Ashen Sun - Velarium

Review von Froosti vom 24.04.2026 (445 mal gelesen)
Ashen Sun - Velarium Worauf habe ich mich denn heute eingelassen? Das ist der erste Gedanke, der mir durch den Kopf geht, als ich das Cover der ersten Veröffentlichung von ASHEN SUN anschaue. Die EP "Velarium" überzeugt nicht gerade mit einer ausgefallenen Optik. Wer für das Artwork verantwortlich ist und wie es erstellt wurde, kann ich nicht sagen, aber es wirkt wie ein schwacher KI-Versuch. Hinter dem Projekt steht mit Johnny Hagel ein großer Name. Besonders seine Arbeit an dem Album "Wildhoney" von TIAMAT wird wohl einigen von uns im Gedächtnis sein. Auch mich hat das Album bis heute fest im Griff, und meine Erwartungen an ASHEN SUN sind dementsprechend hoch.

Mit ihrer ersten EP bewegen sie sich allerdings nicht im Fahrwasser der alten TIAMAT, sondern schauen eher auf eine andere Größe aus diesem Bereich. Die Rede ist von PARADISE LOST in ihrer soften, mittleren Phase. Genau da fühlen sich ASHEN SUN wohl und liefern sechs Gothic Rock-Songs ab. Dabei werfen sie immer wieder elektronische Wave-Elemente in den Mix und erzeugen schnell eine düstere Oldschool-Atmosphäre. Entspannte, flächige Riffs unterstreichen dies und laden zum Verweilen ein. Wie eine düstere Decke legen sich die Songs über einen.

Beim Gesang kommen dann die ersten Probleme zum Vorschein. Im Grunde trifft er den Ton der üblichen Gothic Rock-Bands. Die Vocals sind vollmundig, tief und warm gehalten und wirken entsprechend gefällig. Allerdings bedient sich die Band dabei zu sehr bei anderen. Die elektronischen Spielereien wie bei 'Desperate Vows' entziehen den Vocals ihre lebendige Note. Das ist sicher auch so gewollt und soll eine Art Industrial-Sound erzeugen. Allerdings geht das vollkommen an mir vorbei. Da hilft es auch nicht, dass die Refrains ungemein eingängig sind und schnell im Ohr kleben bleiben.

Was die Produktion betrifft, habe ich ebenfalls meine Schwierigkeiten. Im Gothic Rock mit Wave-Einschlag ist es nicht unüblich, alles glatt zu polieren und einen nahezu sterilen Sound zu erzeugen. Mit dem Erfahrungsschatz der Band war ein Garagensound auch nicht zu erwarten, doch selbst in dieser Perfektion vermisse ich die eigene Seele der Band. Wo sind die Ecken und Kanten?

So sehr ich es auch versuche, der EP etwas abzugewinnen, es gelingt mir einfach nicht. Das handwerkliche Können und die Grundlagen für eine spannende Platte kann man ASHEN SUN nicht absprechen. "Velarium" bleibt eine Gothic Rock-Platte ohne echte Ausrufezeichen, der es zudem misslingt, das Feuer alter Zeiten erneut zu entfachen.



Gesamtwertung: 4.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Black Thoughts
02. Desperate Vows
03. Ashes Of The World
04. An Ever Turning Wheel
05. Velarium
06. Dreaming Of The Dead
Band Website: ashensundark.bandcamp.com
Medium: CD, LP, digital
Spieldauer: 20:50 Minuten
VÖ: 27.03.2026

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