Mattador - III

Review von Stormrider vom 12.08.2026 (545 mal gelesen)
Mattador - III Als MATTADOR 1988 das erste Mal auf der musikalischen Bildfläche auftauchten, da hatten sie noch einen Exotenbonus. Heute in unserer vernetzten Welt, in der jeder an jedem Ort der Welt Musik machen kann und diese dann auch veröffentlicht, verpufft dieses exotische Element natürlich ziemlich. Dass sich die Puerto Ricaner nach ihrer Auflösung 1995 aber nochmal zusammenfinden würden, hatte wohl trotzdem keiner auf dem Schirm. Ist aber 2022 Realität geworden und nach dem Comeback liegt nun mit "III" auch eine neue Scheibe vor. Und die Herren legen mit 'Awake' zunächst auch einen ziemlich fulminanten Start hin. Der Track kommt mit knackigem, fast schon modernem US-Metal-Einschlag um die Ecke und macht klar, dass man nicht vorhat, einfach nur im nostalgischen Hard Rock vergangener Tage zu wühlen. 'Black Water' schiebt einen guten Schuss Hard Rock in den melodischen Metal, während 'Out For Blood' mit Power Metal-Attitüde, feinem Solo und einem Refrain zum Mitsingen weiter ordentlich Punkte auf der Habenseite sammelt. Bis hierhin läuft das ziemlich gut rein, muss man wirklich sagen.

Dann allerdings beginnt "III", ein wenig die Orientierung zu verlieren. 'Say You'll Stay' fährt die Härte runter und serviert eine Ballade, deren Lyrics schon ziemlich tief in der Käsekiste wühlen. Nicht katastrophal, aber nach dem furiosen Auftakt schon ein kleiner Dämpfer. 'Levitate' legt anschließend (leider) noch eine Schippe Popappeal drauf und ist ein mäßiger Radio-Singalong. Man fragt sich im Laufe der Zeit, ob wirklich dieselbe Band am Werke war, so unterschiedlich spielt man sich in der Folge durch die Genres. Musikalisch alles auf solidem Niveau, aber eben doch recht heterogen. 'Crawling' ist natürlich mitnichten ein LINKIN PARK-Cover, schiebt die Kuh nochmal ein wenig vom Eis und rockt mit deutlichem LED ZEPPELIN-Flair. Zumindest in meinen Ohren hat hier 'Whole Lotta Love' deutlich Pate gestanden. Und wie es sich gehört, wird der Song mit einem gelungenen Gitarrensolo garniert. Daneben gibt es mit 'Portal' noch einen soliden Instrumentalrocker und mit 'Moksha' noch einen Farbtupfer, der wahlweise spirituell oder folkloristisch angehaucht gesehen werden kann.

Unterm Strich ist "III" ein Comeback mit Licht und Schatten. Die ersten drei Songs sind richtig stark, 'Crawling' hat auch seine Momente. Aber es ist nicht alles stimmig ausgefeilt und nicht jeder Track funktioniert im Gesamtbild. Nach dem Auftakt ist das durchaus etwas schade, denn gerade die organische Produktion und die hörbare Spielfreude stehen MATTADOR gut zu Gesicht. Sänger Michael Villegas überzeugt durchgehend, die Gitarrenarbeit ebenfalls und so bleibt man am Ende mit dem Eindruck zurück, dass hier irgendwie mehr drin gewesen wäre, wenn man einfach den Weg des Eröffnungstriples konsequent zuende gegangen wäre.


Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Awake
02. Black Water
03. Out For Blood
04. Say You'll Stay
05. Levitate
06. Crawling
07. Same Kind Of Crazy
08. Falling Backwards
09. Portal
10. Slow Down
11. Moksha
12. No Way Out
Band Website:
Medium: CD, Digital
Spieldauer: 46:34 Minuten
VÖ: 19.06.2026

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