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Mötley Crüe - Greatest Hits

Review von Elvis vom 28.11.2011 (2731 mal gelesen)
Mötley Crüe - Greatest Hits Es gibt kaum eine Band, die einerseits so notorisch bekannt und andererseits in vielen Kreisen so notorisch unterbewertet ist wie MÖTLEY CRÜE. Die vier mittlerweile staatsmännisch gereiften Herren Nikki Sixx, Vince Neil, Mick Mars und Tommy Lee haben vor allem in den 80ern in den USA die Rockwelt maßgeblich dominiert und zahllose Bands gewaltig beeinflusst. Es ist schwer, auseinanderzuhalten, ob Teile der Genialität der Band dem zeitweilig nicht anders als legendär zu nennenden Drogenkonsum geschuldet sind, oder ob MÖTLEY CRÜE nicht vielleicht sogar noch besser und größer gewesen wären, wenn ab und an ein paar Substanzen weniger durch die Venen aller Beteiligten geflossen wären. Gerade zu "Theater Of Pain" und "Girls Girls Girls" Zeiten würde ich das jedenfalls unterschreiben, denn so gut auch die Single-Auskopplungen sein mögen, hier ist auch einiges an nicht mehr als solider Kost zu finden, was die CRÜE an sich gar nicht nötig hat. Nun ja, damit genug der einleitenden Worte, denn kaum eine Band der letzten 30 Jahre kann so gut eine "Best Of" Compilation mit extremen Krachern füllen wie MÖTLEY CRÜE.

Das schon bekannte Material der "Greatest Hits" ist daher passend zum Weihnachtsgeschäft wieder einmal auf den aktuellen Stand gebracht worden, und bekommt zusammen mit den Wiederveröffentlichungen der Studioalben im Vinyl-Replica-Outfit eine Neuauflage spendiert. Die Zusammenstellung ist dabei gewohntermaßen ebenso makellos wie frei von nennenswerten Überraschungen. So ziemlich alles, was der MÖTLEY CRÜE-Neuling und Gelegenheitshörer erwarten darf und kann, ist hier versammelt. Die Mischung ist dabei ausgewogen, wobei der Schwerpunkt mit insgesamt fünf Songs ganz klar auf "Dr. Feelgood", dem zweifellos besten Album, liegt. Hier merkt man an der Hitdichte auch als unbedarfter Zuhörer schnell, dass die dem Album zugrunde liegende Nüchternheit das Ergebnis in stellare Sphären katapultiert hat. Insgesamt reiht sich Hit an Hit, sei es nun von den Anfängen bis zu den unterschätzten späteren Jahren. In der Gesamtbetrachtung fällt auf, dass 'Too Fast For Love' bereits die späteren Großtaten roh anzukündigen vermag, während insbesondere 'Afraid' vom ziemlich untergegangenen "Generation Swine" Album zeigt, dass MÖTLEY CRÜE auch in den dunklen Neunzigern noch großartige Songs schreiben konnten. Wer die an sich vorzugswürdige "Red White And Crüe" Compilation mit zwei CDs nicht kaufen kann oder möchte, bekommt netterweise die beiden sehr guten Songs 'Sick Love Song' und 'If I Die Tomorrow', die exklusiv dafür eingespielt wurden, mitgeliefert. Ehrensache ist natürlich auch, dass von der bislang letzten Studio-LP "Saints Of Los Angeles" (ein verdammt starkes Album, nebenbei gesagt!) der superbe Titeltrack in bester CRÜE-Manier vertreten ist. Ein bisschen Kaufanreiz liefert die Tracklist dabei dann auch noch für die harten Fans, denn 'The Animal In Me' ist als Remix-Version vorhanden, die zwar nicht enorm, aber doch ein bisschen von der Albumversion abweicht. Klangtechnisch klingt alles satt und frisch, so dass man hier musikalisch voll bedient wird (mehr Songs wären auch gar nicht möglich gewesen auf einer CD). Für die Fans ist jedoch die Deluxe-Version zu empfehlen, die mit einer DVD an Bord kommt, die exklusive Live-Videos für Europa (so jedenfalls der Pressetext) enthält. Da das Gesamtpaket zum Preis einer normalen CD angeboten wird, sicher keine schlechte Wahl, die Fans werden es jedenfalls zu schätzen wissen.

Für Neueinsteiger ist die "Greatest Hits" 2011-Version sicherlich eine perfekte Wahl. Der Überblick über das MÖTLEY CRÜE Gesamtwerk ist ebenso umfassend wie verlockend, sich näher mit den bösen Jungs einzulassen. Sammler dürfen immerhin auch bei der Deluxe-Version zugreifen und werden es tun. Und alle hoffen danach, dass sich Vince und Co. nach 2009 endlich wieder in Deutschland blicken lassen, am besten im grandiosen Package mit STEEL PANTHER und DEF LEPPARD, welches im Dezember durch UK tourt. Viel besser kann eine "Best Of" an sich als Einzel-CD nicht sein. Wer gleich tiefer einsteigen möchte, darf übrigens dennoch guten Gewissens gleich zu "Red White and Crüe" greifen, denn die Doppel-CD-Version der 2005er Compilation ist einfach tiefschürfender. Wer es jedoch knapp und knackig haben möchte, ist hier bestens bedient.

Gesamtwertung: 9.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Too Fast For Love (3:23)
02. Shout At The Devil (3:16)
03. Looks That Kill (4:09)
04. Too Young To Fall In Love (3:33)
05. Smokin In The Boys Room (3:28)
06. Home Sweet Home (4:01)
07. Wild Side (4:42)
08. Girls, Girls, Girls (4:30)
09. Dr Feelgood (4:51)
10. Kickstart My Heart (4:44)
11. Same Ol' Situation (4:14)
12. Don't Go Away Mad (Just Go Away) (4:41)
13. Without You (4:30)
14. Primal Scream (4:47)
15. Sick Love Song (4:19)
16. Afraid (4:09)
17. If I Die Tomorrow (3:42)
18. Saints Of Los Angeles (3:40)
19. The Animal In Me (Remix) (4:16)
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 1:18:49 Minuten
VÖ: 05.12.2011

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