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David Shankle Group (DSG) - Ashes To Ashes

Review von Odin vom 09.06.2003 (3046 mal gelesen)
David Shankle Group (DSG) - Ashes To Ashes Wer kennt ihn nicht, den Mann am Sechssaiter? David Shankle hat zuletzt Manowar's Meisterstück "The Triumph of Steel" seine flinken Finger geliehen. Danach stieg er aus, um klassische und Jazz Gitarre zu studieren - ein Schelm, wer böses ahnt.

Die Erwartungshaltung ist ziemlich klar, wenn das DSG Debüt dieser Tage in die Läden kommt. Der Mann hat ein paar ebenfalls studierte und professionelle Musiker um sich versammelt, die dem Werk einen bitteren Beigeschmack von wenig Bodenständigkeit verleihen. Die Jungs sind aber doch alle ordentliche Rocker, wie sich herausstellt, und so gehen wir mal möglichst unvoreingenommen an "Ashes to Ashes" heran.

Der Titelsong als Opener kommt im Gewand x-ten Uptempo Power Metal Nummer nach Schema Eff daher. Ordentlich riffend geht es los, aber nichts erinnert mich an Shankle's Arbeit bei den Stahlmännern in den Ledertangas. Und dann der Sänger - huch, was ist das denn für ein Quaker? Das hatte man nicht erwartet, der hochtrabend angekündigte Profi klingt gewöhnungsbedürftig. Aber er versteht sein Handwerk, okay. In vielerlei Hinsicht erinnert mich DSG an JACOBS DREAM; die Stimme von Trace Edward Zaber könnte den Jungs aus ihrem bereits lange andauernend Dilemma um einen neuen Sänger helfen, könnten sie ihn für sich vereinnahmen, denn er klingt dem guten Dave ziemlich ähnlich. Auch ist er durch "Ashes to Ashes" schon mit dieser Art von atmosphärischen, in verschiedenen Stimmungen wildernden, progressiv angehauchten Power Metal Songs vertraut. Jetzt haben wir ja schon einiges verraten...

Track Nummer zwei hat es schon mehr in sich. 'A Raven At Midnight' rockt deutlich mitreißender, der Groove geht ins Gebein, hier herrscht Vater Rock'n'Roll. Erstes Highlight und immer noch einer meiner Faves der Scheibe.

Anschließend wird es trübe im Gemüt - die Witwe ist betrübt. Die düstere Atmosphäre und der Aufbau sowie Instrumentierung des Songs sind vergleichbar mit (ja, schon wieder) JACOBS DREAM in deren genialem 'Mad House Of Cain'. Gleich darauf geht es mit einer deutlich besser gelaunten Witwe weiter, die erstmal ordentlich in die Saiten haut und die Doublebass auspackt. Wieder ein ordentlicher Power Metal Song, dieses Mal mehr stampfend, der Nacken zuckt, das Bein eifert dem Bassdrum-Beat nach. Hier und auch in den anderen Songs blitzen immer wieder Keyboards auf, die ich anfangs nicht so angenehm empfand, weil sie den ansonsten sehr trockenen, rockigen Grundsound etwas verweichlichten, aber sie sind doch recht bedacht eingesetzt und harmonieren gut mit den Ausflügen des Meisters an der Gitarre. Die sind übrigens auch weit weniger ausladend als man sich vorstellen könnte (und wie sie z.B. bei Tolkki sind...).

Etwas bitter finde ich den anschließenden Versuch, eine Power-Ballade der Marke 'Master Of The Wind' zu schreiben. So ein großes Werk können nur wenige wiederholen. Mit 'Calling All Heroes' ist es David Shankle jedenfalls nicht gelungen; für mich klingt der Song etwas halbherzig, nicht so stimmungsgeladen wie er vielleicht gedacht war, vielleicht etwas zu schwülstig. Aber zum Glück geht es bald weiter mit dem Fluch des Pharao und entsprechend orientalisch angehauchten Keyboards. Die ziehen sich bald zurück und lassen den Hörer alleine mit einer Maiden mäßigen Nummer, die mich auch noch an andere Vertreter dieser groben Richtung erinnert [dass mich die alte Rübe immer wieder im Stich lassen muss... - Anm. d. vergesslichen Verf.]. Mehrstimmiger Chorus, etwas eintöniges Riff, aber solide gebaut.

