gelesen)
Backyard Babies - Sliver & Gold 30 Jahre und acht Alben in der gleichen Besetzung, dass muss den BACKYARD BABIES auch erstmal jemand nachmachen. Dass sich die vier Schweden in dieser Zeit weg vom ungestümen und dreckigen Powerpunk der Anfangstage hin zu einer Rockband mit Sleaze- und leichtem Punkeinschlag entwickelt haben, ich denke, das kann, darf und muss man ihnen schon irgendwie zugestehen. Oder wer von den heute knapp 40-50-Jährigen unter uns Rockern ist noch so gefährlich und wild, wie er es damals war? Vermutlich nur die Wenigsten. Kinder hier, Häuser dort, dazu das Leben und andere Ansichten und zack ist man gar nicht mehr so gefährlich. Aber das macht auch nichts, denn das Quartett hat seinen Fußstapfen in der Musikhistorie doch schon mehrfach hinterlassen. Nähert man sich "Sliver & Gold" also nun mal nicht mit der Erwartungshaltung an ein neues "Total 13", sondern einfach mit dem Wunsch ein cooles Rockalbum zu hören, ja dann kann man doch hier 35 Minuten gar nicht so schlecht unterhalten werden.

Denn gerade der Anfang mit 'Good Morning Midnight', 'Simple Being Sold' sowie dem die 30-jährige Bandkarriere feiernde 'Shovin' Rocks' läuft doch ziemlich geschmeidig in die Gehörgänge. Das sind einfach lässige, positive Songs, und auch 'Yes To All No' kann mit coolem Groove überzeugen. Zwar haben die BACKYARD BABIES ihre Trademarks immer mal wieder eingebaut, aber leider fehlt dem Album in Summe doch ein wenig die Frische und das Überraschungsmoment. Irgendwie kommen viele Songs nicht so richtig in Fahrt und plätschern gemütlich vor sich hin, und da auch die Refrains dieses Mal nicht alle wirklich zum Mitgrölen einladen, ist "Sliver & Gold" ein Album, was man nicht auflegt, um vollkommen steil zu gehen und die eigene Bude in Schutt und Asche zu legen, sondern um sich nicht ein Mainstream-Rockradio anzuschalten und trotzdem was Erwachsen-Rockiges im Hintergrund zu hören. Dazu passt auch die Produktion, die zwar nicht komplett kantenlos geblieben ist, aber dennoch ein wenig Dreck und Schmutz vermissen lässt. Ihr merkt es bestimmt, trotz dem Verzicht auf den direkten Vergleich zu den arschtretenden Bandgroßtaten hatte ich mir insgesamt durchaus ein wenig mehr von dem Album erhofft, und da die Abschlussballade 'Laugh Now, Cry Later' mit über sechs Minuten ein ziemlicher Langweiler geworden ist, bleibt gar nicht mehr so viel Spielzeit übrig. "Sliver & Gold" ist am Ende zu gut und zu professionell, um wirklich schlecht zu sein, aber doch auch etwas zu beliebig ausgefallen, insbesondere wenn man weiß, dass die Herren Dregen und Nicke doch veritable Songwriter sind. Too good to be bad, but too bad to be ass-kickin.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Good Morning Midnight
02. Simple Being Sold
03. Shovin´ Rocks
04. Ragged Flag
05. Yes To All No
06. Bad Seeds
07. 44 Undead
08. Sliver And Gold
09. A Day Late In My Dollar Shorts
10. Laugh Now Cry Later
Band Website: www.backyardbabies.com
Medium: CD
Spieldauer: 35:05 Minuten
VÖ: 01.03.2019

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