The Limit - Another Drop

Review von Damage Case vom 13.08.2026 (594 mal gelesen)
The Limit - Another Drop In meinem Review zum Debütalbum "Caveman Logic" schrieb ich vor fünf Jahren, dass Ex-Knacki Bobby Liebling (hauptberuflich Alleinherrscher der Semi-Legende PENTAGRAM) ein Arschloch sei, und dass THE LIMIT brauchbaren Proto-Punk spielen. Beides trifft 2026 immer noch zu. "Another Drop" klingt nicht nur wie die logische Fortsetzung der Bandgeschichte, nein, die 15 brandneuen Songs verfeinern und festigen den Bandsound. Und Mist, auch wenn man Liebling einfach nicht mögen möchte, THE LIMT rocken wie Hölle und machen gute Laune! Wie bei vielen anderen Bands, die ihren Sound gefunden haben, sorgt dieser auch auf "Another Drop" dafür, dass, wenn man sich als Fan hierfür erwärmen kann, keine Ausfälle auf diesem Album zu verzeichnen sind. THE LIMIT rocken sich eine gute Dreiviertelstunde durch ihr New York der 1970er - mal schneller, mal langsamer, mal ruppiger, mal geschmeidiger. Doch alle Titel gehen geschmeidig durch die Gehörgänge.

Wenn man überlegt, dass Liebling (72) ob seines katastrophalen Lebenswandels inzwischen aussieht wie halbtot beziehungsweise zerbrechlich wie altes, mürbes Laub, das keiner zusammengekehrt hat, so überrascht es umso mehr, welche Töne er seinen abgenutzten Stimmbändern entlockt. Diese sind nämlich leider(!) ganz vorne dabei, hinsichtlich Credibility und Asi-Wohlfühlfaktor. Einen besseren Straßenhund hätte hier niemand vors Mikro zerren und die Texte einbellen lassen können. Zu Songs, die Co-Bandchef und NY-Punklegende Sonny Vincent (TESTORS), übrigens ein Jahr älter als Liebling, aber locker 20 Jahre unverbrauchter aussehend, seinem Sänger auf den Leib schreibt. Dabei mussten sich Sonny und Bobby eigener Aussage nach erst einmal zusammenraufen - kein Wunder, denn nicht wenige ehemalige Weggefährten berichten gerne, dass man es mit dem (Ex-?)Junkie Liebling nicht länger als die Dauer einer Metro-Fahrt von Brooklyn in die Bronx aushält. So war das erste Album noch geprägt von Misstrauen und Revierkämpfen, während die neuen Songs in einer ganz neuen Harmonie und als Ergebnis echter Teamleistung entstanden. Dazu trug wahrscheinlich auch das über die beiden Bandleader hinausgehende und fast komplett runderneuerte Begleitpersonal bei: Am Schlagzeug spielt diesmal Sonnys Kumpel Alex Schwers (SLIME), der hauptberuflich als Tontechniker arbeitende Alex Farrar bedient den Bass. Nur Fabian "Dee" Dammers (U.D.O.), der zweite Deutsche im Bandgefüge, spielte bereits auf "Caveman Logic" Gitarre. Dass Sonny Vincents persönlicher Freund BILLY IDOL-Gitarrist Steve Stevens ein Gastsolo in 'Part Two, Screw You' besteuerte, dient dem Album eher, als dass es ihm schadet.

Fazit: Das hier ist definitiv Musik von (körperlich) alten Knackern für (mental) alte Knacker. Das soll nichts über die Qualität aussagen, denn wer seinen Proto-Punk gemäßigt in alten Großtaten schwelgend und mitschunkeltauglich braucht, ist bei THE LIMIT auch mit dem zweiten Album bestens bedient. Verdammt … "Another Drop" ist einfach nur geil und eine echte Steigerung zum Debüt!

Anspieltipps gibt es eine Menge, genannt seien hier beispielhaft: 'Another Drop Of Blood' (toller Einstieg, toller Chor, Song nimmt direkt mit), 'Just A Calling Card' (lässige Schunkelnummer), 'Stalemate' (hat eine ordentliche MOTÖRHEAD-Schlagseite), 'Part Two, Screw You' (coole Melodie, griffige Hook). 'Over A Cliff' (klingt original wie versiffter Proberaum) 'Unchained' (echtes Highlight zum Rausschmiss).

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Another Drop Of Blood
02. Don't Say Try
03. Reverb In My Soul
04. Know Your Indecision
05. Just A Calling Card
06. Social Eyes
07. Stalemate
08. Sidetracked
09. Part Two, Screw You
10. Over A Cliff
11. Cause Of Mystery
12. Fall Down, Get Up
13. Panzer
14. Tryptophan
15. Unchained
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 42:39 Minuten
VÖ: 31.07.2026

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