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Neue Perlen...und beinahe vergessene Juwelen

Ein Artikel von baarikärpänen vom 10.01.2019 (1267 mal gelesen)
"Jumala loi aikaa eikä puhunut kiireestä mitään", oder "Gott erschuf die Zeit, von Eile hat er nichts gesagt". So heißt eine finnsche Weisheit, der man, vor allem in der immer schnelllebigeren Zeit, nur zustimmen kann. Und weil dem so ist, findet ihr unter der Überschrift "Neue Perlen... und beinahe vergessene Juwelen" in unregelmäßigen Abständen nun sogenannte Specials, wo ich einfach mal einen Blick auf bisher unentdeckte Bands werfen möchte oder auch mal längst vergessene kleine Schätzchen. Da es aber langweilig wäre, sich lediglich ein Demo einer neuen Kapelle oder eine Scheibe aus dem eigenen Fundus rauszugreifen um ihr ein nachträgliches Review zu spendieren, gibt es zusätzlich auch noch ein Interview (mal kürzer, mal länger) mit beteiligten Protagonisten, um auch mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Vor allem bei ältere Scheiben, die zum Teil schon weit über 30 Jahre auf dem Buckel haben und von Bands stammen, die es auch schon seit Ewigkeiten nicht mehr gibt, kann das ganz schnell mal zur Mammutaufgabe werden. Aber wir scheuen ja keine Kosten und Mühen, um eine spannende (Hi)Story zu erstellen.

Die Band



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Die Ehre, den Anfang zu machen, kommt den spanischen Newcomern KRAMP zuteil. Obwohl, Newcomer kann man eigentlich gar nicht mehr sagen, denn immerhin existiert die Truppe aus Madrid schon seit 2010. Dass KRAMP aber noch keiner breiteren Masse bekannt sind, liegt auch an den eher spärlichen Veröffentlichungen. Bis 2016 gab es lediglich einige selbst gefertigte Demos, die online veröffentlicht wurden, plus einer im Studio produzierten EP, die letztlich aber nie erschien. Immerhin schaffte es der Track 'Walkyrie' von besagter EP auf die "Iberia Metalica"-Compilation. 2015 kam es zu ersten Umbesetzungen innerhalb der Band. Unter anderem stieß Gitarristin Sara C. zur Band. Das mag an sich keine besondere Sache sein, aber KRAMP sind damit eine der wenigen Truppen aus dem Bereich des traditionellen Metals, die nicht nur eine Sängerin (Mina Walkure) aufweisen, sondern eben auch eine weibliche Mitstreiterin an den sechs Saiten. Und KRAMP waren in der neuen Besetzung nicht untätig, denn 2016 erschien die erste, halbwegs professionell aufgenommene, EP "Wield Revenge". 2019 soll dann endlich das erste komplette Album erscheinen, an dem KRAMP gerade basteln. Aber lassen wir Sängerin Mina doch besser selbst zu Wort kommen.

Das Interview



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Erzähl doch mal ein wenig mehr zur Band.

Mina: Ich stamme eigentlich aus Palencia, wo mein Bruder Lap übrigens immer noch lebt. Irgendwann war ich der Meinung, Madrid wäre besser geeignet, um andere Musiker zu finden. Hat ja auch geklappt. Neben der Band, in die ich wirklich viel Arbeit reinstecke, betätige ich mich als Grafikdesignerin. Das kommt der Band natürlich zugute, weil ich Shirts, Cover oder auch das Logo selbst designen kann. Weiterhin entwerfe ich auch noch Klamotten. Aber hauptsächlich dreht sich bei mir wirklich alles um Musik. Ich sollte vielleicht auch noch erwähnen, daß auf den Band-Pics immer noch unser alter Gitarrist Dario Torrealba zu sehen ist, der mittlerweile durch Lex ersetzt wurde. Wir sollten wirklich mal neue Bilder machen.

Wer von euch ist denn für die Musik und die Lyrics zuständig?

Mina: Den größten Teil übernehme ich. Das betrifft Lyrics und auch die Musik. Lediglich bei einem kleinen Teil ist Lap noch mit am Songwriting-Prozess beteiligt.

Und was würdest du sagen, sind eure größten Einflüsse?

Mina: Dass wir eher auf traditionellen Metal stehen, dürfte klar sein, wenn du dir die EP angehört hast. Aber um nur die wichtigsten Bands zu nennen, wären da JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN, MANOWAR, DIO, OMEN, und RIOT. Die Liste lässt sich aber wirklich beliebig fortsetzen.

Wie sieht es denn in Sachen Live-Shows bei euch aus?