Es folgt Highlight Nummer zwei, das mit einer Szenerie beginnt, die nach einer einsamen Kapelle klingt, Nebel liegt über dem Friedhof, die Glocke im Turm schlägt zweimal. Dann kehrt Ruhe ein, etwas bewegt sich. Ein tonnenschweres, tiefergestimmtes Riff erhebt sich aus einer Gruft, hintendrein folgt ein nackenbrechender Rhythmus auf den Drums und schließlich ein Sänger, der mit einer vielseitigen Stimme überrascht, die verschiedene Ausdrücke von heiser drohendem Flüstern bis zu inbrünstigem, lautem und hohem Gesang beherrscht.

Etwas mehr aufs Tempo geht es danach wieder mit 'Secrets' und 'Madness', die wieder mehr die klassischen Metal Eigenschaften im Kern tragen. Die Offenheit der Songwriter und das Können der Musiker wird aber immer wieder deutlich in knallhart akzentuiertem Spiel, exakten Breaks und zunächst etwas unklaren Strukturen, die man wohl am einfachsten mit den Jazz-Einflüssen abhakt. Mittlerweile legt David Shankle auch mehr Zeit in seine Soli und lässt sich auch schon mal auf ein Konzert mit den Keyboards ein.

'Back To Heaven' hält das Tempo, legt noch eine Portion Power Drumming drauf und kommt so mehr in die Richtung Speed Metal ala Gamma Ray oder auch Primal Fear. Die eigene Note wird aber nicht zuletzt durch die schlauen Keyboards und abwechslungsreiche Songarbeit wie zum Beispiel dem Tonartwechsel stehts gewahrt.

Nun wird wieder gestampft, aber bitte maskiert. Zaber klingt nochmal anders als bislang, kehliger, aber auch bissiger. Schönes Spiel mit mehreren Stimmen im Chorus. Danach hätte ich vom Titel her eigentlich eine extreme Eskapade des Saitenkillers erwartet. 'The Magic Of The Chords' ist aber ganz im Gegenteil erneut ein ruhiger Song, nachdenklich, vielleicht an Werke von VIRGIN STEELE erinnernd. Aber dann kommt sie doch noch, die große Demonstration. 'Voice Of Authority' steht ganz am Ende und somit werden es viele Leute nicht sehr oft oder gar nicht lange hören, da es erstmal eine lose Aneinanderreihung sinnloser, aber extremer Spielereien auf den sechs Saiten von David Shankle's Gitarre zu sein scheint. Der Mann hat was gelernt, keine Frage. Aber nicht, sich zurückzuhalten. Nun gut, es soll ihm gegönnt sein und die Positionierung ist ja nun auch sehr human und Skip-Tasten-freundlich.

Alles in allem ein nettes Album, ich hätte vielleicht etwas mehr erwartet. Mehr zwingende Songs, noch mehr Killer-Riffs. Aber mit zwei absoluten Highlights und einer ganzen Reihe erheblich rockender Metal Songs kann David Shankle doch nach 8 Jahren Abwesenheit wieder punkten.

Bleeding Songs: A Raven At Midnight, The Tolling Of The Bell, Madness

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Ashes To Ashes
02. A Raven At Midnight
03. The Widow's Grief
04. The Widow's Peak
05. Calling All Heroes
06. Curse Of The Pharaoh
07. The Tolling Of The Bell
08. Secrets
09. Madness
10. Back To Heaven
11. Masquerade
12. The Magic Of The Chords
13. Voice Of Authority
Band Website: www.davidshanklegroup.com
Medium: CD
Spieldauer: 59:25 Minuten
VÖ: 10.06.2003

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