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Area53 Festival 2026Hier geht's zur Bildergalerie! |
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Take off: 16.07.2026 - Review (707 mal gelesen) |

Das AREA53 in Leoben ist immer sehr speziell, es ist eindeutig das herzibinki-Festival unsererseits. Zum einen ist es immer wieder überraschend, welche großen Bands diesem eher kleineren Festival die Ehre geben (Fassungsvermögen etwa 5000 Gäste pro Tag), zum anderen ist das Festivalgelände irrsinnig gemütlich und stressfrei. Und obendrauf gibt es eine mitunter krude Mischung von richtig hochklassigen Bands zu bewundern. Das Line-Up 2026 schlägt allerdings die vorhergehenden Jahre um Längen. Unglaublich: als Headliner gibt es SAXON, ARCH ENEMY und IN FLAMES. Aber auch die Co-Headliner können sich sehen lassen: CAVALERA CONSPIRACY, DIRKSCHNEIDER und PAIN nehmen diese Slots ein.
Schon der erste Tag legt am frühen Nachmittag einen Energiebatzen vor die Türe. PATRIARCHA verdunkeln mit ihrer Musik die gesamte Region so stark, dass trotz der gleißenden Sonne die Lichtshow mega zur Geltung kommt. Danach IGEL VS SHARK - die Band aus Wien gefällt sich in ihrem Underdog-Status, doch musikalisch und stimmungsmäßig rocken sie auch die gro0e Bühne des Festivals äußerst kompetent. Vor allem Bassistin und Co-Sängerin Julia zappelt wie von Elektroshocks gepeinigt über die gesamte Bühne und erinnert dabei an den jungen Angus Young. Auch musikalisch bietet die Band rasenden Rock 'n' Roll und die Songs a la 'U.L.I.A' zünden auch in der Nachmittagshitze vortrefflich. Die danach folgenden AGATHODAMION gehen musikalisch wieder völlig in eine andere Richtung - nach den fröhlichen IGEL vs SHARK führt der Black Metal wieder zur Verdunkelung des Festivalgeländes.
FIREWIND am Nachmittag - eine so starke Band zu so früher Zeit - das spricht für das Festival. Herbie Langhans am Mikro, Gus G an der Gitarre. FIREWIND sind auch gerade nicht groß auf Tour, aber am AREA spürt man, dass die Band Bock auf die Liveshow hat. Mit 'Fallen Angel' geht es los und mit 'Falling To Pieces' endet es und dazwischen hat allerhand griechischer Power Metal Platz. FIREWIND waren stark, aber was Britta Goertz und HIRAES an Power drauf legen, ist unbeschreiblich. HIRAES sind wohl bei den Bands mit der besten Show unter den Top 3 oder zumindest Top 5 des Festivals. Besonders spektakulär wird es, als sich Britta Goertz und ihr Gitarrist von von der Bühne hinunter in den Circle Pit begeben und dort im vollen Gedränge performen als gäbe es kein Morgen. Ein atemberaubender Auftritt.
Und dann freuen wir uns auf VISIONS OF ATLANTIS. Die Piraten spielen ja mittlerweile überall, wo ein Fass Rum herumsteht. Dementsprechend konnten wir die Band im letzten Jahr oder vielleicht den letzten eineinhalb Jahren fünf oder sechs mal sehen - aber das Piratenspektakel funktioniert sowohl im kleinen Club als auch auf der großen Festivalbühne und egal ob bei Tag oder Nacht einfach immer. Das liegt auch an den großartigen letzten beiden Alben und dem einfach perfekten Zusammenspiel der beiden Sänger:innen. 'Legions Of The Sea' ist sowas wie BliND GUARDIANs 'Mirror Mirror' und das Ticktock der 'Clocks' ist auch ein nicht zu verachtender Ohrwurm. Wie immer gibt es das Ruderspiel und viel Gelegenheit zum Mitsingen. Ganz anders liegen musikalisch CAVALERA CONSPIRACY - aber auch nicht weniger energiegeladen. Das Bühnenbild stellt das Cover des SEPULTURA-Klassikers "Chaos A.D." dar und wenig überraschend konzentriert sich die Band auf diese Platte - mit 'Refuse/Resist' startet die Band los und liefert in der guten Dreiviertelstunde Thrash Metal der feineren Art. Was werden SAXON wohl machen? Eine Fahrt im Schlafwagen? Ganz im Gegenteil, die alten Herren zeigen eindrucksvoll, wie viel Energie in ihnen noch steckt. Insbesondere Sänger Biff Byford zeigt sich gut erholt nach einem krankheits-bedingten Ausfall im letzten Jahr. Und Hits hat die Band genug in der Hinterhand, 'Princess Of The Night', 'Wheels Of Steel', 'Denim And Leather' kann wohl jeder mitsingen und dass 'Crusader' den Abschluss bildet, ist unvermeidlich. Es fliegen während des Sets unzählige Kutten auf die Bühne, die auch - sehr sympathisch - von der Band angezogen werden, und sogar wieder zu ihren Besitzern zurück finden.
