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Listening-Session im Gernhart Studio in Troisdorf mit PERZONAL WAR und ARCHITECTS OF CHAOS

Ein Artikel von RJ vom 01.03.2015 (4379 mal gelesen)
Es ist Samstag, der 21.02.2015 und der Termin für die Listening-Session im Gernhart Studio in Troisdorf bei Bonn (oder auch hinter Köln, je nach Betrachtungsweise) nähert sich rasant. Also Frauchen ins Auto laden, schnell noch die Demo von ARCHITECTS OF CHAOS in den CD-Wechsler des fahrbaren Untersatzes eingelegt und die B4M-Kutte übergeworfen. 10 Minuten später bewegte sich das Familienmobil bei akzeptabler Wetterlage bereits auf der Autobahn und weitere 35 Minuten später rückt bei der Auffahrt auf der A57 "d'r Dom" ins Blickfeld.

Nach einer kleinen Stärkung bei Muttern machen sich die Mädels auf in die Kölner City zum Shopping, was auch sonst. Ich setze meine Fahrt Richtung Troisdorf fort und komme dank einer Einheimischen, die mir von meinem Parkplatz aus den direkten Weg zur Location zeigt, pünktlich Studio an. Während sich draußen zwei rauchende Kollegen lümmeln, werden diese mit meiner Ankunft auch wieder in die Räumlichkeit gespült, weil es pünktlich um 13 Uhr anfängt zu hageln.

Der herzliche Begrüßung der Bandmitglieder folgt der direkte Aufruf, am reichhaltigen Brötchen-Buffet zuzugreifen. Gut, dass es gerade erst Frühstück bei Mutti gab. In der Folge entwickeln sich lockere Pläuschchen, wobei diverse Getränke gereicht werden. Die erkennbare Verzögerung ist auf Nachfrage darauf zurückzuführen, dass zwei Vertreter von Printmedien, die sich zu dieser Veranstaltung angemeldet haben, nennen wir sie mal RH und MH, noch auf Parkplatzsuche oder gar noch unterwegs sind. Doch aus diese Herrschaften haben es letztendlich dann doch geschafft und pünktlich 45 Minuten später als geplant geht es dann auch schon los.

PERZONAL WAR - "The Last Sunset"


Den Anfang machen die Jungs von PERZONAL WAR, die ihren Heimvorteil dazu nutzen, schon mal die Messlatte anzulegen. Nein, hier gibt es keinen Vergleichswettbewerb, sondern eine lockere, spannende Listening-Session. Neben zwei Jungs von der Band nimmt auch Paul Di'Anno Platz, um sich das Album anzuhören. Alle Beteiligten, so auch die Jungs von PERZONAL WAR, hören jetzt erstmalig "The Last Sunset" in der bisherigen Form. Los gehts.

Den Anfang macht 'Salvation', eine groovige Midtempo-Nummer mit einer schönen Intro-Phase. Bei dieser Nummer muss man schon fast die Höchstnote ziehen, denn das Stück hat alles, was einen Opener ausmacht und besser kann man ein Album eigentlich nicht einleiten.

Weiter geht es mit 'Speed Of Time', eine raue, solide Nummer, die auf den dominanten Refrain aufgebaut ist. Wie ich im Anschluss von den Jungs erfahren habe, scheint dieses Stück intern recht hoch geratet zu sein, wobei mir ein Hördurchgang nicht gereicht hat, um mich richtig reinzuarbeiten.

Doch es geht Schlag auf Schlag und schon gibt es '30 Years' auf die Ohren, bei dem die Jungs ordentlich an der Temposchraube gedreht haben. Die Uptempo-Nummer galoppiert als feiner Nackenbrecher gut nach vorne und wartet zudem mit einem schönen Gitarrenpart auf.

Wer auf Metal-Balladen steht, der darf sich auf 'Never Look Back' freuen. Diese Halbballade macht Spaß, weil sie ohne Kitsch und Zuckerguss auskommt, dazu einen catchy Refrain bietet und für Freunde des Mitgrölens nahezu gemacht ist.

Jedes Album braucht natürlich auch noch seine soliden Momente, die einfach für das stehen, was die Band ausmacht. Wie gerufen kommt da 'Metalizer', ein typischer, solider Metal-Song.

Langsam kriecht dann 'When Faith Has Gone Forever' aus den Boxen, eine Midtempo-Walze, bei dem man seinen Nacken problemlos in die Dauerrotationsstellung bringen kann.

