Wandar - Tiefe Erde | |
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| Review von ReviewRalle vom 01.06.2026 (432 mal gelesen) | |
"Tiefe Erde" ist eines dieser Alben, die bei einem Blick auf das schlichte, doch sehr gelungene Artwork schon preisgeben, dass das hier keine leichte Kost, nichts für nebenbei und schon gar nicht für gute Laune ist. Nein, die deutsche Atmospheric Black Metal Band fordert den Zuhörer auf sich Zeit zu nehmen, hinzusetzen und aktiv bei der Musik zu sein. Doch von Anfang an: Die Gründung WANDARs liegt bereit 20 Jahre zurück, nach einem Demo (2007) und einer EP (2008) war es recht lange ruhig um die Band, bis 2012 mit "Landlose Ufer" das Debütalbum der Band folgte. Mit "Zyklus" folgte 2019 das zweite Album, bevor man "Landlose Ufer" aufpoliert erneut auf die Massen im Jahr 2021 los ließ. Mit "Tiefe Erde" erschien am 01.05.2026 also dann Album Nummer drei. Warum ich das so genau aufführe, liegt daran, dass "Tiefe Erde" inhaltlich und konzeptionell den Kreis der beiden Vorgänger aufnimmt und zum Abschluss bringt. Die Vorgänger behandelten den Aufbruch in die Isolation sowie die Entfremdung und die Macht der Natur und "Zyklen", die Vergänglichkeit und den Tod während bei "Tiefe Erde" das Ankommen in der Dunkelheit, dem Fundament der Erde, im Vordergrund steht. Sei es die Transformation durch Leid, ein symbolischer Abstieg in die untersten Tiefen oder das Einswerden mit der Vergänglichkeit, all diese Themen werden hier vertont. Eine schwere Melancholie, tiefgehende Sehnsüchte und ein spürbares, erdrückendes Leid begleiten jede Sekunde der Musik auf "Tiefe Erde". Ein Blick auf die Tracklist verrät dabei ganz gut, was die einzelnen Songs genau abarbeiten. So ist es auch wenig erstaunlich, dass sich WANDAR auf "Tiefe Erde" auch entsprechend viel Zeit nehmen, ihrem Atmospheric Black Metal genügend Raum zum Entfalten zu geben, denn die neun Songs bringen es auf eine Spielzeit von einer Stunde. Wobei es abzüglich eines kurzen Intros sowie zwei kleineren Zwischenspielen sechs hauptdarstellende Songs gibt, von denen alle zwischen knappen sieben bis beinahe 13 Minuten dauern. Die drei kurzen Instrumentalsongs versprühen dabei einen gewissen romantischen und klassischen Flair und wissen zu gefallen, sind aber auch so eingebaut, dass ein Skippen dieser Stücke nicht unbedingt weh tut. Die sechs Atmospheric Black Metal Stücke liefern dafür aber hochklassig ab und decken alles ab, was sich der geneigte Genre-Fan wünscht. Eine unheimliche, einlullende Atmosphäre, eindringliche Gesangsperformance, akzentuiertes Schlagzeugspiel, hypnotisierende Riffs und aber auch immer wieder die Entfesselung der urtümlichen Wut, die dem Black Metal innewohnt, um aus der Atmosphäre auszubrechen. Heißt: klirrende, kalte Tremolo-Riffs, Blastbeats, donnernde Doublebass und aggressive Vocals. Die Balance zwischen ruhigen und heftigen Parts gelingt WANDAR durchgehend fließend und während alle Songs, wie schon erwähnt wirklich gut sind, gibt es mit dem Rausschmeißer und längstem Lied 'Gestirne' doch noch einen Song, der sich vom restlichen Feld absetzen kann. Was ein spannendes, packendes Lied, das mir beim Hören mehrmals Gänsehaut bescherte. Wer eine Hörempfehlung möchte, sollte mit dem Lied starten, ein wahres Genre-Highlight. Grundsätzlich gibt es an "Tiefe Erde" nur wenig zu rütteln und auch die Produktion lässt keine Wünsche offen. Je öfter man das Album hört, desto mehr nimmt man wahr, desto besser wird es. Wer in den kommenden heißen Tagen eine musikalische Abkühlung benötigt, wird mit "Tiefe Erde" mehr als fündig. Ich bin mir sicher, dass mich dieses Album das Jahr über noch länger begleiten wird. 9/10 Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Bedrängnis 02. Trug 03. Visol-Bolvis 04. ...Nächtlich 05. Drangsal 06. Erden 07. Irrlicht 08. Hetäre 09. Gestirne | Band Website: wandar.bandcamp.com Medium: Digital Spieldauer: 60:32 Minuten VÖ: 01.05.2026 |
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"Tiefe Erde" ist eines dieser Alben, die bei einem Blick auf das schlichte, doch sehr gelungene Artwork schon preisgeben, dass das hier keine leichte Kost, nichts für nebenbei und schon gar nicht für gute Laune ist. Nein, die deutsche Atmospheric Black Metal Band fordert den Zuhörer auf sich Zeit zu nehmen, hinzusetzen und aktiv bei der Musik zu sein. Doch von Anfang an: Die Gründung WANDARs liegt bereit 20 Jahre zurück, nach einem Demo (2007) und einer EP (2008) war es recht lange ruhig um die Band, bis 2012 mit "Landlose Ufer" das Debütalbum der Band folgte. Mit "Zyklus" folgte 2019 das zweite Album, bevor man "Landlose Ufer" aufpoliert erneut auf die Massen im Jahr 2021 los ließ. Mit "Tiefe Erde" erschien am 01.05.2026 also dann Album Nummer drei.