Mina: Nach dem Release der EP haben wir wirklich viele Shows gespielt hier in Spanien. Leider hat es nie geklappt mit Auftritten außerhalb unserer Heimat, was wir aber definitiv ändern wollen, sofern wir interessante Angebote reinbekommen. 2018 war dann aber ein eher ruhiges Jahr, weil wir jede Menge neue Musik gechrieben haben.

Also können wir wirklich mit einer neuen Scheibe rechnen?

Mina: Absolut! Genau deswegen haben wir ja diese Pause eingelegt. Im Moment sind wir in der Vorproduktion für unser erstes komplettes Album und nehmen fleißig Demos dafür auf. Der Titel für die Scheibe wird "Gods Of Death" sein. Zumindest ist es so geplant. Was uns aber noch fehlt, ist ein fähiges Label. Wir waren zwar mal in Kontakt mit einigen, aber letztendlich ist nichts draus geworden. Falls jemand Interesse an uns hat, dann soll er uns einfach kontaktieren. Bis dahin veröffentliche wir das Album eben über unsere eigene Seite.

Die EP "Wield Revenge"



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Neben den üblichen Verdächtigen, auf die sich viele Newcomer, die sich dem traditionellen Metal verpflichtet fühlen, berufen, hat Mina im Kurz-Interview interessanterweise auch OMEN genannt. Das dürfte auch erklären, warum sowohl der Opener 'Leather Warrior', aber besonders das nachfolgende 'Tale Of Revenge' so verdammt nach den Power Metal-Urgesteinen um Kenny Powell klingen. 'Leather Warrior' geht gut nach vorne und macht mächtig Spaß mit dem tollen Chorus und einem feinen Gitarren-Lead. Aber 'Tale Of Revenge' ist eine astreine Verbeugung vor OMENs 'Death Rider', die man von jungen Bands so leider viel zu selten hört. Gut, das mag abgekupfert sein, nichtsdestotrotz ist der Song ein richtig toller. In eine ganz andere Kerbe haut 'Legend'. Den Track eröffnet kein anderer als Arnold Schwarzenegger mit einem Sprachsample aus "Conan der Barbar". Der Song selbst ist ein perfekter Stampfer, hat viel von early MANOWAR zu "Into Glory Ride"-Zeiten, bestens dazu geeignet, den Kopf zum gepflegten Headbangen zu bewegen. Etwas gewöhnungsbedürftig kommt dann 'Dare To Face Fear' daher, was am zu Anfangs ungwöhnlichen Vocal-Arrangement liegt. Aber genau das ist es, was den Song zu einem echten Grower werden lässt. Nicht nur eine Prise Epik, sondern obendrauf sogar ein gewisses keltisches Flair. 'Assault', so der Titel des letzten Stücks auf "Wield Revenge", kombiniert dann noch mal OMEN mit leichten Einflüßen von MANILLA ROAD, beginnt recht tragend, mit vereinzelt mittelalterlich klingenden Parts, um am Ende nochmal Geschwindigkeit aufzunehmen. Sängerin Mina darf man gerne als Pluspunkt von KRAMP nennen. Auch wenn da noch Luft nach oben ist, so ist ihre Stimme, irgendwo in der Schnittmenge von Doro Pesch, Leather Leone (ohne Reibeisen) und Jutta Weinhold (besonders bei 'Dare To Face Fear'), geradezu für diese Art von Metal gemacht. Ebenfalls sehr geschmackvoll das Cover-Artwork. Abzüge, wenn man denn welche geben will, höchstens für die Produktion, die etwas mehr Dampf und weniger Proberaum gebrauchen könnte.

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"Wield Revenge" ist der erste ernsthafte Release von KRAMP. Klar sein dürfte, daß man an diese EP nicht die gleichen Maßstäbe anlegen darf, die für sogenannte "alte Hasen" gelten. Berücksichtigt man das, kann man als Freund von ursprünglichem Metal mit "Wield Revenge" nichts falsch machen. Interessierten sei der Besuch der Bandcamp-Seite empfohlen, auf der ihr euch "Wield Revenge" für 'nen Appel und ein Ei (auf freiwilliger Basis) oder sogar ganz für lau herunterladen könnt. Für einen ersten Eindruck schaut euch das Video am Ende der Seite an.

Die Songs:

01. Leather Warrior 3:29
02. Tale Of Revenge 3:39
03. Legend 4:07
04. Dare To Face Fear 3:30
05. Assault 3:16

Die Band:

Mina Walkure - Vocals
Lap - Bass
Sara C. - Guitar
Lex - Guitar
Albert von Krow - Drums

Kontakt:

Bandcamp
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