Pylar - Delyrio

Review von Froosti vom 03.08.2026 (553 mal gelesen)
Pylar - Delyrio Geschichten rund um das Weltall in all seinen Facetten sind seit Beginn des Metal Grundlage vieler Bands und Platten geworden. Vor allem in den Bereichen Stoner, Doom und Psychedelic ist das Thema weit verbreitet. PYLAR bewegen sich in der Schnittmenge aus Doom, Black Metal und einem obskuren Mix aus Noise, Ambient und Drone. Dabei sind die Spanier auch fleißig unterwegs und haben seit 2013 bereits stattliche acht Alben veröffentlicht. Mit "Delyrio" steht eine neue Platte im Regal und wartet nur darauf, uns in die Welt des kosmischen Horrors zu ziehen. Dieser wilde Mix entpuppt sich allerdings als keine leichte Kost.

Die vier Songs des Albums funktionieren nur, wenn man sie als Einheit betrachtet und sie komplett anhört. Im Vergleich zu anderen avantgardistischen Projekten aus der Doom-Szene bildet der Metal-Anteil bei PYLAR nicht das Rückgrat der Band. Klangwelten und Soundwände aus Noise und Ambient spielen hier eine deutlich größere Rolle. Von statischem Rauschen über sphärisch wabernde Keyboards bis hin zu drückendem Dröhnen wird alles geboten, was eine packende Weltraum-Atmosphäre ausmacht. Auch wenn die Songs alle eine beachtliche Länge haben, gewinnen sie schnell an Dynamik. Das ist mal ein angenehmer Kontrast zu den sonst ausufernden Ambient-Spielereien anderer Genre-Kollegen. Allerdings sind all diese Dinge, auch wenn sie gut umgesetzt sind, keine Neuheiten und könnten so auch auf anderen Alben stehen.

Auf dieser soliden Basis bauen die Instrumentalisten dann eine vertrackte Doom-Walze auf. Mit melodischen Leads erschaffen sie Stück für Stück eine gewaltige Soundwand, bis sie mit schweren Riffs auf uns zukommt. Immer wieder nimmt die Band etwas Fahrt raus, nur damit sich das Ungeheuer erneut aufbäumen kann. Schlagzeuger Gamahboz besitzt genau das passende Gespür für diese Art von Musik und setzt punktgenau die richtigen Akzente, um der Wucht Ausdruck zu verleihen. Um das Ganze noch etwas zu verfeinern, finden auch eine Violine und eine Mandoline ihren Platz auf dem Album. Wer aufmerksam zuhört, kann also viel entdecken.

Bei den Vocals orientieren sich PYLAR stark am Black Metal der okkulten Sorte. Sakraler Gesang trifft auf finsteres, ausgedehntes Gekeife. Verzweifelte, leidende Schreie dürfen natürlich auch nicht fehlen. Oft verkommen die Stimmen dabei zu beschwörenden Litaneien, die stark verhallt wie ein weiteres dröhnendes Instrument im Raum stehen.

"Delyrio" ist mit Sicherheit keine leichte Kost und bedarf einiger Zeit, um seine Wirkung voll zu entfalten. Auch wird das Album viele Metal-Fans überanstrengen und abweisen. Wer sich die Zeit nimmt und einen Hang zu vertrackter, atmosphärischer Musik hat, wird mit diesem Album einen intensiven Trip erleben.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Apoteosis
02. Adoración
03. Enajenación
04. Enardecimiento
Band Website: pylar.bandcamp.com
Medium: CD, LP
Spieldauer: 38:35 Minuten
VÖ: 10.07.2026

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