Alkhemia - Häxen | |
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| Review von Froosti vom 14.04.2026 (437 mal gelesen) | |
Eines der Dinge, die mich am Metal am meisten nerven, ist der ewige Konflikt zwischen den guten alten Zeiten und der modernen Entwicklung unserer Szene. Die einen schwören ausschließlich auf die alten Helden und lehnen jedwede Neuerung ab. Die anderen kennen die Gründer des Genres nicht mehr und belächeln sie als Altherren-Metal. Gerade im Black Metal sind diese Grabenkämpfe oft besonders tief. Erfrischenderweise lockert sich diese Starre in den letzten Jahren ein wenig, was vor allem an Bands liegt, die die Brücke zwischen beiden Welten gekonnt schlagen. Genau zu solchen Bands zählen auch die französischen ALKHEMIA. Mit ihrem zweiten Album "Häxen" treffen sie genau die Schnittmenge aus Altem und Neuem.Dabei setzt die Band konsequent auf eiskalte Oldschool-Atmosphäre, verankert auf einer modernen, druckvollen Basis voller brachialer Gewalt. Ohne sich lange mit einem Intro zu beschäftigen, ballern ALKHEMIA mit 'Zeitgeist' gnadenlos nach vorn. Hier wird nicht durch den finsteren, schneeverhangenen Wald gewandert. Man wird mitten in eine gepflegte Schlägerei geworfen und bekommt erstmal eine Nackenschelle. Inmitten des ganzen Chaos thront Sänger James Spar mit seinem giftigen Organ. Mit Inbrunst spuckt und keift er uns seine Texte entgegen. Dabei kommt oldschooliges Gekeife genauso zum Einsatz wie Growling und Gebell, was man eher von Bands wie IMHA TARIKAT her kennt. Wie ein Dirigent führt er durch die Songs und macht dabei eine beeindruckende Figur. Eiskaltes Tremolo-Picking lässt den Spirit der alten Schule immer wieder aufflammen, und auch wenn das Rad nicht neu erfunden wird, macht es verdammt viel Spaß zuzuhören. Die hämmernden Drums ballern präzise und gnadenlos nach vorn, verlieren sich aber nie in ungestümer Raserei. ALKHEMIA beweisen hier eindrucksvoll, dass sie ihre Instrumente beherrschen. Über dem Ganzen schweben immer wieder melodische Leadgitarren, die dem Geballer Struktur verleihen und es mir erleichtern, Zugang zu der Musik zu finden. Auch kurze, atmosphärische Ruhephasen lockern das Klangbild immer wieder auf. All das funktioniert handwerklich tadellos, lässt aber auf den zweiten Blick die eigene, unverkennbare Note vermissen, so gekonnt die einzelnen Elemente auch eingesetzt werden. Damit entwickelt sich "Häxen" zu einem starken Album, das in der Flut der Veröffentlichungen allerdings wenig auf sich aufmerksam machen kann. Fans von IMHA TARIKAT, HYRGAL oder GROZA können hier bedenkenlos reinhören. Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Zeitgeist 02. Excressence 03. Hissing Ratz 04. Prekonition 05. Stars And Frozen Faces 06. Nonsense 07. Remnants | Band Website: alkhemiaband.com Medium: CD, LP, Digital Spieldauer: 43:06 Minuten VÖ: 13.03.2026 |
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Eines der Dinge, die mich am Metal am meisten nerven, ist der ewige Konflikt zwischen den guten alten Zeiten und der modernen Entwicklung unserer Szene. Die einen schwören ausschließlich auf die alten Helden und lehnen jedwede Neuerung ab. Die anderen kennen die Gründer des Genres nicht mehr und belächeln sie als Altherren-Metal. Gerade im Black Metal sind diese Grabenkämpfe oft besonders tief. Erfrischenderweise lockert sich diese Starre in den letzten Jahren ein wenig, was vor allem an Bands liegt, die die Brücke zwischen beiden Welten gekonnt schlagen. Genau zu solchen Bands zählen auch die französischen ALKHEMIA. Mit ihrem zweiten Album "Häxen" treffen sie genau die Schnittmenge aus Altem und Neuem.
