Interview mit Tobias Gustavsson und Jonny Wemmenstedt von Nestor

Ein Interview von Rage vom 05.09.2026 (1934 mal gelesen)
Am 21. August hatte ich das große Vergnügen, auf dem Baltic Open Air ein Interview mit Teilen der schwedischen Melodic-Rock-Band NESTOR führen zu dürfen. Sänger Tobias Gustavsson (Tobbe) und Gitarrist Jonny Wemmenstedt ließen sich gut gelaunt von mir grillen, nachdem ich es endlich in den Backstagebereich geschafft hatte.

Am 21. August hatte ich das große Vergnügen, auf dem Baltic Open Air ein Interview mit Teilen der schwedischen Melodic-Rock-Band NESTOR führen zu dürfen. Sänger Tobias Gustavsson (Tobbe) und Gitarrist Jonny Wemmenstedt ließen sich gut gelaunt von mir grillen, nachdem ich es endlich in den Backstagebereich geschafft hatte. Ihr für die Interview-Koordination zuständiger Tourmanager hing irgendwo zwischen Schweden und Norddeutschland aufgrund einer defekten Fähre fest, und die wachsame Security von meinen lauteren Absichten zu überzeugen, war demnach ein Abenteuer für sich. Doch letztlich ging alles glatt und wir saßen gechillt im komfortablen Zeltpavillon der Band zusammen, sprachen über ihr Festival, das neue Live-Album und nackte Hinterteile. Aber lest selbst!

Okay, wir sind hier mit zwei Jungs der Band NESTOR und führen ein Interview. Das wird bestimmt super. Also, los geht's! Ich habe eure neue CD gehört und auch von eurem Festival letztes Wochenende. Wie war es für euch? Bestimmt eine tolle Erfahrung.

Tobbe: Ja, es war super. Es war das vierte Mal, dass wir dieses Festival veranstaltet haben, und zum vierten Mal war es ausverkauft, einfach unglaublich! Dieses Jahr haben wir es drei Tage lang gefeiert und mit einem Feuerwerk und allem Drum und Dran abgeschlossen. Das war wirklich fantastisch. Und wir hatten Glück mit dem Wetter. In Schweden kann es um diese Jahreszeit fast schneien.

Ja, davon habe ich gehört. Und ich habe von einer Ausstellung gehört.

Tobbe: Oh ja.

Wie kam denn die Idee zu dieser Ausstellung? Was habt ihr dort gezeigt? Ich habe bisher nur ein Foto von nackten Hintern gesehen, dass mir eine Freundin geschickt hat, und ich bin sehr neugierig. Was für eine Ausstellung war das?

Tobbe: Das haben Marcus, unser Bassist, und seine Freundin Lexi mit ganz vielen Sachen zusammengestellt. Wie ihr wisst, haben wir die Band 1989 gegründet und seitdem Bühnenoutfits, Poster, Demoaufnahmen, einfach alles, gesammelt.

Jonny: Und unsere Eltern ...

Tobbe: Ja, unsere Eltern, so wie meine Mutter, haben all die Kleinstadtgeschichten aus den Zeitungen aufgehoben. Das spielt also eine große Rolle. Und vieles in der Ausstellung haben wir in den letzten Jahren auf Tournee mitgenommen. Wir waren in Japan und vieles davon haben wir von den Fans dort bekommen. Es ist also eine Mischung aus allem und das Foto, auf das du dich beziehst, ist, glaube ich, 1991 entstanden, ganz im Norden Schwedens. Wir wollten gerade in diesen See springen, am Tag vor unserem Auftritt. Total verrückt.

Du hast ja die Geschichte eurer Band erwähnt. Das ist eine total abgefahrene Geschichte. Ihr habt euch als Jungs kennengelernt, Ich nehme an, Schulfreunde gründeten eine Band, so etwas in der Art. Und dann gab es da diesen Wettbewerb, habe ich gelesen.

Tobbe: Einige, ja.

Ein Musikwettbewerb oder so etwas Ähnliches?

Tobbe: Ein paar, aber einer war besonders bemerkenswert.

