Soilwork - Verkligheten

Review von Cornholio vom 15.01.2019 (3119 mal gelesen)
Soilwork - Verkligheten Stellt euch mal vor, ihr wartet seit längerer Zeit auf ein Album, dann kommt es endlich raus, und ihr hört es einmal, zweimal, nochmal, fünf Mal, und es hört sich immer gut an, aber irgendwie denkt ihr euch, dass da doch noch irgendwas kommen muss, irgendwas, was ihr nicht beschreiben könnt, scheint zu fehlen. Und ihr hört euch das Album nochmal an, und nochmal, wieder und immer wieder. Und es bleibt dabei, das Album ist gut, und es wird auch nicht langweilig. Und ohne auch nur einmal ins Booklet geschaut zu haben - schließlich hört ihr das Album im Auto oder im Bus oder Zug auf dem Weg zur oder von der Arbeit - könnt ihr die Texte größtenteils mitsingen (bzw. growlen), aber trotzdem habt ihr das Gefühl, dass dieses gewisse Etwas fehlt. Und natürlich könnt ihr immer noch nicht beschreiben, was der Scheibe wirklich fehlt, auf die ihr Wochen und Monate hingefiebert habt.

Kommt euch das bekannt vor? Ziemlich genau so erging (und ergeht es mir noch) mit dem neuen Album "Verkligheten" von SOILWORK.

Ich probiere es mal anders. Meine erste Berührung mit SOILWORK war Anfang der 2000er, als ich auf einem RockHard-Sampler den Song 'Black Star Deceiver' vom Album "Natural Born Chaos" hörte. Nach wie vor ist jenes Werk mein Lieblingsalbum der schwedischen Melo-Deather, die ich nach dem für meine Begriffe etwas zu modernen "Figure Number Five" dann etwas aus den Augen verlor. Erst 2010 kam ich mittels "The Panic Broadcast" wieder auf das Sextett, schon der Opener 'Late For The Kill, Early For The Slaughter' hatte es mir angetan! Die beiden anschließenden Alben "The Living Infinite" (2013) und "The Ride Majestic" (2015) konnten aus meiner Sicht das Level nicht ganz halten, trotzdem war die Band noch voll im Soll. Ein wichtiger Punkt nach "The Panic Broadcast" war sicherlich der, dass Hauptsongwriter Peter Wichers die Band 2012 verließ, derjenige, der die beiden vorher genannten Songs komponierte.

Nun geht es also weiter, nach fast dreieinhalb Jahren sind SOILWORK mit "Verkligheten" endlich mit einem neuen Studioalbum zurück. "Verkligheten" bedeutet soviel wie Wirklichkeit oder Realität, und so banal es klingt, wo SOILWORK draufsteht, ist auch SOILWORK drin, keine Frage: Blastbeats (mal mehr, mal weniger), schöne Melodien und gute Hooklines, die abwechslungsreichen wie charakteristischen Vocals, sowohl Growls und Screams wie auch der cleane, melodiöse Gesang von Björn Strid; typische Trademarks der Band eben.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Band durch ihren neuen Drummer Bastian Thusgaard (der bisherige Fellverdrescher Dirk Verbeuren ist nun hauptberuflich bei MEGADETH beschäftigt) den guten alten Blastbeat wieder deutlich öfter einsetzt, anderswo (beispielsweise bei 'Full Moon Shoals') sogar ein paar Black Metal-Elemente einbaut, alles natürlich im gewissen Rahmen.

Ich kann beim besten Willen (hört sich wieder blöd an, ne?) nichts Schlechtes über das elfte Studiowerk der Band sagen, weil es einfach nicht schlecht ist! Aber aus einem Grund, den ich nicht in Worte fassen kann, erfüllt es meine Erwartungen einfach nicht. Ich weiß nicht warum, das Album ist insgesamt gut, vermutlich sogar besser als gut, und ich bin mir sicher, dass die meisten Fans der Band auch "Verkligheten" mögen werden. Passt nur generell auf mit euren Erwartungshaltungen!

Der Erstauflage von "Verkligheten" liegt übrigens die Bonus-EP "Underworld" bei, die drei weitere Songs plus eine andere Version von 'Needles And Kin' beinhaltet. Ebenfalls sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Björn Strid gesangliche Unterstützung erfuhr: AMORPHIS-Sänger Tomi Joutsen flankiert ihn bei 'Needles And Kin'. Mal sehen, ob man dieses Duett auch live auf der derzeit laufenden Co-Headliner-Tour bewundern darf. Entgegen diverser Websites ist übrigens ARCH ENEMY-Frontröhre Alissa White-Gluz nicht auf 'Stålfågel' zu hören.


- ohne Wertung -
Trackliste Album-Info
01. Verkligheten
02. Arrival
03. Bleeder Despoiler
04. Full Moon Shoals
05. The Nurturing Glance
06. When The Universe Spoke
07. Stålfågel
08. The Wolves Are Back In Town
09. Witan
10. The Ageless Whisper
11. Needles And Kin
12. You Aquiver
Band Website: www.soilwork.org
Medium: CD
Spieldauer: 50:24 Minuten
VÖ: 11.01.2019

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