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Krieg - The Black House

Review von Opa Steve vom 10.06.2004 (2930 mal gelesen)
Krieg - The Black House Krieg's Musik ist primitiv. Mit simplen Strickmustern und Riffs ohne großartige Akkordwechsel schreiben sie Songs, die ohne Arrangement-Aufwände irgendwo im Bereich des undergroundigen Black Metals anzusiedeln sind. Normalerweise steht bei mir eine solche Rumpelkapelle kurz vor'm Verriss - spätestens, wenn sie alle Klischees der Reihe nach durchgehen und nur noch stilistische Dogmen wiederkäuen.

Aber Krieg sind anders. Dahinter steht eine Art "Gesamtkonzept" des Masterminds Imperial. Auch ohne die Notizen im Booklet hatte ich schon beim ersten Hören das Gefühl, dass es sich hierbei um eine ehrliche Interpretation dieses musikalischen Stils handelt - hier wird aus vollstem Selbstverständnis (und nicht aus Imagegründen) diese simple Form der Musik geschaffen. Die Erläuterungen im Booklet decken sich mit dieser Beobachtung. Brutal-stumpfe Musik als Form der Selbsttherapie. Nicht aufgesetzt, sondern wirklich glaubwürdig und ehrlich.

Die beinahe durchgehend roh geschredderte Musik mit gleichförmigen Blastbeats dienen als Kulisse für wilde Schreierei, die klingt wie irgendwie aus dem Keller. Zusammen mit der Geschichte über das "Schwarze Haus" aus den Albträumen des Hauptsongwriters und dem passenden düsteren Cover verfehlt diese Musik ihre Wirkung nicht. Um dies auszudrücken benötigt Imperial streckenweise nicht einmal Texte; viele Passagen z.B. aus "Fleshprison Monolith" oder "Fallen Princes Of Sightless Visions") werden lange Zeit einfach nur mit purer Schreierei unterlegt. Der Autor mag es verzeihen, dass man als mental ausgeglichener Mensch unweigerlich an das Haus aus Blair Witch Project denken muss, aber dies ist im positiven Sinne gemeint, denn der Zuhörer kann sich einer verstörenden Wirkung nicht entziehen. Auch erinnern mich die Schreie streckenweise an alte Songs von In The Wood, die schon mit einer ähnlichen Atmosphäre aufwarten konnten.

Das musikalische Konzept wird selten durchbrochen. Auffallend sind Soli mit Melodie an seltenen Stellen wie z.B. in "A Process Of Dying" oder das sehr grindige "Murder without the burden of conscience". Hinter letzterem wird man kontraststark mit einem völlig verwirrendem Akustikstück zurück auf den Boden geholt - ein Blick aufs Sleeve verrät, dass hier Velvet Underground's "Venus in furs" gecovert wurde. Starke Gänsehautnummer.

Völlig unpassend hingegen erscheint mir der Ausklang von "Sickening voices without speech". Die gewöhnliche Form der Heavy Riffs klingt für den Rest der Scheibe einfach zu bieder und sollte als Ausrutscher betrachtet werden.

Die Produktion der Scheibe ist sehr stumpf und billig. Streckenweise ("Fallen princes...") ist kaum noch ein Schlagzeug auszumachen. Auch hat man sich nicht die Mühe gemacht, diverse Timingprobleme auszubügeln. Bei diesem Seelenstriptease in musikalischer Form tut dies aber nichts zur Sache. Hier ist keineswegs mit orchestralen Arrangements, oder starken Melodiebögen zu rechnen - auch war nicht das Ziel, besonders true und undergroundig zu klingen. Das Ziel war eine ehrliche Selbstdarstellung - und die ist gelungen und eine echte Form von Kunst. Daher möchte ich dieses Album unter'm Strich nur ganz knapp unter dem gehobenen Drittel der Bewertungsskala eingliedern. Leser dieses Reviews werden selbst entscheiden können, ob diese Scheibe für sie interessant sein könnte.

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
Deconstructing the eternal tombs
Deviant
Nemesis
Fleshprison monolith
Fallen princes of sightless visions
A process of dying
Sickening voices without speech
Ruin under a burning sky
... without light
Murder without the burden of conscience
Venus in furs
Rooms
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 42:00 Minuten
VÖ: 15.03.2004

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10.06.2004 The Black House(6.5/10) von Opa Steve

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