Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2020
70000 Tons Of Metal 2020

A Sinister Purpose 2020

Hell Over Hammaburg 2020

Thränenkind - King Apathy

Review von Zephir vom 26.05.2016 (2726 mal gelesen)
Thränenkind - King Apathy Manch ein Post-Black-Metaller kannte THRÄNENKIND über die Split "Wiedersehen – unsere Hoffnung", die gemeinsam mit HERETOIR über Pest Productions veröffentlicht wurde. Das war 2010. Man verglich die in ihren ersten Jahren noch als Duo agierende bayerische Band folgerichtig mit den Augsburger Kollegen, ebenso mit Formationen wie LANTLÔS oder ALCEST. Das liegt eine Weile zurück, und zwischenzeitlich hat sich einiges getan. Nicht nur, dass das elegante schlanke Bandlogo, einstmals ganz im Stile der Post-BM-Bewegung, typographisch konkretisiert wurde. Mit dieser rein optischen Entgrenzung von den atmosphärisch-verträumten Vertretern der Sparte ging eine Entwicklung in Richtung Crustpunk und Hardcore einher, die möglicherweise seit der Gründung 2007 immer schon irgendwo latent in der Musik oder auch in den Ideen von THRÄNENKIND angelegt war: THRÄNENKIND wollten immer gegen den Strom schwimmen, stießen mit ihrer Eigenbezeichnung als "vegan straight-edge Metal" die ach so true-en Harteier vor den Kopf und bewiesen mit ihrem Debütalbum "The Elk" (2013), dass sie bei aller melancholischen Lebens- und Selbstreflexion durchaus auch harsche, widrige Töne anzuschlagen in der Lage sind.

Eine Steigerung dieser Entwicklung findet sich nunmehr auf dem zweiten Lodgplayer "King Apathy", veröffentlicht bei den Leipziger Lifeforce Records. Erzählte "The Elk" eine traurige Geschichte, spricht "King Apathy" nun eine ebenso traurige, dabei aber zornige, wütend-frustrierte Wahrheit aus. Sicher wähnen wir uns an vielen Stellen nach wie vor im Post Black, der mit einsam träumenden akustischen Gitarrentönen aufwartet, um schließlich mit ambientösem Tremolo-Riffing und Doublebass-Feuer (Drums: Emanuel) davonzuschwimmen. Opener 'Desperation' ist so ein Kandidat, ebenso 'Urban Giants', dessen melancholische, rhythmische Gitarrenriffs hier und da noch AGALLOCH-Anleihen erkennen lassen. Von den für Bands wie HERETOIR bis dato typischen Background-Vocals hat man sich aber offenbar verabschiedet. Vocalist Nils bewegt sich nach wie vor im Feld von Black und Hardcore, wie wir es auch bei HARAKIRI FOR THE SKY finden. Auch das zwischenzeitliche melodische Riffing der Gitarristen Max und Florian erinnert an die Österreicher, wie im Titeltrack 'King Apathy' oder in 'The Blood On Our Hands'.

Diese Vergleiche sind aber nur behelfsmäßiges Vehikel für jene, die THRÄNENKIND noch nicht kennen. Denn THRÄNENKIND klingen, wenngleich sich der Stil seit "The Elk" noch einmal leicht gewandelt (oder besser gesagt: präzisiert?) hat, deutlich nach THRÄNENKIND. Die Unverkennbarkeit ist sicher auch dem lyrischen Gehalt von sozialkritischer Aktualität geschuldet, der sich, wie soll es anders sein, in den mal melancholisch-depressiven, mal zornig-aggressiven Kompositionen wiederfindet. Paradebeispiel ist der Track 'Ghosts', zu dem ein berührendes Video produziert wurde, das in interdisziplinärer Verarbeitung die Kritik am rohen Umgang des Menschen mit Umwelt und Natur veranschaulicht. (Achtung, irgendwann Pipi in den Augen.) Hier spricht das Gewissen der Menschheit, an das gleichsam eindringlich appelliert wird. Mastermind Matthias (Bass) meint es bitterernst mit den Ideen von umweltbewusstem Anarchismus, von linker Achtsamkeit und grünem Ganzheitsgefühl. Auch das urban-ästhetische Artwork strotzt nur so vor Zweifel an der Urbanisierung. Und gerade weil THRÄNENKIND es ernst meinen, dringt immer wieder tiefer Schmerz aus dem desparaten Gebrüll von Sänger Nils, post-zivilisatorische Einsamkeit aus den eingesprochenen Passagen (so in 'Urban Giants', 'Vanishing Youth' und 'Homeruiner') und eine unausweichliche Eindringlichkeit aus den mal post-punkigen, mal Metal-gewitternden Drums: Wir sind dabei, uns zu ruinieren. Aber noch ist es nicht zu Ende.

