Nordicwinter - A Hopless Dawn

Review von ReviewRalle vom 25.09.2026 (561 mal gelesen)
Nordicwinter - A Hopless Dawn Das kanadische Atmospheric/Depressive-Black-Metal-Ein-Mann-Projekt NORDICWINTER holt knapp ein Jahr nach dem letzten Album "Solitude" schon wieder ein heißes Eisen aus dem Feuer. "A Hopeless Dawn" ist der mittlerweile neunte Streich und erscheint am 25.09.2026. Neun Alben seit 2006 sind für viele Bands eine amtliche Leistung, aber acht davon sind seit 2020 erschienen - das nenne ich mal ein ordentliches Arbeitspensum! Das Bewundernswerte daran ist, dass hier vor allem trotzdem immer noch Qualität vor Quantität steht und jedes Werk seine Daseinsberechtigung hat, so auch "A Hopeless Dawn".

Optisch wartet NORDICWINTER wie gewohnt mit einem hervorragenden, fesselnden und dem Genre absolut gerecht werdenden Artwork auf. Alles beim Alten im Hause NORDICWINTER also? Nicht ganz! Was die Qualität angeht, definitiv: "A Hopeless Dawn" besticht durch eine wunderbare, unheimliche, dichte Produktion und einen phänomenalen Gitarrensound. Dennoch merkt man Unterschiede, vor allem zu den Frühwerken, denn der atmosphärische Black Metal-Anteil nimmt hier deutlich mehr Raum ein als der depressive Part. Das mag den einen oder anderen Fan vielleicht vor den Kopf stoßen, dennoch spürt und hört man NORDICWINTER zu jeder Sekunde klar heraus.

Auch wenn es weniger um innere Zerrissenheit geht und die Musik stattdessen eine tiefere Verbindung zur düsteren Naturromantik aufbaut - wie vergessene, einsame Landschaften oder das stille Ausharren der Unabdingbarkeit im Angesicht des Wissens, dass alles irgendwann ein Ende hat - zieht sie einen zielsicher in den Bann. Die Klänge ergießen sich wie ein schwerer Landregen über einen, der den Staub und Schmutz eines anstrengenden Tages abwäscht.

Wer brutalen, furiosen und wütenden Black Metal sucht, sollte mittlerweile wissen, dass er hier an der falschen Adresse ist. Hier regieren 48 Minuten lang verhängnisvolle, melancholische und traurig schöne Melodien. Die fast schon bittersüßen Keyboards und Choralgesänge ergänzen dieses Gefühl im Hintergrund perfekt. Die leidvollen Screams triefen nur so vor Weltschmerz, und gerade weil man kein Wort versteht, fügen sie sich wie ein weiteres Instrument nahtlos in das gesamte Klangbild ein. Natürlich gibt es neben den hauptsächlich langsamen und schleppenden Parts immer wieder kleine Geschwindigkeitsexplosionen, die nie fehl am Platz wirken, den Hörer am Schopfe packen und in den richtigen Momenten mitreißen. Diese Gewitterstürme tragen exzellent zur tristen, trostlosen Atmosphäre des Albums bei. Immer wenn sie wieder abflachen, fühlt man sich allein in die Dunkelheit zurückbefördert - als warte man hoffnungsvoll auf einen Sonnenaufgang, der einfach nicht kommen mag, um den Bogen zum Albumtitel zu spannen.

Evillair, der Kopf hinter dem Projekt, weiß einfach genau, was er tut, und das merkt man von Sekunde eins an. Im Atmospheric und Depressive Black Metal hat sich NORDICWINTER schon längst einen Namen gemacht, und „A Hopeless Dawn“ wird sicherstellen, dass dieses Projekt im Genre noch mehr Gewicht bekommt.

9/10

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Umbral Nocturne Part I
02. Elegy For The Sun
03. Requiem For The Forgotten
04. When Silence Speaks
05. Nocturne In Gray
06. The Void's Lament
07. Beneath Frozen Skies
08. Umbral Nocturne Part II
Band Website: nordicwinter.bandcamp.com/
Medium: CD
Spieldauer: 48:00 Minuten
VÖ: 25.09.2026

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