Dann habt ihr den gewonnen und wolltet ein Album veröffentlichen, aber es hat nicht geklappt, und nach sechs Jahren habt ihr euch getrennt.

Tobbe: Genau. Wobei, wir haben uns nie getrennt, wir haben eher eine Pause eingelegt. Die hat 30 Jahre gedauert, ja.

Und euer Debütalbum wurde 2022 veröffentlicht?

Tobbe: Ja, 2022.

Das ist schräg, aber so toll. Ich mag es sehr und das zweite Album auch. Aber zwei Alben und dann ein Live-Album, das ist krass. Ich verstehe die schwedischen Ansagen, die du zwischen den Liedern machst, leider nicht.

Tobbe: Ich weiß, ich weiß. Es ist ein bisschen schade.

Aber woher kam die Idee, ein Live-Album zu machen? War es ein Wunsch der Fans oder eher ein innerer Drang, zu sagen, unsere Konzerte sind so abgefahren, das müssen wir aufnehmen?

Tobbe: Ehrlich gesagt war es eher eine Wechselwirkung. Zum einen wussten wir, dass wir gerade an einem neuen Studioalbum arbeiten, und zum anderen wussten wir, dass es ein Jahr dauern würde, so um 2026, bis wir wieder etwas von uns hören lassen würden. Und dann dachten wir, wir sollten vielleicht von Anfang an immer wieder etwas veröffentlichen, weil wir die Möglichkeit hatten, den Gig zu filmen. Das war die erste Idee: Wenn wir ihn filmen und abmischen, könnten wir die Songs monatlich oder alle zwei Monate veröffentlichen, um zu sagen, hey, haltet die Ohren und Augen offen, wir sind bald wieder da. Und in der Zwischenzeit gibt es hier eine Live-Version des Songs. Aber wir haben vorher schon oft unsere Auftritte aufgenommen, um sie uns später anzuhören und zu sehen, was wir verbessern können. In diesem Fall hatten wir das Gefühl, dass wir auch das Videomaterial hatten und es gut klang. Und dann haben wir darüber gesprochen, dass das schon über ein Jahr her ist. Also haben wir mit unserem Label gesprochen und gefragt: Was haltet ihr davon, ein Live-Album zu veröffentlichen? Und sie meinten: "Ja, es ist noch etwas früh, aber warum nicht? Ja, warum nicht?"

Es ist fantastisch. Und eine gute Mischung. Jedes Album ist jeweils zur Hälfte vertreten.

Tobbe: Ja, ich denke schon. Perfekte Mischung.

Und habt ihr neben diesem einen Auftritt noch weitere aufgenommen und festgestellt, dass das der beste war? Oder wusstest ihr das schon an dem Abend? Ihr sagtet, ihr hättet es gefilmt? Hieß es deshalb: Wir müssen es perfekt hinbekommen? Es ist nur diese eine Show?

Tobbe: Ja, nur eine Show. Aber wir haben noch ein paar andere aufgenommen, weil wir, glaube ich, davor in Deutschland auf Tour waren und ein paar dieser Shows mitgeschnitten haben, um sie uns später anzuhören. Aber ich finde, das wäre Betrug, wenn man sich einfach einen Song aus der Show nimmt und einen aus jener und so. Nein, das ist cheating.

Das ist cheating, ja. Ich kenne Bands, die das gemacht haben, und finde das bescheuert.

Tobbe: Wir dachten uns: Lasst uns diese Show aufnehmen und hoffentlich ist sie gut genug, um sie als Live-Album zu veröffentlichen.

War es aufregender für euch? Wart ihr etwas nervöser? Seid ihr überhaupt nervös, bevor ihr auf die Bühne geht oder nicht?

Tobbe: Ich glaube, in diesem Fall waren wir ein bisschen nervös. Wir wussten, dass wir viel Geld für das Videoteam bezahlt hatten, es waren immerhin 25 Kameras im Einsatz und dazu noch jede Menge Dollys und so weiter. Deshalb hatten wir das Gefühl, dass es einfach gut sein musste. Und ich erinnere mich, dass Diego unser Lichttechniker war. Es war sein erster Auftritt. Es gab also viele Dinge, bei denen, na ja, etwas schiefgehen konnte.

