Schattenmann - Endgegner | |
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| Review von Stormrider vom 13.03.2026 (603 mal gelesen) | |
Metal-Traditionalisten und KIT-Gänger werden "Endgegner" nach exakt drei Sekunden aus ihrem Player verbannen, denn schon der das Album eröffnende Titeltrack bietet so ziemlich alles, was Puristen hassen. Elektronische NDH-Spielereien, eine übermäßig fette Produktion und plakative Bollo-Lyrics. Man kann 'Endgegner' auch als Mischung aus EISBRECHER mit einem Schuss BÖHSE ONKELZ beschreiben, denn der Pre-Chorus ist in dieser Form Weidner und Co. par excellence. Das folgende 'Besser Als Der Rest' klingt hingegen wie ein Bastard aus 'Alle Wollen Alles' von ENGST und 'Augen Auf!' von OOMPH! Ist das nun lyrisch eine kleine Sozialkritik an all den Partypeople oder doch ernst gemeint? Beides ist möglich. Da es im "Dicke Hosen Deutschrock" aber gerne plakativ sein darf, vielleicht auch muss, erinnern uns SCHATTENMANN daran: 'Einen Scheiß Muss Ich!''Wir Sind Das Ende Der Welt' ist auf dem Album dann die erste Herzschmerzballade, zumindest wenn man den musikalischen Bandkosmos abgesteckt hat. Dass das Quartett aber doch irgendwie gerne sentimentale Tracks schreibt, zeigt 'Echo', dass zunächst ein wenig an PUR erinnert. Diese Melodie ist schon sehr schlageresk, bevor der Track zum Ende hin zum Glück doch noch eine rockige Komponente bekommt. Und auch 'Gelegenheit Macht Liebe', welches den Albumabschluss bildet, drückt nochmal auf die Tränendrüse. Die meisten Songs auf "Endgegner" haben eine sehr eingängige Note, was der Zielgruppe bestimmt gut reinlaufen wird. Leider gibt es auch so manchen Totalausfall wie zum Beispiel 'Schna-Na-Naps'. Das ist Ballermannschlager mit verzerrten Gitarren, leider auch textlich auf genau dem Niveau. SCHATTENMANN sind nicht die erste oder letzte Band, die das Saufen besingt, aber der Song ist wirklich nur mit vielen Schnäpsen erträglich. "Endgegner" dürfte für so manchen True Metaller exakt das sein, was der Name benennt und für mehr als einen hochgerollten Fussnagel sorgen. Wer es hingegen gerne modern, einfach gestrickt und mit dicker Hose mag, der findet durchaus ein paar veritable Hits. Insbesondere der Albumauftakt geht wirklich gut ins Ohr, während man ab der Mitte doch ein wenig sehr einfach und beliebig daherkommt. Am Ende haben sich SCHATTENMANN mittlerweile aus dem RAMMSTEIN-Sog gelöst, insbesondere durch ihren latenten Disco- und Technoeinschlag, der regelmäßig eingebaut wird. Mehr EISBRECHER als RAMMSTEIN sozusagen. Speziell bleibt der Sound trotzdem, und genau das ist auch ok so, dass man speziell ist. Gesamtwertung: 6.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Endgegner 02. Besser Als Der Rest 03. Kamikaze 04. Einen Scheiß Muss Ich 05. Wir Sind Das Ende Der Welt 06. Kein Kommando 07. Schna-Na-Naps 08. Unmensch 09. Echo 10. Auf Die Zunge (SCHATTENMAN-Version) 11. Alter Ego 12. Gelegenheit Macht Liebe | Band Website: www.schattenmann.band/ Medium: CD, LP Spieldauer: 41:15 Minuten VÖ: 13.03.2026 |
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