Banner, 300 x 250, mit Claim


Moonreich - Fugue

Review von grid vom 24.07.2018 (3854 mal gelesen)
Moonreich - Fugue Auch auf ihrem vierten Langspielalbum halten MOONREICH am modernen Ansatz in ihrem Schwarzmetall fest und weichen nicht von herausfordernden Songstrukturen und Disharmonien jenseits des Gewohnten ab. Im Kern schwarzmetallisch ziehen MOONREICH während einer Dreiviertelstunde alle Register, um den Hörer in Atem zu halten, ihn irrezuleiten und dennoch flott zu unterhalten. Mit höherem Adrenalinspiegel - dank üppiger Blasts, zupackenden Riffs (keine Schrammelgitarren!) und Hardcore-affinen Gesang und Songstrukturen - pflügen sich MOONREICH durch "Fugue" und hinterlassen ein zerklüftetes Terrain, in dem Orientierung anfangs schwer fällt. Auf der anderen Seite reichen sie dafür einen Kompass aus genügend entspannend-leichter Melodien, die in ihrer anheimelnder Saitenschönheit heilen, was zuvor in Stücke ging.

An den Anfang haben MOONREICH einen harten Brocken gesetzt. Das stellenweise zerrüttete und nervös flackernde 'Fugue, Pt. 1: Every Time She Passes Away' ist eine Hürde, die genommen werden will. Wie wohltuend, dass MOONREICH anschließend auf das komplette Gegenteil setzen. 'Fugue, Pt. 2: Every Time The Earth Slips Away', dessen sanfte, von postschwarzmetallischem Glanz gefärbte Töne das aufgewühlte Innere trösten und den Weg ebnen, für die mittig platzierte, gebremste Schwere, in der sich packende Atmosphäre entfaltet. In der zweiten Hälfte des zehnminütigen Songs besinnen sich MOONREICH zwischen all der leicht zu fassenden Melodik auf eine feine Melancholie - und gegen Ende setzen sie sogar auf Groove, doch der beißende Gesang hält unnachgiebig dagegen. Ganz feiner Stoff und unbedingter Anspieltipp! 'With Open Throat For Way Too Long' ist ein brutaler, sperrfeuerartiger und tiefschwarzer Angriff, der derbe holzt und zum Ende hin versöhnlichere Töne anschlägt. Als Abräumer dürfte sich 'Heart Symbolism' im Konzert empfehlen, animiert der Song doch aller Aggression zum Trotz mit unverdeckter Lust zur Bewegung, auf dass die Haare nur so fliegen. Kurz: Das Teil sprüht vor massiver Energie und derber Kraft. Als ein Wechselbad erweist sich 'Carry That Drought Cause I Have No Arms Anymore', das immer wieder die Karte Post Rock-Melodie spielt und die harten Momente dabei mächtig aussticht. Das komplexe Zehnminutenepos 'The Things Behind The Moon' zeigt inmitten aller Ruppigkeit mysteriös-neblige Verspieltheit, die "Fugue" etwas abrupt ein Ende setzt.

Wie bei Les Acteurs de l’Ombre nicht anders zu erwarten, wird "Fugue" durch ein exzellentes Cover-Artwork abgerundet und kommt als Digibook-CD mit 1300-mal und als Doppel-LP in einer Auflage von fünfhundert Stück aus den Presswerken.

Zugegeben: Mehrere Läufe sind nötig, um Zugang zu "Fugue" zu finden. Doch je vertrauter das Album wird, desto mehr packt es. Wer sich darauf einlassen will, startet den Versuch:




Gesamtwertung: 8.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Fugue, Pt. 1: Every Time She Passes Away
02. Fugue, Pt. 2: Every Time The Earth Slips Away
03. With Open Throat For Way Too Long
04. Heart Symbolism
05. Rarefaction 07:09
06. Carry That Drought Cause I Have No Arms Anymore
07. The Things Behind The Moon
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 53:55 Minuten
VÖ: 15.06.2018

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten