Alicate - Too Bad To Be Good

Review von Froosti vom 12.05.2026 (502 mal gelesen)
Alicate - Too Bad To Be Good In den letzten Jahren gab es eine regelrechte Flut an neuen Releases, die entweder den Sound der 80er einfangen oder von alten Bands stammen, die erneut Feuer gefangen haben. Auch wenn ALICATE ihr Debütalbum erst 2009 veröffentlicht haben, treibt die Formation bereits seit 1985 ihr Unwesen und konnte schon damals mit einigen bekannten Größen die Bühne teilen. Mit "Too Bad To Be Good" steht nun ihr sechstes Album in den Startlöchern. Es setzt genau dort an, wo "Heaven Tonight" endete, und rückt melodischen Hard Rock mit all seinen Klischees in den Mittelpunkt. Können ALICATE sich gegen die breite Konkurrenz in diesem Bereich durchsetzen?

Die wohl auffälligste Veränderung zu den Vorgängern ist die Neubesetzung am Keyboard. Marcus Zerath stieß 2025 zur Band und drückt der Platte gekonnt seinen Stempel auf. Im Vergleich zu "Heaven Tonight" sind die Keyboards deutlich präsenter und dynamischer angelegt. Der frische Wind verleiht dem Ganzen einen modernen Touch, ohne dabei den Charme der alten Zeit zu verlieren.

Ansonsten bekommt man genau das, was man von einer solchen Band erwartet. Das Fundament von ALICATE bildet der typische Stadion-Sound der 80er. Kernige, urwüchsige Gitarrenriffs treffen auf eingängige Refrains, die sich tief im Gehör eingraben. Allein der Opener 'Changes' entwickelt sich in kürzester Zeit zu einem wahren Ohrwurm. Die Keyboards unterstreichen die Eingängigkeit zusätzlich mit ihrer melodischen Breitseite. Mit viel Gefühl am Gesang verleiht Jonas Erixon dem Album den perfekten Hauch von Kitsch. Vollmundig, warm und mit einer leicht rauen Note versehen, kann ich mich ALICATE nur schwer entziehen. "Too Bad To Be Good" legt sich über den Hörer wie die warme Decke, die man schon seit der Kindheit besitzt.

Natürlich dürfen auch Balladen nicht fehlen. Mit 'Save Our Love' und 'Run' liefern sie gleich zwei davon ab. Besonders 'Save Our Love' trifft genau ins Schwarze. Vollgepackt mit Emotionen und nur hauchdünn vom Kitsch entfernt, ertappe ich mich dabei, bereits beim ersten Durchlauf den Titel mehrmals abzuspielen. Ich kann halt auch nicht immer die gesamte Welt im Black Metal-Stil verachten.

Bei der Produktion der Platte gehen ALICATE einen anderen Weg als viele ihrer Genrekollegen. Während viele auf eine druckvolle, überproduzierte und cleane Produktion setzen, lassen sie immer noch genug Ecken und Kanten bestehen, sodass das Album eher nach Stadion als nach Studio klingt. Dadurch schallt die Band angenehm authentisch aus den Boxen.

Mit "Too Bad To Be Good" machen ALICATE vieles richtig. Ihr melodischer Hard Rock geht unmittelbar ins Ohr, sorgt für beste Stimmung und bietet erstklassige Unterhaltung ohne unnötige Komplexität. Trotz des Spaßes, den ich mit dieser Platte habe, fehlt mir jedoch oftmals eine eigene Handschrift. Da es derzeit so viele Veröffentlichungen in diesem Bereich gibt, wird es die Truppe schwer haben, aus der Masse hervorzustechen. Auch das Artwork des Covers kann ich nicht unkommentiert lassen. Beim Stöbern im Plattenladen würde es mir sofort ins Auge fallen, aber sicher nicht wegen seiner Schönheit. Wenn ihr auf Bands wie WHITESNAKE oder H.E.A.T steht, müsst ihr euch ALICATE anhören.



Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Changes
02. Too Bad To Be Good
03. One Shot
04. Save Our Love
05. Right Here Right Now
06. Mysterious
07. For Now
08. High On Livin'
09. Don't Turn Around
10. Run
Band Website: www.facebook.com/profile.php?id=100063466240047
Medium: CD
Spieldauer: 37:51 Minuten
VÖ: 24.04.2026

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