Dominum - Night Is Calling | |
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| Review von Stormrider vom 10.07.2026 (663 mal gelesen) | |
Masken? Kostüme? Große Show? Übergeordnetes Konzept? Das gehört im Metal mittlerweile fast schon zum guten Ton. Die Spreu trennt sich aber dort vom Weizen, wo die Bands neben ihrer reinen Optik auch noch mit der Musik punkten und Alleinstellungsmerkmale herausarbeiten können und nicht nur auf Kostüme und Image setzen. Auftritt DOMINUM, die sich seit ihrem 2023er-Debüt "Hey Living People" eine beachtliche Fanbase erspielt haben und mit "Night Is Calling" nun schon das dritte Album an den Start bringen.Schon der Opener 'The Circus Is In Town' macht deutlich, dass sich DOMINUM nicht einfach auf ihrem Erfolgsrezept ausruhen wollen. Der Song klingt moderner als vieles auf den beiden Vorgängern, verbindet Shouts mit den gewohnt eingängigen Melodien und überrascht sogar mit einem Kinderlied-Zitat. Ein durchaus mutiger Einstieg, denn es hätte Tracks gegeben, die der Fanschar einen einfacheren Einstieg in das Album ermöglicht hätten. Es zeigt aber direkt, dass Dr. Dead und seine drei Untoten bereit sind, ihren Sound weiterzuentwickeln, ohne dabei ihre Identität über Bord zu werfen. Die Nörgler werden der Band am Ende natürlich immer vorwerfen, dass sie sich wiederholt, aber hört man genauer hin, dann blitzen immer wieder hörbare Einflüsse anderer Genregrößen auf. POWERWOLF schimmern mit ihrer markanten Gesangsphrasierung und den wuchtigen Chören regelmäßig durch, wie etwa in 'I Don't Drink Wine'. Wer im Refrain von 'Endzeit' einen RAMMSTEIN-Touch hört, wird auch nicht gänzlich falsch liegen. 'Nosferatu' schlägt hingegen noch einmal eine ganz andere Richtung ein und pendelt als Mischung aus GAMMA RAY, SALTATIO MORTIS mit einer salzigen Prise SANTIANO-Shanty auf dem Papier zwischen den Stühlen. Im Ohr funktioniert das aber erstaunlich gut. Wer übrigens bei 'Doctor, Doctor' einen Coversong erwartet hatte, wird auf eine falsche Fährte gelockt. Das Thema Coversongs gehört zwar zum Kanon und festen Liverepertoire der Band, wird aber erst später akut. Hier gibt es den eingängigen Happy Metal mit großem Refrain, den man von der Band kennt und der live garantiert sofort zündet. Wo wir aber schon beim Thema Cover sind, mit 'Thriller' wagen sich DOMINUM durchaus an einen kaum coverbaren Song. Eine mutige, wenngleich thematisch durchaus offensichtliche Wahl, sich den King of Pop in dieser Form vorzuknöpfen. Dabei ziehen sie sich sogar ganz achtbar aus der Affäre. Ich gehe davon aus, dass der Track 'Rock You Like A Hurricane' live zunächst ablösen wird. Wobei ich hier den SCORPS ganz klar den Vorzug geben würde. Was gibt es sonst noch auf "Night Is Calling" zu entdecken? Zur Albummitte gönnt man sich mit 'Dark Melodies' eine kleine Verschnaufpause. Das getragene Piano-Intro sorgt für den wohl düstersten Moment der Platte, schafft einen willkommenen Kontrast und gibt mal ein wenig Luft. Der Titeltrack setzt als Duett mit BATTLE BEAST einen weiteren spannenden Akzent, während 'Jack The Ripper' für mich den Ohrwurm des Albums liefert. Mehr Pop-Appeal in einem Metal-Refrain ist kaum möglich, dazu symphonische Elemente und Doublebass. Hier werden alle Klischees bedient und genau diese sowie die melodische Eingängigkeit werden manchen Puristen vermutlich stören. Dr. Dead und Co. dürfte das allerdings herzlich egal sein. Unterm Strich erfinden sich DOMINUM auf "Night Is Calling" nicht komplett neu. Das müssen sie auch gar nicht, denn der bisherige Erfolg ihres musikalischen wie optischen Konzepts spricht eine ziemlich deutliche Sprache. Stattdessen erweitern sie ihren Sound nuanciert, probieren Neues aus und bleiben trotzdem unverkennbar sie selbst. Also ein cleveres drittes Album, das testet, wie weit die Fans mitgehen, ohne sie vor den Kopf zu stoßen. Wenn die Band ihre Qualität hält und weiterhin so präsent auf den Bühnen bleibt, dürfte sie in den Festival-Billings künftig noch ein gutes Stück weiter nach oben klettern. Und selbst wenn das Zombie-Konzept irgendwann nicht mehr zieht, solange die Songs passen, dürfte es am Ende kaum jemanden stören, wenn sich Kostüme und Inhalte verändern. DOMINUM haben das Potenzial, zukünftig zu den Großen der Szene aufzusteigen. Sagt nicht, ihr hättet es nicht vorher wissen können. Das Album kommt übrigens mit zwei Bonustracks. 'Don't Get Bitten By The Wrong Ones' und 'Hey Living People' zeigen einmal mehr, dass gute Songs und eingängige Melodien als einfache Lagerfeuerversionen genauso funktionieren wie mit großem Besteck. Stripped to the core und dennoch einfach Hits. Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. The Circus Is in Town 02. Doctor Doctor 03. Children Of The Night 04. Nosferatu 05. Dark Melodies 06. Night Is Calling (feat. BATTLE BEAST) 07. Jack The Ripper 08. Thriller (MICHAEL JACKSON-Cover) 09. Devil's Son 10. I Don't Drink Wine 11. Endzeit 12. Don't Get Bitten By The Wrong Ones (Acoustic) (Bonustrack) 13. Hey Living People (Acoustic) (Bonustrack) | Band Website: www.dominumofficial.com Medium: CD, LP Spieldauer: 45:44 Minuten VÖ: 03.07.2026 |
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Masken? Kostüme? Große Show? Übergeordnetes Konzept? Das gehört im Metal mittlerweile fast schon zum guten Ton. Die Spreu trennt sich aber dort vom Weizen, wo die Bands neben ihrer reinen Optik auch noch mit der Musik punkten und Alleinstellungsmerkmale herausarbeiten können und nicht nur auf Kostüme und Image setzen. Auftritt DOMINUM, die sich seit ihrem 2023er-Debüt "Hey Living People" eine beachtliche Fanbase erspielt haben und mit "Night Is Calling" nun schon das dritte Album an den Start bringen.
