Bunkerjugend - Systemprobe | |
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| Review von Baterista vom 02.07.2026 (388 mal gelesen) | |
Wenn man den Namen BUNKERJUGEND hört, denkt man vermutlich zuerst an Punk. Klar. Doch genau hier beginnt bereits die erste Überraschung. Punk findet sich auf "Systemprobe" weniger als musikalisches Genre wieder, sondern vielmehr als Haltung. Rebellisch, kompromisslos und völlig unbeeindruckt von Schubladen veröffentlicht das Dortmunder Trio seine Debüt-EP als Eigenrelease - und beweist dabei erstaunlich viel Mut.Was aus den Boxen kommt, entzieht sich einer eindeutigen Einordnung. Die Bandmitglieder kommen ursprünglich aus dem Grindcore und Death Metal, haben diese Wurzeln jedoch hörbar hinter sich gelassen und sich stattdessen ein neues klangliches Spielfeld geschaffen. "Systemprobe" wirkt tatsächlich genau wie der Titel vermuten lässt: wie ein Versuch, auszutesten, wie weit sich Erwartungen, Hörgewohnheiten und Genregrenzen dehnen lassen. Anfangs sorgt das durchaus für Irritation. Der Gesang (besser: das Geschrei) bleibt meist im Hintergrund und ist kaum zu verstehen. Darüber legen sich dunkle, verhallte Keyboardflächen, die mich an JEAN-MICHEL JARRE und die Anfänge des New Wave/Dark Wave in den 80ern des vergangenen Jahrhunderts erinnern. Ein schrammelnder, verzerrter Bass übernimmt häufig die tragende Rolle, während das Schlagzeug eher an Drum'n'Bass-Beats oder New Wave als an klassische Rock- oder Metalrhythmen denken lässt. Das Ganze kulminiert in einer wilden Mischung, die sich anfühlt wie ein Underground-Club auf einer Raumstation. Fremd und gleichzeitig seltsam vertraut. Je länger man sich darauf einlässt, desto mehr entfaltet die EP ihren eigentümlichen Sog. Statt eingängiger Songs oder klassischer Songstrukturen erwartet den Hörer eine Klangcollage, die provoziert, im ersten Moment etwas verstört und gerade dadurch neugierig macht. BUNKERJUGEND machen es einem nicht leicht - und genau das scheint auch ihre Absicht zu sein. Das macht die EP sicherlich nicht zur leichtesten Kost, aber zu einer Veröffentlichung, die im Gedächtnis bleibt. Fazit: "Systemprobe" ist ein bemerkenswertes Debüt, das sich jeder eindeutigen Genrezuordnung verweigert. Wer eingängige Hooks oder klare Strukturen sucht, dürfte schnell aussteigen. Wer sich dagegen auf dieses anarchische Klangexperiment einlässt, entdeckt eine mutige, eigenständige und überraschend faszinierende Veröffentlichung. Gerade weil die Band so konsequent ihren eigenen Weg geht, macht diese EP Lust auf mehr. Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Kontakt im Blutkreis 02. Mauerschütze 03. Zungen unter Zwang 04. P.A.T.R.I.Z.I.D.2293 05. Alpha Centurio (Trauma Blue Mix) | Band Website: Bunkerjugend.org Medium: EP Spieldauer: 20 Minuten VÖ: 19.06.2026 |
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Wenn man den Namen BUNKERJUGEND hört, denkt man vermutlich zuerst an Punk. Klar. Doch genau hier beginnt bereits die erste Überraschung. Punk findet sich auf "Systemprobe" weniger als musikalisches Genre wieder, sondern vielmehr als Haltung. Rebellisch, kompromisslos und völlig unbeeindruckt von Schubladen veröffentlicht das Dortmunder Trio seine Debüt-EP als Eigenrelease - und beweist dabei erstaunlich viel Mut.