Den zweiten Tag eröffnen die Grazer ENTER INFINITE. Um 12:30 ist zwar noch nicht viel los im Pit, aber die Fans, die da sind, bekommen eine ordentliche Kante Death Metal vor den Latz geknallt. Danach folgt mit THE DEVASTATION die jüngste Band des Festivals. Respekt vor dem professionellen Auftreten. Die Band erntet viel positives Feedback - mir gefällt es weniger und es ist mit ein paar Tagen Abstand nichts hängen geblieben, aber so ist das mit dem persönlichen Geschmack. Das trifft allerdings auch auf TEMPTATIONS FOR THE WEAK zu. Viel Energie, wenig Melodie, Zeit für einen Eiskaffee mit Schuss, Variante "Stroh 80". Die Wiener KONTRUST dagegen machen einfach nur Spaß - eine Sängerin mit knallroten Haaren, dazu die Band in Lederhosen und Musik der Kategorie Polka Death. Völlig abgefahren, schräg, aber auch wirklich gut. Etwas schräg ist auch der Auftritt von VOIVOD: Aushilfssänger Eric Forest liest seine Texte vom Tablet ab, aber verständlich, musste er doch kurzfristig für Denis wegen eines Krankheitsfalls in der Familie einspringen. Es dauert ein bisschen, bis sich die Band warm gespielt hat, aber dann liefern VOIVOD eine frickelig-entfesselte Show sehr zur Zufriedenheit der Fans. Der Auftritt von SELT wird für einen weiteren Eiskaffee genutzt - aber nach dem Feedback der Fans haben wir da echt was versäumt.
DIRKSCHNEIDER - was ist hier zu erwarten? Vor ein paar Jahren lieferten ACCEPT, natürlich ohne Dirkschneider, am AREA53 ordentlich ab, heuer gibt es DIRKSCHNEIDER ohne ACCEPT. Und um es gleich ohne Umschweife zu sagen: Der ältere Herr auf der Bühne ist toll bei Stimme, die Songs sind legendär und die Band große Klasse. 'Fast As A Shark' braust wie ein Sturm über die Menge, 'Living For Tonite' groovt wie Hölle und 'Metal Heart' kommt auch bei DIRKSCHNEIDER nicht ohne Elise aus. Einfach sensationell, diese Klassiker mal live zu erleben; 'Princess Of The Dawn' entpuppt sich aber als der heimliche Höhepunkt. Noch gespannter ist man auf ARCH ENEMY. Wie wird die neue Sängerin sein? Doch es gilt noch zu warten, die Bühne ist zu Beginn verhüllt und vom Band ertönt die 'Chaos Overture'. Plötzlich fällt der Vorhang und die Band setzt mit 'Yesterday Is Dead And Gone' gleich einen Meilenstein in die Landschaft. Die neue Sängerin Lauren Hart wuselt unermüdlich über die Bühne. Man sieht ihr auch die Freude an, in der Band und auf der Bühne zu sein. Der Rest der Band spielt eher cool und ungerührt ihre Soli heim. Auch ARCH ENEMY haben ein breite Palette an Hits im Bauchladen, wie zum Beispiel 'War Eternal' oder'No Gods No Masters'. Uns gefällt es, die Bands ist klasse, die Lichtshow ebenfalls. Wie soll der dritte Tag das noch toppen?