Vieles kann schiefgehen, aber es lief sehr gut, würde ich sagen. Und es war schon etwas ungewohnt für euch, zu wissen, dass Kameras euch beobachten, oder?

Tobbe und Jonny: Ja, absolut.

Okay, machen wir weiter mit ein paar allgemeinen Fragen. Wenn ich ein Außerirdischer wäre, wie würdet ihr mir eure Musik beschreiben? Und wie würdet ihr mich dafür begeistern? Wie würdet ihr mich zu einem NESTOR-Fan machen?

Tobbe: Aktuell oder meintest du so wie in den 80ern? Du sagtest "jetzt“, richtig?

Ich würde jetzt sagen, aktuell, ja.

Tobbe: Ich würde sagen, bei NESTOR geht es um großartige Songs im 80er-Jahre-Gewand, aber eher um den Sound der 2000er, wenn man so will. Bands wie BON JOVI, VAN HALEN, EUROPE und so weiter. Wir waren irgendwie dabei, vielleicht musikalisch ihre Söhne, obwohl wir fast genauso alt sind wie sie. Wir haben diese Ära aufgegriffen. Viele Leute bezeichnen unsere Musik oder diese Art von Musik als "guilty pleasure“ und sind nicht unbedingt stolz, darüber zu sprechen, dazu zu stehen. Man hört nicht oft, dass jemand sagt: Ja, ich liebe das "New-Jersey“-Album mit BON JOVI. Die Leute sagen eher: "Ich mag es auch, aber ...“ NESTOR ist so ein bisschen die Richtung "guilty pleasure“, aber es sind wirklich tolle Songs und Melodien.

Lasst euch das bloß nicht einreden, die Sache mit dem "guilty pleasure“! Ich hasse dieses Gatekeeping im Metal und Rock. Diese Ausgrenzung ist so langweilig, und die 80er waren eine großartige Ära für Musik, für Heavy Metal, aber auch für Rockmusik, für Heavy Rock, für all diese Bands. Und ich bin in eurem Alter. Ich erinnere mich daran, als ich anfing, Musik zu hören, suchten wir nach der härtesten Band, der bösesten. Und man hat nicht gewagt, zuzugeben, dass man BON JOVI mag und jedes Lied mitsingen kann. Und irgendwann dachte ich, nein, das ist blöd. Ich mag diese Musik, stehe dazu, das ist kein "guilty pleasure“, das ist großartig. Und ich bin so froh, dass ihr euch entschieden habt, diese Flamme weiterzutragen. Danke. Ihr seid nicht die einzige Band, die das macht. Schon gar nicht die einzige schwedische. Was ist bei euch im Wasser, dass ihr alle so eine Schwäche für die 80er habt?

Tobbe und Jonny: (Grinsen und Achselzucken)

Eure Einflüsse, sind es so was wie VAN HALEN, BON JOVI, die ihr erwähnt habt?

Tobbe: Da gibt es eine Menge Einflüsse...

Jonny: TOTO?

Tobbe: Ja, TOTO. Sogar die eher sanfteren Westküstenbands wie SURVIVOR und FOREIGNER.

Aber ihr klingt so modern und gar nicht wie eine 80er-Jahre-Coverband. Man hört zwar diese Anleihen, aber ihr kreiert einen ganz eigenen Sound. Und das ist großartig. Gab es noch andere Einflüsse? Ihr seid ja erwachsen geworden, hattet zwischendurch Jobs, bevor ihr euch wieder zusammengetan und euer Debütalbum aufgenommen habt. Gab es da etwas, andere Musik, die euch in dieser Zeit beeinflusst hat?

Jonny: Wir haben tatsächlich alles Mögliche gehört zwischenzeitlich, ja.

Alles, wie zum Beispiel auch Popmusik?

Jonny: Ja, klar.

