Peisithanatos - Cityscape Depression

Review von ReviewRalle vom 04.09.2026 (603 mal gelesen)
Peisithanatos - Cityscape Depression Habe ich schon mal erwähnt, dass ich eine Vorliebe für italienischen Black Metal aller Art entwickelt habe? Nun, eine rein italienische Depressive/Post Black Metal-Band ist die Truppe mit dem altgriechischen Namen PEISITHANATOS nicht, denn die zweite Hälfte des Duos stammt aus dem sonnigen Mexiko - woher auch sonst. Soll mir noch mal einer erzählen, dass Black Metal Musik für Menschen aus Schlechtwetter-Regionen ist! PEISITHANATOS beweisen gekonnt, dass Depressive Black Metal auch aus sonnigen Ländern und Gemütern stammen kann.

Das Duo besteht aus den beiden Musikern Delirios (Mexiko), der für alle Instrumente, Kompositionen sowie das Mixing und Mastering verantwortlich ist, und V (Italien), der die Vocals sowie die Texte beisteuert. Auch wenn die Herkunft der beiden Männer nicht unbedingt genretypisch ist, passt der Name wie die Faust aufs Auge. PEISITHANATOS bedeutet auf Deutsch "Der den Tod Einredende" - das war der Beiname des antiken Philosophen Hegesias von Kyrene. Seine Schriften über die Sinnlosigkeit des Lebens sollen so düster und trist gewesen sein, dass sie in historischen Städten des alten Griechenlands, wie beispielsweise Alexandria, verboten waren und nicht vorgetragen werden durften. Sonnige Aussichten also.

Das Album "Cityscape Depression" stellt das Debüt der 2025 gegründeten Band dar und ehrlicherweise macht die Fotografie des Artworks alleine schon depressiv. Was für ein freudloses Foto von kalten, hässlichen Gemäuern! Genau das Richtige also für diese Art von Musik. Die sieben Songs des am 19.01.2026 (digital, am 11.04. dann physisch) erschienenen Albums kommen zusammen auf etwas mehr als 31 Minuten Spielzeit.

'Sorrow Prologue' eröffnet die Platte direkt mit tristen, langsamen und sanften Gitarren, die von einem verhaltenen Schlagzeug begleitet werden. Dazu gesellen sich sehr verzweifelte, hoffnungslose Screams, welche die Instrumente im positiven Sinne übertönen und das Zepter an sich reißen. Spannend ist dabei der Gesangsstil: Statt des im DSBM oft üblichen, schrillen Wimmerns setzt V auf emotional aufgeladene, aber erstaunlich direkte und saubere Screams, die klanglich eher im Post Black Metal zu Hause sind. Dass das Schlagzeug und der Bass im Opener noch so leise in den Hintergrund gemischt sind, mag manch einen stören, aber irgendwie geht die Rechnung auf, denn die Gitarrenmelodien und der Gesang wirken so noch stärker.

So geht es aber nicht das ganze Album weiter: Der Sound ab dem zweiten Song wird klarer, heller und im Vergleich zum Opener auch etwas wärmer - natürlich bewegen wir uns aber immer noch fernab von einer Hochglanzproduktion. Dafür klingen die Gitarren jetzt noch deutlicher, vor allem das Schlagzeug wirkt viel druckvoller und auch der Bass ist nun aktiv zu vernehmen. Das nimmt den Gitarren und dem Gesang natürlich etwas Platz weg, aber das Konzept geht auf, denn der Sound wirkt wie aus einem Guss. Eine coole Idee, mit einem so reduzierten Song wie 'Sorrow Prologue' zu starten, ist es aber allemal.

Grundsätzlich schafft es "Cityscape Depression", eine schwere, melancholische Grundstimmung aufrechtzuerhalten - gerade durch die starken, verzweifelten Screams. Was das Werk zu einer wirklich lohnenswerten Scheibe macht, sind aber die kleinen Hoffnungsschimmer, die immer wieder durch schöne, unter die Haut gehende und trotz all der Düsternis Wärme und Hoffnung ausstrahlende Leadgitarren erzeugt werden. Das funktioniert vor allem in 'Musings Of My Deterioration' ganz hervorragend, nur leider ist dieser Song der kürzeste des Albums.

Schade, aber kein Beinbruch, denn auch die restlichen Tracks schaffen es, diese wirklich wichtige Wirkung im Depressive/Post Black Metal zu versprühen. Dass die Platte und die Songs dabei so kompakt ausfallen, ist eine angenehme Abwechslung, denn so hat man sich in kurzer Zeit den Weltschmerz von der Seele gewaschen und die einzelnen Lieder laufen nicht Gefahr, sich in atmosphärischen Spielereien zu verzetteln und den Faden zu verlieren.

PEISITHANATOS liefern mit "Cityscape Depression" ein wirklich gutes Debüt ab, das trotz seiner Genres erfrischend kurzweilig daherkommt und sich kaum abnutzt. Genre-Fans sollten sich dieses Duo definitiv auf die Merkliste setzen!

8/10

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Sorrow Prologue
02. Asphalt Negativity
03. Musings Of My Deteriation
04. Cityscape Depression
05. Towards The Reach Of An Enchanted Suicide
06. Nocturnal Hallucinosis
07. Corridors End
Band Website: instagram.com/peisithanatosdsbm/
Medium: CD, Digital
Spieldauer: 31:28 Minuten
VÖ: 19.01.2026

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