Nach zwei intensiven Tagen ist man schon geschafft; den Tag Drei gehen wir etwas gemütlicher an und als Erstes wird der Merchstand besucht und eine der Fressbuden. Auch schön, dass es heuer einen Biergarten gibt, der eine sehr gemütliche Alternative ist. Wie schon erwähnt, ist auch der Eiskaffee-Stand eine Wucht und der sehr gute Burgerstand außerhalb des Geländes. Leider versäumen wir wieder einmal den Frühschoppen mit Jazz Gitty, wir steigen bei VINEGAR HILL ins Geschehen ein. Die Band stammt aus Leoben, hat dementsprechend Heimvorteil bei den Fans, liefert aber auch eine sehr gute Show. AD INFINITUM legen noch eine Schippe drauf, was Stimmung und Ohrwürmer betrifft. Der poppige Appeal der an und für sich durchaus heavy Musik verschafft Massentauglichkeit. Dazu kommt, dass die Sängerin Melissa Bonny mühelos zwischen Klargesang und Growls wechselt und dabei auch ihre Persönlichkeit ändert von Elfe zur Walküre. Tolle Show und als die Band zu einem späteren Zeitpunkt im Publikum auftaucht, werden etliche Selfie-Wünsche herangetragen, die auch alle geduldig erfüllt werden.
BLEED FROM WITHIN versäumen wir leider auch großteils (warum wohl: Eiskaffee mit Schuss), aber das Finale zeigt uns, dass es auch ein guter Auftritt war. Auf jeden Fall stehen wir zum Beginn von PAIN wieder in der erste Reihe und der Bühnennebel wabert alles zu. Als die Band die Bühne betritt, ist sie kaum zu sehen, doch musikalisch wird man förmlich weggeblasen vom Dampfhammersound. Peter Tägtgren mach zu Beginn zwar einen leicht genervten Eindruck; aber das täuscht, er ist bei bester Laune scherzt mit seiner Band und lacht drüber, als aufgrund eines Computerausfalls keine Backing Vocals mehr eingespielt werden. Zu seinen Bandmitglieder ergeht die Aufforderung, dann eben lauter und besser zu singen. Zum Brüllen ist es, als Tägtgren nach kurzer Pause im Dinokostüm auf die Bühne kommt. Und das große Finale mit buntem Licht und pinken Riesenluftballons ist einfach nur Liebe. IN FLAMES, was soll man sagen: einfach unglaublich. Die Band ist sehr gut gelaunt, Anders Friden kommuniziert durch den immer wabernden Nebel mit dem Publikum und alles verströmt eine Art von Magie. Jede Menge Crowdsurfer verschönern das Bild und mit einer bunt gemischten Setlist vom feinsten Death Metal bis hin zu einer Ballade ist das einfach ein perfekter Abschluss des Festivals. 'Deliver Us', Paralyzed', The Chosen Pessimist - IN FLAMES verteilen die Setlist gleichmäßig über ihre Alben. Als nach eineinhalb Stunden Ende ist, sind wir gleichermaßen geplättet wie auch gerührt - was für ein Mega-Headliner.
Alles in allem ist es wie immer: Das AREA53 ist urgemütlich, hat eine starke Auswahl an Bands quer durch den stilistischen Gemüsegarten, liegt verkehrstechnisch sehr gut und bietet eine der besten Festivallocations überhaupt mit bester Sicht und tollem Sound. Wir kommen wieder!
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Billing
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SAXON, IN FLAMES, ARCH ENEMY, PAIN, VISIONS OF ATLANTIS, DIRKSCHNEIDER, FIREWIND, HIRAES, AD INFINITUM, VOIVOD, VINEGAR HILL, ALL WILL KNOW und noch mehr. |
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