Nocte Obducta - Nektar, Teil 1: Zwölf Monde, eine Hand voll Träume

Review von Lord Fubbes vom 13.10.2004 (8129 mal gelesen)
Nocte Obducta - Nektar, Teil 1: Zwölf Monde, eine Hand voll Träume Was jubilierte mein ansonsten mit 08/15-Alben so gegrämtes kleines Herz, als im Redaktionsrundbrief eine Besprechung des neuesten Machwerks von NOCTE OBDUCTA ausgelobt wurde, zählen diese doch zu meinen absoluten Lieblingsbands und es ersparte mir das lästige Kaufen der Platte.

Eins vorweg: wer von Nocte bisher nur "Schwarzmetall" kennt und mag, wird von dieser Scheibe ebenso bitter enttäuscht sein wie von allen anderen Alben, denn statt rohem, (absichtlich) räudig produziertem Black Metal-Geprügel gibt es hier wie auch schon auf dem letzten Langspielopus "Galgendämmerung" stets melodischen, teilweise sehr getragenen, teilweise rasenden und vor allem sehr abwechslungsreichen Black Metal. Dennoch: "Nektar" erinnert weniger an "Galgendämmerung" denn an "Taverne", was auch gar nicht verwundert, stammen doch das meiste Material aus der Zeit, weswegen ich hinwiederum gar nicht so sehr überrascht bin, vieles wiederzuerkennen, war es mir doch immerhin ein Jahr lang vergönnt, bei den fünf Mainzelmetallern als sechster im Bund das Langholz zu zupfen. Nur mit dem Unterschied, daß ich jetzt endlich mal die richtigen Titel kennenlerne und nicht bloß obskure Arbeitstitel, von denen damals eh jeder seinen eigenen hatte ("Bathory", "Schritte", "De neue").

Dessen unbenommen bin ich trotzdem sehr beeindruckt: was im Proberaum damals schon sehr gut klang, tönt mit der nicht zu fetten, fast schon glasklaren (aber mit dem genau richtigen Quentchen Dreck) Produktion (endlich mal wieder ein Schlagzeug, daß so klingen darf, wie's halt klingt...) nochmals viel mächtiger, epischer, düsterer...
Dabei wechseln sich, wie bereits angedeutet, extrem ruhige Passagen (wie z.B. der Bongopart bei 'Des schwarzen Flieders Wiegenlied') mit rasendem Geknüppel ab, und zwischendurch gibt's immer mal wieder DORNENREICH-ähnliche (die einzige Band, die ich kenne, die auch nur entfernt so ähnlich klingt wie Nocte) Midtempomoshparts.

Die zwar hochkomplexen, aber dennoch sehr eingängigen (nein, das ist kein Widerspruch) Arrangements beweisen ebenso wie die Texte, daß Gitarrist Marcel nicht nur sein Instrument exzellent beherrscht, allerdings ist auch Beckshure Matze durch sein extravagant-kreatives Getrommele einen nicht unerheblichen Anteil am guten Gesamteindruck zu verdanken.

"Nektar Teil 1" ist übrigens so eine Art Konzeptalbum, allerdings ohne einen durchgehenden roten Faden, vielmehr widmet sich jedes der vier überlangen Stücke einer Jahreszeit, ohne daß die Texte inhaltlich untereinander verknüpft wären, was deren Qualität aber natürlich keinen Abbruch tut.

Insgesamt also das perfekte Album. Nur eins vermisse ich: die Wikingerchöre am Schluß von "Lenkte einsam meinen Schritt".

Gesamtwertung: 10.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
1.Einleitung: Zwölf Monde
2.Frühling: Des schwarzen Flieders Wiegenlied
3.Sommer: In einem Mittsommernachtsschatten / Nocte obducta
4.Herbst: Lenkte einsam meinen Schritt
5.Dezembermond
Band Website: www.nocte-obducta.de
Medium: CD
Spieldauer: 51:21 Minuten
VÖ: 19.07.2004

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