Tobbe: Ehrlich gesagt, höre ich nicht so viel Hardrock. Ich sollte das vielleicht nicht sagen. Ich höre generell gerne gute Musik. Und ich hatte noch nie einen richtigen Job. Ich war schon immer Musikproduzent oder Songwriter. Daher habe ich mich mit allen möglichen Genres beschäftigt. Ich denke, NESTOR vereint von allem etwas. Den Großteil des Songwritings übernehmen wir (deutet auf Jonny und sich). Wir sind beide in der KISS-Ära der 80er aufgewachsen, mit Zeug wie "Lick It Up“, "Animalize“ und "Asylum“.

Es war auch eine großartige Ära für Popmusik.

Tobbe: Ja, das war sie.

Der Song mit Samantha Fox, das war echt cool.

Tobbe: Wir saßen gerade im Flugzeug hier runter und ich hörte...

Jonny: Richard Marx!

Tobbe: Ja, Richard Marx, genauer gesagt das Album mit 'Right Here Waiting For You' (singt den Refrain). Da sind so viele tolle Songs drauf (singt 'Angelia') und da sind zwar Gitarren drin, aber nicht nur. Und ich glaube, wir stehen beide total auf gute Musik. Das muss der Einfluss sein.

Für mich braucht es Gitarren. Es darf auch gern heavy sein.

Tobbe: Das gilt auch für mich. Ich finde, es ist immer schön, so etwas zu haben, von allem etwas.

Jonny: Ich glaube, das ist der Schlüssel, alle Arten von Musik zu hören.

Oh, nicht alle. Manche Musik ist einfach nur schlecht.

Tobbe: Ein gutes Lied ist ein gutes Lied. Das ist zwar ein Klischee, aber...

Ja, aber wir haben ein Musikgenre, das heißt Schlager.

Tobbe: (nickt) Ja, ja, ja.

Nein, nein, das ist keine gute Musik.

Tobbe: Ein klassischer Schlager ist so was wie ... na ja, ABBA und ABBA ist die beste Band der Welt.

ABBA ist fantastisch, sie sind eine Legende.

Tobbe: Aber es ist ein bisschen wie Schlager (singt 'Waterloo')

Und das führt uns direkt zur nächsten Frage. Welche Band oder welchen Song würdet ihr gerne covern? Wäre es zum Beispiel ABBA? Und welche Band sollte welchen Song von euch covern? Was würdet ihr gerne hören? Würdet ihr zum Beispiel METALLICA einen eurer Songs spielen hören wollen?

Tobbe: Das wäre cool! Können wir in der Zeit zurückreisen, wäre das möglich?

Ja, absolut.

Tobbe: Dann würde ich mir natürlich wünschen, dass die BEATLES einen unserer Songs covern. Das wäre echt cool. Ich weiß aber nicht, welches Lied. Warte... 'Unchain My Heart'! Hier, Paul McCartney, covere es doch mal. Das wäre toll.

Und welche Band würdet ihr gerne covern? Macht ihr so was im Proberaum? Zum Aufwärmen im Studio?

Tobbe: Ja, da haben wir tatsächlich ein paar ABBA-Songs gespielt, glaube ich. Und ein paar BEATLES-Songs.Wir hatten ein Cover auf dem ersten Album, auf der De-Luxe-Version. Von Whitney Houston 'I Wanna Dance With Somebody' Aber ich erinnere mich, dass wir darüber gesprochen haben, einen Song von A-HA zu nehmen, 'Hunting High and Low'. Das ist ein wunderschönes Lied und es wäre cool, wenn wir das mal covern würden. Tonartwechsel und so. Aber etwas anspruchsvoller.

Und ein bisschen heavier?

Tobbe: Ja, vielleicht ein bisschen heavier.

Das wäre der Hammer. Gab es in eurer Bandgeschichte magische oder total peinliche Momente?

Jonny: Peinliche Momente?