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Desperation
02. King Apathy
03. Ghosts
04. Urban Giants
05. The Blood On Our Hands
06. Drifter
07. What We Believe In
08 .Smokestacks And Concrete Walls
09. Vanishing Youth
10. Homeruiner
Band Website: www.facebook.com/thraenenkind
Medium: CD
Spieldauer:
VÖ: 13.05.2016

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

26.05.2016 King Apathy(9.0/10) von Zephir

31.08.2013 The Elk(10.0/10) von Zephir

Interviews

13.09.2013 von Zephir

12.06.2016 von Zephir

Liveberichte

21.05.2016 Stuttgart (Jugendhaus West) von Zephir

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Heute veröffentlicht
Sick Society - URNØ1

Dame Silú De Mordomoire - A World Of Shadows

Arkheron Thodol - Rituals Of The Sovereign Heart

Raven Black Night - Run With The Raven

Convulse - Deathstar (Review spicken)

Thrust - The Helm Of Awe (Review spicken)

Niviane - The Ruthless Divine

Scardust - Strangers (Review spicken)

Occult Burial - Burning Eerie Lore

Malicious - Deranged Hexes (Review spicken)

Cynabare Urne - Obsidian Daggers and Cinnabar Skulls

Curimus - Garden Of Eden

Wytch Hazel - III: Pentecost (Review spicken)

Statues - Holocene

Them - Return To Hemmersmoor (Review spicken)

Evildead - United States Of Anarchy (Review spicken)

Xeno - Sojourn

Nether - Between Shades And Shadows

Witchtrap - Evil Strikes Again

Deep River Acolytes - Alchemia Aeterna

Khaima - Owing To The Influence (Review spicken)

Insidious Disease - After Death (Review spicken)

No Life On Earth - Into Fire We Burn (Review spicken)

Haunt - Flashback

Glacier - The Passing Of Time (Review spicken)

Cursed Blood - Taker Of Life

King Parrot - Holed Up In The Liar (Review spicken)

Legendry - Mists Of Time / Dungeon Crawler (Review spicken)

Jahbulong - Ecletic Poison Tones

Yawning Man - Live At Giant Rock

Carcass - Despicable

Asphyxiator - Trapped Between Two Worlds

Reverend - A Gathering Of Demons

Sacramentum - Finis Malorum

Celestial Season - The Merciful

Dead Head - Kill Division

Dead Head - Kill Division

Occult Burial - Burning Eerie Lore

Disgusting Perversion - Eternity Of Death

Violent Life Violent Death - The Color Of Bone

Fearsore - Wetworks

Serpents Of Secrecy - Ave Vindicta

Yaotl Mictlan - Sagrada Tierra Del Jaguar

Romasa - Insufferable Cave Of Rotting Aspiration

Hypnos (CZ) - The Blackcrow

Engst - Schöne neue Welt

Ice Nine Kills - I Heard They KILL Live!!

The Flower Kings - Islands

Ebony Archways - Taurus

Bring Me The Horizon - Survival Horror (Review spicken)

Schaut mal!