'What Would You Say' ist ein Stück, das bei mir direkt gezündet und für Begeisterung gesorgt hat. Hier wird mit laut-und-leise-Passagen gearbeitet, es gibt catchy Riffing und man driftet leicht balladesk ab. Ein interessantes und recht außergewöhnliches, gelungenes Stück.

Die Bandmaschine macht aber lange noch nicht Schluss, es ist Zeit für den Titeltrack. 'The Last Sunset' verbreitet durch raue Vocals und harsches Riffing so etwas wie Untergangsstimmung, wobei man schnörkellos auf den Punkt kommt.

Der vorletzte Song 'Times Of Hate' ist eine straight forward getriebene Metal-Nummer, auch hier beweist das Quartett wieder ihr ganzes Geschick für eine starke Nummer und beweist auch, dass ihnen auch auf der Langstrecke nicht die Puste ausgeht.

Den Rauswerfer und Abschluss bildet 'I See Nothing', eine Strophe-Refrain-Strophe-Nummer mit treibenden Drum-Parts und Gitarrensoli. Auch hier kann man nicht meckern, der Abschluss des Albums ist gut gesetzt und insgesamt bietet sich ein stimmiges Bild.

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Vor Ort habe ich mich dann auch noch als PERZONAL WAR-Ersttäter geoutet, was meinem Kompliment zu dieser Scheibe aber hoffentlich noch mehr Gewicht verleiht. Nach der ersten Hälfte der Session bin ich zumindest schon mal recht zufrieden mit dem, was man mir präsentiert hat.

Zwischendurch angesprochen auf die endgültige Reihenfolge erklären Björn und Andreas unisono, dass die eben gehörte Reihenfolge wohl auch so auf CD erscheinen wird. Im weiteren Gespräch und speziell auf das neue Album angesprochen erklärt mir Björn, dass er das Album grooviger und simpler im Vergleich zum Vorgänger sieht und denkt, dass das auch der Punkt ist, den die Fans am Album lieben werden. Es wäre an der Zeit gewesen, wieder stärker in Richtung der Anfänge zurückzukehren.

Für mich ist nach der Listening-Session des Albums klar, dass "The Last Sunset" sicherlich nicht der letzte Sonnenuntergang für die Troisdorfer ist.
Für alle Fans und Interessierten ist jetzt nur noch wichtig, wann "The Last Sunset" erscheinen soll, nämlich am 24.04.2015.

Weitere Information zu den Architekten findet ihr auf der Facebook-Seite oder der Homepage der Band.

ARCHITECTS OF CHAOZ - "League Of Shadows"


Nach einer kleinen Stärkung soll es in einer Viertelstunde weitergehen. Also schnell mal auf Toilette, um den ein oder anderen Kaffee wegzubringen. Vor mir humpelt mit seiner Unterarmgehhilfe Paul in Richtung stilles Örtchen, wobei er insgesamt den Eindruck hinterlässt, dass er in seiner Mobilität stark eingeschränkt ist. Auf seine Malesche mit seinem Knie angesprochen erzählt mir Paul, dass er seit sechs, sieben Jahren damit zu kämpfen hat und ihm das Knie ordentlich Schmerzen bereitet. Weiter bestätigt er mir, dass für Juni eine Knie-OP geplant ist und er wirklich froh ist, wenn das Thema dann ausgestanden ist. Bis dahin muss er sich noch durchschleppen, wobei ich von ihm wissen möchte, wie er den Auftritt auf dem Rock Hard-Festival und insbesondere die Gigs der Metal All Stars absolvieren will. "Sitzend" lautet sein trockener Kommentar, wobei er ergänzt, dass bei der All Stars-Tour für jeden Sänger vier Songs zu performen sind, somit die Dauer seines Auftritts überschaubar ist.

Bewaffnet mit einem frischen Kaffee geht es in die nächste Session, diesmal heißen die Hauptdarsteller ARCHITECTS OF CHAOZ, die ihr am 29.05.2015 auf Metalville erschienendes Album "League Of Shadows" im Rough Mix vorstellen. Ergänzend wird noch klargestellt, dass die Reihenfolge noch willkürlich ist und keine Rückschlüsse auf die letztendliche Track-List zulassen.

Los geht es mit dem von der Demo bekannten 'Rejected', bei dem von Beginn an das für die ersten beiden Alben typische MAIDEN-Feeling aufkommt, es sich um eine typische NWOBHM-Nummer handelt, die simpel und treibend arrangiert ist.

'Horseman' ist nicht nur ebenfalls von der Demo, sondern auch die Nummer aus der Feder von Gonzo, die ihn in das Licht rückt, dass er als Bassist auch das richtige Feeling hat, um eine gute Nummer zu schreiben. Chapeau!

