Kartel - Ordo Karnivora

Review von Froosti vom 11.03.2026 (562 mal gelesen)
Kartel - Ordo Karnivora Hardcore ist ein Genre, das man eher mit Ländern wie England oder den USA in Verbindung bringt. Anscheinend gibt es auch im fernen Asien Liebhaber der gepflegten Kneipenschlägerei. KARTEL stammen aus Indonesien und bringen mit "Ordo Karnivora" ihr Debüt auf den Markt. Eine gute halbe Stunde Prügelei steht auf dem Plan und wer seine Zähne behalten will, sollte den Raum lieber schnellstens verlassen. Können KARTEL mit den Größen des Genres mithalten?

Was macht guten Hardcore aus? Aus meiner Sicht ist der wichtigste Faktor für ein gutes Hardcore-Album die angepisste Stimmung, die sich brachial entlädt. Auch wenn ich keine Ahnung habe, worüber die Band singt, kann man von der ersten Sekunde an spüren, wie sie eine Wand aus Wut aufbauen. Da haben wir die brachiale Kraft von Sänger Rilo Pambudi. Wie es sich gehört, geht es hier nicht um irgendein Gesangstalent. Hier wird gebrüllt, geschrien und geshoutet, als ob es keinen Morgen mehr gäbe. Durch die fremde Sprache wirken die Vocals auch abgehakt, was den harten Sound der Band noch weiter unterstreicht. Lediglich eingestreute Gangshouts wie in 'Pesta Terlarang' sorgen für einen Anflug von Melodie.

Auch auf instrumentaler Seite gibt es so etwas wie ein Bremspedal nicht. Hier bedient sich die Band ausgiebig am Thrash Metal und erweitert den rohen Sound des Hardcores um eine weitere aggressive Note. Gitarre und Bass knallen mit dem Tempo des Thrash Metals nach vorn, bauen aber gleichzeitig eine Soundwand wie im Hardcore auf. Brachiale Breakdowns fehlen natürlich auch nicht. Drummer Dani Andrean treibt das Ganze aus dem Hintergrund an, auch wenn es manchmal so wirkt, als hetze er etwas hinterher. Trotz der geballten Ladung Wut schaffen es KARTEL immer wieder, Refrains einzubauen, die einen zum Mitmachen förmlich anschreien. Bei der Produktion machen sie ebenfalls keine Gefangenen und knallen uns Ecken und Kanten um die Ohren.

KARTEL entfachen mit ihrem Debüt "Ordo Karnivora" einen Flächenbrand vor der Bühne, und der Moshpit wird zur absoluten Pflicht. Allerdings sorgt die Platte nur für einen kurzen Adrenalinrausch und sie wird es auf lange Sicht eher schwer haben. Für den Langzeitfaktor fehlt es noch an einer eigenen Note. In der großen Menge der Veröffentlichungen gehen sie zwar über das Mittelmaß hinaus, stechen aber nicht daraus hervor. Da haben alte Hasen wie PRO-PAIN oder TERROR die Nase einfach noch vorn. Wer aber eine gute halbe Stunde einer Kneipenschlägerei zuhören mag, macht mit dieser Platte nichts falsch.



Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Tetap Berasap
02. Gorok NKRI
03. Propaganja
04. Outsor(((Jing)))
05. Ordo Karnivora
06. Sinaloa
07. Berapi
08. Bermain Jiwa
09. Soah
10. Pesta Terlarang
Band Website: kartel14.bandcamp.com
Medium: CD, Tape
Spieldauer: 32:09 Minuten
VÖ: 05.12.2025

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