Pseudobiblion - Index I | |
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| Review von Froosti vom 24.08.2026 (761 mal gelesen) | |
Dass Horrorgeschichten die Grundlage vieler Metal-Bands bilden, ist kein großes Geheimnis. Besonders im Death Metal wird dies häufig als Aufhänger für Alben genutzt. Dabei liegt das Augenmerk meist auf den brutalen Metzelorgien, wo die Körperteile wie Konfetti fliegen. PSEUDOBIBLION gehen das etwas subtiler an und widmen sich lieber den okkulten, paranormalen und abgedrehten Geschichten von Edgar Allan Poe, H. P. Lovecraft oder Abraham Stoker. Reicht das Debüt "Index I", um die Death Metal-Gemeinde auf ihre Seite zu ziehen, oder bleibt die Scheibe doch ein Fall für die tiefste Nische?Von Anfang an zeigen PSEUDOBIBLION, dass sie das richtige Gespür für den Aufbau eines Spannungsbogens haben. Wo andere Gruppen des Genres direkt losrumpeln, lassen sie sich Zeit und eröffnen das Album mit einem ausgiebigen, atmosphärischen Intro. Das Stück könnte auch aus einem der zahlreichen Lovecraft-Hörspiele stammen und sorgt direkt für die richtige Stimmung. Auch musikalisch beweist die Band Treffsicherheit. Wir befinden uns tief im Death Doom der alten Schule, der mit einer Prise Gothic veredelt wird. Aus jeder Pore trieft der Spirit der 90er-Jahre. Dabei liegt der Fokus allerdings nicht auf der totalen Langsamkeit, sondern auf einer finsteren, intensiven Atmosphäre. Stellenweise geht es sogar in den flotteren Midtempo-Bereich, was für mich eine willkommene Abwechslung im Genre ist. Einfach zu viele Gruppen kämpfen um den Titel der langsamsten Band. Wie es sich für eine Oldschool-Band gehört, kann man auch bei der Produktion keinen glattgebügelten Studiosound erwarten. Knarzig, herrlich roh, aber differenziert genug, um den einzelnen Instrumenten ihren Raum zu geben, scheppern die einzelnen Songs aus den Boxen. Besonders der Bass bekommt endlich den Raum, den er verdient. PSEUDOBIBLION lassen ihn nicht tief im Hintergrund versinken, sondern stellen ihn demonstrativ weit nach vorn, wo er knarzend und schwerfällig die Atmosphäre von "Index I" hervorragend unterstreicht. Darüber bewegen sich sägende Gitarren, die mal fette Riffs, mal melancholische, flirrende Melodieläufe anbieten. Um dem Ganzen ein stabiles Fundament zu bieten, liefert das Schlagzeug dann ein simples, aber songdienliches Spiel. Der finsteren Atmosphäre passt sich der Gesang nahtlos an. Rohe, tief aus der Magengegend kommende Growls drücken brutal auf uns ein, ohne dabei die klare Artikulation zu verlieren. Passend zum schleppenden Sound werden die Vocals oftmals langgezogen, wodurch die Atmosphäre um eine okkulte, ja fast schon böse sakrale Note bereichert wird. Auch die beiden Sänger sorgen für etwas Abwechslung. Stellenweise werden geflüsterte oder auch gequälte Passagen eingebaut. Besonders die gequälten Vocals erinnern oft an rohen Black Metal und treffen bei mir genau ins Schwarze. PSEUDOBIBLION haben mit ihrem Debütalbum "Index I" den Spirit der 90er-Jahre wieder aufleben lassen, ohne dabei als reine Kopie zu enden. Mit einer bestechenden Atmosphäre und dem rohen Sound haben sie mich bereits beim ersten Durchlauf gefangen genommen. Ob sie es allerdings bei der breiten Masse der Death Metal-Gemeinde schaffen werden, ist fraglich. Dafür bewegen sie sich etwas zu sehr in einer Nische. Wer allerdings auf die abgedrehten Geschichten Lovecrafts sowie auf Bands wie GROTESQUE oder die frühen DARK TRANQUILLITY steht, sollte diesem Album eine Runde auf dem Plattenteller gönnen. Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. The Upper Berth 02. The Oval Portrait 03. Memory 04. Green Tea 05. The Judge's House 06. Markheim 07. Oh, Whistle, And I Will Come To You, My Lad | Band Website: facebook.com/Pseudobiblion.official Medium: CD Spieldauer: 38:46 Minuten VÖ: 03.07.2026 |
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Dass Horrorgeschichten die Grundlage vieler Metal-Bands bilden, ist kein großes Geheimnis. Besonders im Death Metal wird dies häufig als Aufhänger für Alben genutzt. Dabei liegt das Augenmerk meist auf den brutalen Metzelorgien, wo die Körperteile wie Konfetti fliegen. PSEUDOBIBLION gehen das etwas subtiler an und widmen sich lieber den okkulten, paranormalen und abgedrehten Geschichten von Edgar Allan Poe, H. P. Lovecraft oder Abraham Stoker. Reicht das Debüt "Index I", um die Death Metal-Gemeinde auf ihre Seite zu ziehen, oder bleibt die Scheibe doch ein Fall für die tiefste Nische?