Tobbe: Ja, davon gibt es bestimmt hunderte. Aber ich glaube, da haben wir insgesamt Glück. Oh, einer fällt mir ein. Als wir vor nicht allzu langer Zeit unser Comeback feierten, hatten wir eine Release-Party für 700 Leute, die ausverkauft war. Das war großartig. Aber direkt danach bekamen wir diese Support-Tour für eine schwedische Band namens TAKIDA. Wir spielten in Arenen. Von 700 Leuten direkt zu 5000 bis 6000. Und wir hatten die Bühnenoutfits vorher nicht anprobiert. Ich habe mir also diese neuen, superengen Sachen gekauft, die waren überhaupt nicht dehnbar. Wie nennt man das Material? So was wie Spandex?

Nein, nicht Spandex. Spandex ist dehnbar.

Tobbe: Nein, es war kein Spandex. Es war eher so eine Art Kunsthaut, Lederhose.

Und du hast die Bühne gestürmt?

Tobbe: Da war so ein Podest zwischen dem Schlagzeug und den Keyboards. Ich wollte springen, aber konnte mich nicht bewegen. Mein Bein ging nur etwa 20 cm nach oben. Ich sprang und fiel auf den Rücken. Ich hab's irgendwie geschafft, so zu tun, als sei das alles geplant. Aber das war es nicht.

Und dann bist du wohl neue Bühnenkleidung einkaufen gegangen?

Tobbe: Ja!

Und magische Momente?

Jonny: Samstag? (meint den Samstag auf dem Nestorfest)

Tobbe: Ja. Es war eine Rückkehr in die Heimatstadt. Wir haben dort angefangen, und jetzt sind es 5000 Leute, und jeder kennt die Lieder. "Falköping, are we still your sons?“ Das ist Magie.

Ich kann mir das vorstellen, absolut magisch.

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Ich habe auch einige Fragen von euren Fans gesammelt. Ich hatte euch ja bereits gesagt, dass ihr vor allem weibliche Fans habt, die eure Band lieben. Sie wollten wissen, ob ihr an einem neuen Album arbeitet. Die Frage hattet ihr ja schon beantwortet. Dann, warum du, Tobbe, manchmal deinen Text auf der Bühne vergisst?

Tobbe: Oh, sorry dafür. Manchmal denke ich an etwas anderes.

Jonny: Wir vergessen auch schon mal einen Chord.

Und das hört man nicht so, wie wenn man jeden Text kennt und jedes Lied mitsingen kann als hingebungsvoller Fan ...

Tobbe: Manchmal, passiert es, das tut mir leid.

Nein, das muss es nicht. Das sind diese besonderen Momente live für mich. Die Liveenergie und Livemagie. Dafür brauchst du dich nicht zu entschuldigen. Und die Fragestellerin liebt eure Band trotzdem. Könnt ihr momentan von der Musik leben oder habt ihr noch andere Jobs? Du sagtest, du hast schon immer etwas mit Musik gemacht, Tobbe?

Jonny: Er ist im Business.

Tobbe: Ja, ich bin immer noch in der Branche, mache hauptsächlich Musikkram. Ich koordiniere viel Musik für Computerspiele. Wir müssen trotzdem noch arbeiten, ja. Wir könnten davon leben, wenn wir wollten, aber wir haben vor ein paar Jahren beschlossen, all unser Geld in die Band zu stecken, um sie aufzubauen und größer zu machen. Heute können wir leider keine große Show spielen, aber als wir beim NESTOR-Fest gespielt haben, hatten wir Laser, Feuerwerk und so weiter. Das war eine riesige Show, weißt du, deshalb haben wir viel Geld dafür ausgegeben.

Einer von euch ist Tattoo-Artist?

Jonny: Ja, das bin ich.

Das war also dein Beruf in dieser langen Zeit des Pausierens?

Jonny: Ich habe vor 20 Jahren angefangen.

Und du hast dein Tattoo-Studio noch?

Jonny: Ja, ich mach das alles immer noch.

Tobbe: Er hat diese alle gestochen (zeigt tätowierten Arm).

Also bist du "the walking art“?

Tobbe: Ja!

Einer eurer Bandkollegen war Lehrer, Schulleiter, sowas?

Tobbe: Ja, Direktor an einer Schule.

Verrückt. Ich erinnere mich an meine Freunde, als wir 16 waren. Wir sind auch alle unterschiedliche Wege gegangen. Mit wem würdet ihr gern im Fahrstuhl stecken bleiben?

Tobbe und Jonny: überlegen eine Weile

Jonny: Mit dir?

Tobbe: Ja, mit dir!

Mit Steven Tyler? "Good Morning, Mr. Tyler, goin down“?

Tobbe: (Gelächter) Ich würde sagen, mit der wunderschönen Brooke Shields, als sie so um die 30 war. Aber dann müsste ich auch 30 sein, weil ich nicht so um die 50 sein will. Aber wenn ich 30 wäre und sie 30 wäre, würde ich sagen, Brooke Shields.

Jonny: Mit Paul Stanley!

Ich muss zugeben, ich hätte so Schiss, wenn ein Aufzug steckenbliebe, dass es egal wäre. Die nächste Frage ist eigentlich schon beantwortet: habt ihr Tattoos und welche Bedeutung haben sie? Ich sehe, ihr habt beide welche.

Tobbe: Witzige Geschichte: ich habe Jonny mal tätowiert.

Jonny: Dieses hier! (Zeigt etwa drei Zentimeter großes Tattoo, das in all den anderen auf seinem Arm beinah untergeht)

Tobbe: Wir waren betrunken und ich wollte ihm ein Tattoo machen, weil wir schon ewig beste Freunde sind.

Gibt es besondere Bücher, Serien oder Filme, die euch in irgendeiner Weise beeinflusst haben?

Tobbe: Bücher, Serien und so? Ja, viele. "Twin Peaks“ und "Der Exorzist“ zum Beispiel. Es gibt auch viele Bücher, Biografien über Stars, von Lemmy über Bruce Dickinson ... das ist viel Zeug.

Jonny: Bei mir ziemlich das Selbe. "Twin Peaks“, die 80er-Filme...

Wie "Zurück in die Zukunft“?

Tobbe und Jonny: Ja, genau!

Tobbe: "Zurück in die Zukunft“ ist einer der besten Filme überhaupt.

Also die 80er, die "golden era“ für Filme, Popmusik und Rockmusik?

Jonny: Ja!

Habt ihr eine Botschaft für eure Fans?

Tobbe: Vielen Dank, dass ihr zu unseren Konzerten kommt, Merchandise kauft und unsere Musik hört. Ohne euch wäre nichts möglich. Ihr seid das Wichtigste. Wie bei unserem Festival, diese hundert eingefleischten Fans, die das ganze Wochenende mit uns verbracht haben. Sie waren beim Soundcheck dabei, im Golden Circle und sogar auf der After-Party. Deshalb möchte ich euch, unseren Fans, eine Botschaft mitgeben: Danke für eure Unterstützung und macht weiter so! Thank you for doing what you're doing and keep on doing it. Then we keep on doing what we're doing!

Ja, ohne Fans wäre das nicht möglich. Diese Verbindung zwischen Fans und Band erzeugt eine Energie, die völlig anders ist als alles, was ich je erlebt habe. Wenn ich ein Konzert besuche, kann ich nicht vorhersagen, welche Band das schafft. Deshalb bin ich sehr neugierig darauf, euch nachher zu sehen.

Tobbe: Die besten Konzerte sind die, bei denen das Publikum und wir auf einer Wellenlänge sind. Sie tanken Energie von uns und wir bekommen sie zurück.

Auf Tour ist es viel einfacher, weil dort eure Fans kommen. Ein Festival ist etwas anders, weil viele euch vielleicht noch nicht kennen. Aber das könnt ihr ändern. Das Publikum hier ist cool, sie feierten gestern Morgen direkt die allererste Band richtig ab.

Tobbe: Weißt du die Zuschauerzahl?

Ja, etwa 10-12000 Leute. Habt ihr eine Botschaft für eure Noch-Nicht-Fans?

Tobbe: Checkt uns an, ihr werdet nicht enttäuscht sein!

Vielen Dank für die Möglichkeit, euch zu treffen und für das tolle Gespräch!

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