Iskandr - Euprosopon

Review von grid vom 03.10.2018 (2982 mal gelesen)
Iskandr - Euprosopon Eben noch SOLAR TEMPLEs "Fertile Descent" im Ohr gehabt, begegnet mir bei ISKANDR O erneut. Dort pflegt er ebenfalls einen weiterentwickelten Black Metal mit viel Atmosphäre, der sich aber von seinem Schaffen bei SOLAR TEMPLE abhebt.

2016 nahm ISKANDR Gestalt an in Form des ersten Langspielers "Heilig Land", der sich inhaltlich mit der Geschichte und fernen Vergangenheit der Stadt Nijmegen und der Beziehung zwischen Ort und Seele beschäftigt. Bei den griechischen Labels Mysterion und Arcane Angels und in Zusammenarbeit mit Haeresis Noviomagi wurde es in allen Formaten veröffentlicht. Noch im selben Jahr erschien die sich thematisch als auch musikalisch vom Debüt abhebende EP "Zon", die während der Sessions von "Heilig Land" geschrieben und aufgenommen wurde und die sich mit entheogener Erfahrung, asketischem Spiritismus und Isolation beschäftigt. Das räumliche Konzept der Vergangenheit wird nach innen gewandt und sucht in der eigenen Seele nach Erfahrung und Subjektivierung. Hat O diese beiden Alben allein eingespielt, wurde er beim zweiten Vollalbum "Euprosopon" von Mink Koops' unterstützt, der als Sessiondrummer fungierte als auch die Produktion begleitete. Und erneut verfolgt ISKANDR ein anspruchsvolles, thematisches Konzept. Der Albumtitel drückt die Unmöglichkeit des idealen Menschen aus und befasst sich mit der Notwendigkeit neue Konzepte des Hedonismus zu formulieren, um in einem Zeitalter der Entwertung Ideen von Streit und Sehnsucht zu bewahren.

Zeigt der Finger musikalisch auch auf die norwegischen Klassiker wie ENSLAVEDs "Eld", die "Dark Sorcery"-EP von AETERNUS und auf "… Again Shall Be" von HADES, folgt ISKANDR deutlich seinem eigenen Weg. Instrumentale Gitarrenpassagen fallen vornehmlich progressiv und unruhig aus, leben und atmen fordernde Komplexität. Der Hörer erfährt Beruhigung in den akustischen Gitarreneinlagen, die über kurze Einsprengsel hinausgehen und oft mehrere Minuten ausmachen und tranceartig und meditativ wirken. Das hervorstechende schwarzmetallische Moment ist der Gesang, der in all seiner höhlenartigen Verhalltheit schmerzhaft klagend als auch bestimmend das dominierende und fesselnde Element ist, das die Lieder rund macht.

Fazit: ISKANDR bewahren das Gleichgewicht zwischen Komplexität und Zugänglichkeit und lassen inmitten aller Vielschichtigkeit auch die dunkle und bedrohliche Note nicht zu kurz kommen.

Hier das gesamte Album:




Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Vlakte
02. Regnum
03. Verban
04. Heriwalt
Band Website: iskandr.bandcamp.com/
Medium: CD
Spieldauer: 44:44 Minuten
VÖ: 28.09.2018

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