Usnea - Portals Into Futility

Review von grid vom 25.09.2017 (3128 mal gelesen)
Usnea - Portals Into Futility USNEA kommen aus Portland (Oregon) und haben Schweres im Gepäck, nämlich ihren dritten Langspieler, der mit einer deftigen Mischung aus angeschwärztem Death/Doom und Sludge genährt wurde.

Die Amis zeigen sich im Umgang mit Dynamik als versierte Jongleure und setzen bedrückender Traurigkeit und brachialer Wucht ein gerüttelt Maß Feinatmosphäre entgegen. 'Eidolons And The Increate' holt aus wuchtigem Death/Doom und Shoegaze raus, was es für einen gelungenen Einstieg braucht, Kreischgesang und tiefes Todesgrollen tauchen alles in düstere Verzweiflung. Den stimmungsvoll-hypnotisch durchwehten Beginn von 'Lathe Of Heaven' ereilt ein Gewitter, allerdings übertreiben es die Jungs dann im Anschluss mit Wiederholungen, die sich in einer gefühlten Endlosschleife für meinen Geschmack zu lange winden, sodass der Blick nicht nur Richtung Schuhe, sondern auch zur Uhr wandert. 'Demon Hauted World' verirrt sich zu Beginn in chaotische Dissonanzen, rutscht dann ein Stückchen tiefer in die Doomgrube, aus der die tiefen Growls dafür umso tiefer tönen. Verzweifeltes Trotzgeschrei bringt den entscheidenden Pepp. 'Pyrrhic Victory' setzt weiträumig ebenfalls auf das vokale Spannungsfeld Grollen gegen Kreischen und findet erst in der Mitte in ruhigere Gewässer, um sich gegen Ende in eine Walze zu verwandeln. Allerdings fehlt das gewisse Etwas, das den Song länger im Gedächtnis hält. Ganz anders dagegen der Schlusstrack. Im fast zwanzigminütigen 'Crown Of Desolation' unterlassen UNSEA jegliche Wirrnisse und konzentrieren sich auf das massive Wegsackpotenzial hypnotisierender Mollakkorde und halten den Spannungsbogen mit beträchtlichem energetischen Einsatz konsequent auf hohem Niveau, was "Portals Into Futility" mit einem langen doch aufwühlend-intensiven Finale segnet.

Fazit: Die wohldosierte Trägheit und die ruppigen Gewitter, unter denen "Portals Into Futility" vibriert, hätten hier und da ein wenig mehr Feinjustierung vertragen. Vielgestaltiger Gesang und ruhige Passagen sorgen allerdings für bemerkenswerte Augenblicke. Doomster, die auch Death und Sludge abkönnen, erwartet ein gewaltiger Brocken.

Anspieltipp: 'A Crown Of Desolation'.

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Eidolons And The Increate
02. Lathe Of Heaven
03. Demon Haunted World
04. Pyrrhic Victory
05. A Crown Of Desolation
Band Website:
Medium: EP
Spieldauer: 55:41 Minuten
VÖ: 08.09.2017

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