Metal On The Hill 2026Hier geht's zur Bildergalerie! |
|
Take off: 29.08.2026 - Review (766 mal gelesen) |

Das METAL ON THE HILL Festival ist eines dieser feinen, kleinen Festivals. Veranstaltet wird es auf den Kasematten in Graz, einem unglaublich stimmungsvollen Gemäuer am Schlossberg in Graz. Das Fassungsvermögen ist nicht allzu groß, aber der Veranstalter Napalm Records bietet neben einigen lokalen Bands auch immer ein paar große und exzellente Bands auf. Heuer starten als lokale, aber im größeren Umfeld doch bekannten, MATTER OF TASTE den Konzertreigen. Der sehr melodiöse und stadiontaugliche Progressive Metal entpuppt sich auch als saugute Startnummer. Vor allem der Sound ist perfekt wie eigentlich immer beim Metal On The Hill und die Band legt eine ambitionierte Performance hin; vor allem der Sänger Joachim Votter ist ein Stimmungsmacher, der in punkto Stageacting schon mal an David Coverdale erinnert. Danach folgt mit VEINS OF SUFFERING eine Band, die in der kurzen Umbaupause etwas Probleme mit der Technik hat; der Soundcheck läuft etwas unrund. Als dann Energie in die Technik kommt, hat sie auch die Band und der melodische Death Metal weckt das Publikum nach dem eher leichtfüßigen Act davor mal ordentlich auf. Auch von der Lichtshow her wird der Band einiges an Stimmung spendiert und die eher junge Band weiß die mittlerweile gut gefüllte Location gut zu unterhalten.
Völlig geheimnisvoll geben sich TABERNIS. Die Bandmitglieder betreten völlig verhüllt die Bühne. Die Musikerinnen im Hintergrund, Geigerin und Cellistin, betreten in einem schwarzen Umhang gehüllt und ohne die Gesichter zu zeigen in einem dramatischen Intro die Bühne, verneigen sich stumm und nehmen ihre Plätze ein. Danach folgen die Frontleute, während ein bassig wummerndes Intro die Kasematten erbeben lässt, und präsentieren in stummen Gesten ihre Instrumente: Dudelsack und Trommel. Danach folgt eine Dreiviertelstunde lang extrem rhythmische Musik, die zwar stilistisch nicht so recht ins Genre "Metal" passt, aber erstaunlicherweise ordentlich für Stimmung sorgt. Die Korbmasken und das ganze Setting ist schon ziemlich gelungen und hat was. Musikalisch geht die Musik von TABERNIS in die Richtung CORVUS CORAX, nur ohne Gesang und Interaktion mit dem Publikum.
Aber liebe Leute, die Stimmung ist bis jetzt schon gut, aber mit den BURNING WITCHES wird ein völlig neues Energielevel erreicht. Die Bühne wird von einem riesigen roten Backdrop und mystischer Dekoration eingerahmt und die Band liefert heavy ab ohne Ende. Vor allem Sängerin Laura Guldemond setzt die Bühne mit ihrer Energie völlig unter Feuer. Ständig in Bewegung und stets ganz vorne an der Bühnenkante heizt sie dem Publikum ordentlich ein. Auch der Rest der Band ist ständig in Bewegung und spielt sich die Seele aus dem Leib. Es gab ja einige Umbesetzungen in der letzten Zeit, vor allem der Weggang von Sängerin Seraina Telli war damals schmerzhaft; Seraina Telli verfolgt seither eine stilistisch etwas andere Richtung, aber Laura Guldemond füllt die Lücke perfekt. Die Setlist führt die Band quer durch alle Alben mit leichtem Schwerpunkt auf "Inquisition" mit dessen Songs 'Soul Eater' und 'Shame' in die Show gestartet wird. Die Dreiviertelstunde ist viel zu schnell vorüber und naturgemäß wird mit dem Signature-Song 'Burning Witches' der Sack ordnungsgemäß zugemacht. Nach dieser schweißtreibenden Show gilt es die Flüssigkeitspeicher aufzufüllen. Getränkestationen gibt es genug; etwas mau ist es wie immer mit dem Essen. Am Gelände gibt es nur Brezen. Wer größeren Hunger hat, kann aber den nebenan gelegenen Gastgarten besuchen.
"Den Sack zugemacht" bedeutet jetzt nicht, dass der Abend gelaufen ist. Denn SOULFLY können das Level mit Leichtigkeit halten. Eh interessant und faszinierend, dass man Cavalera erst wenige Wochen zuvor ganz in der Nähe beim AREA53 Festival bewundern konnte; dort aber mit CAVALERA CONSPIRACY und "Chaos A.D."-Schwerpunkt. Am Metal On The Hill dagegen spielt er sich quer durch den Gemüsegarten und deckt seine Diskographie von "Soulfly" über "Primitive" und "Charma" und einigen Scheiben mehr recht dicht ab. Und selbstverständlich geht die Post wie auch am AREA53 voll ab und selbstverständlich gibt es Crowdsurfen ohne Ende. Und natürlich geht ein Circle Pit in den nächsten über. Seine Band spielt extrem tight und scheint auch selbst den Auftritt zu genießen. Was für ein Kontrast ist dagegen ALESTORM - die bizarre Quietschente ist das schrägste Bühnen-Item, das man sich vorstellen kann, die grüngelben Outfits sind ein Schrei und der Schottenrock von Sänger Christopher Bowes und sein MODERN TALKING-Gedenk-Umhängekeyboard gehören einfach zum guten Ton. Während SOULFLY düster rockten, verbreiten ALESTORM beste Stimmung mit guter Laune. Musikalisch schaffen sie den unmachbaren Spagat zwischen Quietschente, Seemannsliedern und Spaßmusik irgendwie - einfach unglaublich. Thematisch wird alle wichtigen Themen wie 'Zombies', 'Hangover' (Taio Cruz lässt grüßen) bis zu 'Mexico' und 'P.A.R.T.Y.' standesgemäß abgehandelt. Aber den gemeinsten Ohrwurm des Jahres verpasst uns die Band mit den Zugaben und 'Fucked With An Anchor' - dafür verabschieden wir uns vom Festival mit einem bestens gelaunten "Fuck you!" und freuen uns schon riesig auf 2027, wo bereits BEAST IN BLACK und die unglaublichen THUNDERMOTHER angekündigt sind. Dank auch an Napalm Records, dass dieses Festival weitergeführt wird!
|
|
Billing
|
|
21:25-22:55 ALESTORM
19:40-20:55 SOULFLY
18:15-19:15 BURNING WITCHES
17:00-17:50 TABERNIS
15:50-16:35 VEINS OF SUFFERING
15:00-15:30 MATTER OF TASTE |