Slingblade - The Unpredicted Deeds of Molly Black

Review von Elvis vom 11.11.2011 (3116 mal gelesen)
Slingblade - The Unpredicted Deeds of Molly Black  Schweden ist und bleibt der der Hort der europäischen Metal- und Rockszene der Neuzeit. Neben dem Powermetal- und Sleaze-Revival haben die Skandinavier jedoch auch klassischen Heavy Metal und Hard Rock im Angebot. Jedenfalls ist das der Plan, den SLINGBLADE aus Stockholm sich ausgedacht haben. Die vier Männer - davon allein drei Gitarristen - und ihre Sängerin Kristina Karlsson (von der Band bescheiden als weibliche Reinkarnation von Bon Scott beschrieben) haben alle ihre Erfahrungen gesammelt und legen nun mit dem konzeptionell angehauchten "The Unprecedented Deeds Of Molly Black" ihr auf bislang 500 Exemplare limitiertes Debütalbum vor.

Inhaltlich geht es um die Story einer jungen Priestertochter und ihre Taten vor ihrem unzeitigen Ableben. Mit Bon Scott würde ich Frau Karlsson stimmlich nicht direkt vergleichen, was ich jedoch durchaus als Kompliment verstehen möchte. Zum einen ist der liebe Verstorbene aufgrund seines vorzeitigen Abdankens in die ewigen Jagdgründe immer noch einer der am meisten überschätzten Sänger aller Zeiten, zum anderen finde ich die eher klare Stimme der Dame doch deutlich gefälliger als alles, was in die Richtung von Mr. Scott geht. Hoffen wir einfach mal, dass der Vergleich nicht auf eine Legendenbildung durch Ableben spekuliert. Gesanglich könnte man hier viel, viel eher an eine Joan Jett denken, was ja weiß Gott auch keine Schande ist. Nun ja, was bieten die Schweden uns denn hier sonst an? Zunächst einmal eine sehr feine und virtuose Gitarrenarbeit, die drei Äxte werden gekonnt und sinnvoll eingesetzt, von Überfluss kann man daher nicht sprechen, vielmehr von pointierten und hübschen Soli, die nie aufdringlich wirken. Die Musik ist eher grooviger Natur und hat eine ordentliche Hard- bzw. Heavy Rock-Schlagseite. Das Songwriting ist 80er-typisch, Strophe, Refrain und danach mal wieder ein Soli. Negativ wirkt das jedoch nicht, sondern passt, ebenso der Enthusiasmus der Band, den man doch an allen Ecken und Enden spürt. Die Geschichte wird ordentlich und mit verschiedenen Emotionen gut transportiert. Ordentlich ist das Ergebnis deswegen insbesondere für ein kleines Debüt geworden, auch gegen die Produktion ist nix einzuwenden. Man spürt das Potential und die Ambitionen, die SLINGBLADE hier haben. Dennoch spürt man ebenso, dass hier durchaus noch einige Luft nach oben ist, denn ein bisschen stark im gleichen Stil ist das Album doch gehalten. Mit ein bisschen mehr Ecken und und Kanten könnte hier noch mehr drin sein.

SLINGBLADE machen jedenfalls sehr viel richtig und liefern ein sauberes Debütalbum ab, mit dem sie einen guten Eidnruck machen. "The Unpredicted Deeds Of Molly Black" ist daher eine Empfehlung für alle Fans von groovigem 80er Rock und Metal. Frauen im Rockbereich können, auch ohne opernhaftes Geträller oder ein DORO-Klon zu sein, überzeugen.

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. The Nature Of Evil (4:33)
02. Back To Class (4:10)
03. Tie Her To The Cross (4:07)
04. The Demon (4:57)
05. Reverend's Daughter (4:34)
06. Slasher On The Loose (5:09)
07. Off The Hook (4:06)
08. This Dream Will End (7:21)
09. Molly's Death (4:20)
10. Give Back What You Borrow (4:39)
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 47:52 Minuten
VÖ: 11.11.2011

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