Der erste neue Song ist 'How Many Times', bei dem mir ad hoc auffällt, dass Paul doch noch bei erstaunlich guter Stimme ist und zudem ausgesprochen clean singt. Schöne Gitarren-Parts geben sich mit catchy Riffs die Klinke in die Hand und runden den Song ab.

Spannend wird 'AOC' mit Sprachsamples eingeleitet und so recht weiß ich noch nicht, wohin das Stück hindriftet. Hinzu kommt eine orientalische Untermalung und mir schwant, dass das Stück, dass den Bandnamen als Kürzel im Namen trägt, nichts anderes ist als die Bandhymne schlechthin. Auch hier werden Parallelen zu IRON MAIDEN deutlich, denn auch die Jungfrauen hatten ihren eigenen Song bereits mit dem ersten Album, wobei 'AOC' vielleicht sogar noch besser als Bandhymne funktioniert. 'AOC' ist eine eingängig treibende Midtempo-Nummer mit Mitgröl-Refrain und ich bin mir sicher, dass der Mob die Band auf jedem Gig bei diesem Stück abfeiern wird.

'Obsidian Black' ist eine schnörkellose Power-Metal-Nummer im straighten Midtempo.

Den aktuellen Bezug bringt Paul, der auch für die neuen Stücke alle Lyrics geschrieben hat, mit 'Je Suis Charlie' rein. Als die Band Anfang Februar mit den Arbeiten zum Album begann, war der Anschlag noch sehr präsent und so hat Paul das Thema aufgegriffen und in dieser dem NWOBHM angelehnten Nummer verarbeitet.

Akustisch eingeleitet wird das Stück durch lustig um das Lagerfeuer tanzende Indianer, so zumindest sehen meine Bilder vor dem geistigen Auge bei der Einleitung aus. Insgesamt ist 'Apache Falls' eine eingängige Nummer mit treibenden Drums und einem immer noch gut aufgelegten Paul.

Mit 'Angels Of Death' und 'Dead Eyes' gibt es die letzten beiden Stücke des Demos der Architekten.

Ihr wollt die Matte kreisen lassen? Kein Problem, denn die Uptempo-Nummer 'Murder Comes To Town' lädt förmlich dazu ein. Pauls Gesang kommt hier recht angepisst rüber und die Nummer ist nicht nur mitreißend, sondern nimmt einen förmlich gefangen, wie es sich für einen Marterpfahl gehört. Großes Kino!

"Und jetzt kommt mein Lieblingsstück" ruft Dom in den Raum und gleich zu Anfang wird klar, was der Grund dafür ist. Maschinengewehr-Stakkato-Drumming leitet 'Erase The World' ein und der Drummer treibt das Stück auch förmlich vor sich her. Die Stakkato-Nummer wird, weil sie schön war, natürlich nochmals eingestreut. Währenddessen freut sich Dom ein Loch in den Bauch.

Das letzte Stück hört auf den Namen 'Switched Off (Released)' und ist eine Nummer für die Romantik-Fraktion. Die Power-Ballade offenbart für mich überraschend, dass Paul auch die leisen Töne kann. Die Architekten haben hier zum Glück den Fehler vermieden, die Nummer in die Kitsch-Ecke abdriften zu lassen, außerdem wartet man mit einem schönen Instrumentalteil auf.

Nach dem offiziellen Teil kommt der Bonus-Track, der aus der Feder von Blackmore und Coverdale stammt und auf den Namen 'Soldier Of Fortune' hört. Diese schnulzige Nummer passt eigentlich nicht so ganz zu dem zuvor gehörten Material und fällt auch deutlich ab. Meine in den Raum geworfene Frage, wer sich denn diese Nummer ausgedacht hätte, entlarvt Paul als Schnulzenfan. Nun gut.

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Auch die Architekten legen eine ordentliche Listening-Session hin und wie Dom auf meine Nachfrage hin bestätigt, sieht er die Band aufgrund der guten Resonanzen auf die letztjährig abgefeierte Demo auf dem richtigen Weg. Ich kann dem nur zustimmen, denn das Material von "League Of Shadows" wirkt ausgesprochen ausgereift und hat seinen zwingenden Charakter. Zudem wirken die neuen Nummern wesentlich ausgefeilter und variabler, was nicht nur an der besseren stimmlichen Verfassung von Paul liegt. Ich gehe schwer davon aus, dass dies Debüt der Architekten Ende Mai reichlich Lob und auch hohe Platzierungen einfahren wird.

Weitere Information zu den Architekten findet ihr auf der Facebook-Seite der Band.

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