Jimmy Martin - Past To Present | |
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| Review von Stormrider vom 16.07.2026 (603 mal gelesen) | |
Der Luxemburger JIMMY MARTIN kann auf eine stattliche vierzigjährige Karriere zurückblicken, in der er mit vielen musikalischen Größen auf unterschiedliche Art zusammengearbeitet hat. Die bekanntesten Namen dürften dabei wohl RICK SPRINGFIELD und ROBIN BECK sein. Nun legt Jimmy mit "Past To Present" eine entsprechende Werkschau vor. Vier Jahrzehnte eigenes Schaffen auf einem Album zu konsolidieren, ist dabei erwartungsgemäß keine einfache Aufgabe und so fühlt man sich nach den 20 Songs ein wenig ratlos zurückgelassen, oder so, als hätte man gerade eine bunte Compilation gehört. Denn zwischen typischem 80er-AOR, 90er-Radio-Pop und vielen Balladen reicht der Mix bis hin zum Dancefloor. Der Opener, 'Mystery Girl' serviert noch typisch nach den Achtzigern klingenden AOR. Jimmys weiche Stimme harmoniert angenehm mit den knackigen Gitarren und macht Lust auf mehr. Leider driften die nächsten Songs in sehr seichten Radio-Pop ab, der oft derart cheesy geraten ist, dass der Zuckerguss förmlich die Gehörgänge verklebt. Dazu kommen dann Lyrics, die vor (Liebes-) Klischees nur so triefen. Dass Jimmy den 1993er-Beitrag zum Eurovision Song Contest ('Donne Moi Une Chance') co-komponiert hat, zeigt vielleicht die Zielgruppe. Denn das war noch lange bevor LORDI oder sonstige Hard Rocker oder Metalbands sich dort präsentieren durften. Alles nett, aber eben zumeist auch genau das. Vieles bleibt so glatt, dass es nach wenigen Minuten wieder vergessen ist. Gut, fairerweise muss man sagen, dass wir hier beim Bleeding4Metal auch wirklich nicht die direkte Zielgruppe für die gebotene Musik auf "Past To Present" sind.Dennoch kann man sich dem Werk ja versuchen unvoreingenommen zu nähern, und da zieht sich ein Thema ein wenig durch das Album. Viele Refrains setzen auf gefühlt endlose Wiederholungen. 'Driving Through The Pouring Rain' ist dafür das Paradebeispiel. Einmal eingängig? Ja. Dauerhaft spannend? Eher nicht. Dazu kommen zahlreiche Balladen, die oft an bekanntere Vorbilder erinnern. 'When Your Smile Fades Away' weckt beispielsweise starke Erinnerungen an 'Carrie' von EUROPE, ohne jedoch dessen emotionale Tiefe zu erreichen. Der bekannteste Track dürfte aber ohnehin 'Love Somebody' von beziehungsweise mit RICK SPRINGFIELD sein, den die beiden gemeinsam nach dem Erfolg aus den Achtzigern noch mal aufgenommen haben. Leider bekommt der eigentlich coole Track einen Tanzbeat verpasst. Ahhh… Nein! Das Duett 'I Wish You Were Here Tonight' mit ROBIN BECK funktioniert dagegen recht ordentlich. Gegen Ende liefert das Album dann auch etwas rockigeren Stoff. 'Break Free' und 'Born To Run' und insbesondere 'Woman Like You' (stärkster Song, wenn auch mit unfassbar kitschigen Lyrics) zeigen zumindest stellenweise, dass auch ein Rocker in JIMMY MARTIN steckt. Leider gibt es mit 'Superhero' noch einen echten Fußnägelhochroller-Dancefloor-Ausflug, und die 'My Sharona'-Version mit TONY CORLEONE setzt dem Ganzen mit Tanzbeats und Rap-Part die negative Krone auf. Muss man nicht unbedingt gehört haben. Für Metaller oder Hard Rocker ist hier in Summe zu wenig zu holen. Der Großteil der Songs ist beliebiger Pop, der zum einen Ohr hinein- und zum anderen direkt wieder hinauswandert. Songs mit echtem Bleeding4Metal-Potenzial finden sich leider nur in homöopathischen Dosen. Daneben merkt man den Songs bisweilen ihr Alter und die Zeit, in der sie geschrieben wurden, doch sehr deutlich an, auch wenn vieles noch ein wenig aufpoliert und produktionstechnisch entstaubt wurde. Am Ende bleibt, zumindest in unserem musikalischen Universum, von "Past To Present" also vor allem der Respekt für eine beeindruckende 40-jährige Karriere. - ohne Wertung - | |
| Trackliste | Album-Info |
| 01. Mystery Girl 02. Love Never Dies 03. Keep On Dreaming 04. I Can't Fight Love 05. Hearts In Trouble 06. Donne Moi Une Chance (Eurovision 1993) 07. Drivin' Through The Pourin' Rain 08. When Your Smile Fades Away 09. Flames 10. Love Somebody (feat. RICK SPRINGFIELD) 11. Love Don't Live Here Anymore 12. I Wish You Here Tonight (feat. ROBIN BECK) 13. Break Free 14. Born To Run 15. Superhero 16. My Sharona (feat. TONY CORLEONE) 17. Live Your Dream 18. Waiting For You (2026 Edit) 19. A Woman Like You 20. Supernova (feat. MARIA KISSIMOV) | Band Website: Medium: CD Spieldauer: 77:03 Minuten VÖ: 03.07.2026 |
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Der Luxemburger JIMMY MARTIN kann auf eine stattliche vierzigjährige Karriere zurückblicken, in der er mit vielen musikalischen Größen auf unterschiedliche Art zusammengearbeitet hat. Die bekanntesten Namen dürften dabei wohl RICK SPRINGFIELD und ROBIN BECK sein. Nun legt Jimmy mit "Past To Present" eine entsprechende Werkschau vor. Vier Jahrzehnte eigenes Schaffen auf einem Album zu konsolidieren, ist dabei erwartungsgemäß keine einfache Aufgabe und so fühlt man sich nach den 20 Songs ein wenig ratlos zurückgelassen, oder so, als hätte man gerade eine bunte Compilation gehört. Denn zwischen typischem 80er-AOR, 90er-Radio-Pop und vielen Balladen reicht der Mix bis hin zum Dancefloor. Der Opener, 'Mystery Girl' serviert noch typisch nach den Achtzigern klingenden AOR. Jimmys weiche Stimme harmoniert angenehm mit den knackigen Gitarren und macht Lust auf mehr. Leider driften die nächsten Songs in sehr seichten Radio-Pop ab, der oft derart cheesy geraten ist, dass der Zuckerguss förmlich die Gehörgänge verklebt. Dazu kommen dann Lyrics, die vor (Liebes-) Klischees nur so triefen. Dass Jimmy den 1993er-Beitrag zum Eurovision Song Contest ('Donne Moi Une Chance') co-komponiert hat, zeigt vielleicht die Zielgruppe. Denn das war noch lange bevor LORDI oder sonstige Hard Rocker oder Metalbands sich dort präsentieren durften. Alles nett, aber eben zumeist auch genau das. Vieles bleibt so glatt, dass es nach wenigen Minuten wieder vergessen ist. Gut, fairerweise muss man sagen, dass wir hier beim Bleeding4Metal auch wirklich nicht die direkte Zielgruppe für die gebotene Musik auf "Past To Present" sind.