A Somber Funeral - Since You Left These Shores | |
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| Review von Froosti vom 13.03.2026 (716 mal gelesen) | |
A SOMBER FUNERAL krallen sich seit ihrem Debütalbum "Summertime Sorrow" in meiner Playlist fest. Ohne eine genaue Zählung durchgeführt zu haben, würde ich behaupten, dass die Platte zu meinen meistgehörten Alben der vergangenen Jahre zählt. Umso erfreuter war ich, als die Ankündigung der zweiten Platte vorlag. Endlich liegt mir "Since You Left These Shores" vor, und es geht ohne Umwege zum Plattenteller. Ein Blick auf das Artwork lässt meine Neugier nach oben schnellen. Ein älterer Mann blickt von einem Schiff melancholisch in die Ferne. Die hellen, fast schon freundlichen Farben bilden einen starken Kontrast zum Design des Debüts. Doch haben A SOMBER FUNERAL die kleinen Schwächen des Erstlings ausgebessert? Schubst das neue Werk den Vorgänger vom Thron?Dieses Mal verzichtet die Band auf ein ausgedehntes Intro, gleitet kurz über die Gitarre und knallt uns den Opener 'You Left Me In My Hardest Time' um die Ohren. Ohne Umwege packt mich das "A SOMBER FUNERAL-Feeling" und ich bin sofort gefesselt. Das Duo schafft es, die Atmosphäre innerhalb weniger Sekunden aufzubauen. Aus jeder Pore tropft eine schmerzerfüllte Melancholie, die man im Gesicht des alten Mannes auf dem Cover bereits erahnen konnte. Folgt man aufmerksam den Texten, erkennt man schnell den roten Faden, welcher sich durch das Album zieht. A SOMBER FUNERAL zeigen eindrucksvoll, wie untrennbar Freundschaft und Liebe mit Schmerz und Verlust verwoben sein können. Ich kann nur jedem von euch empfehlen, die Texte zur Hand zu nehmen, um vollständig in den Kosmos der Band einzutauchen. Dass man den Texten auch so mühelos folgen kann, liegt an der Leistung von Sänger Chris R. Das fiese Gekeife der Black Metal-Schule scheint er durch einen tiefen, saftigen Sumpf zu ziehen. Das verleiht den Vocals eine ungeheure Wucht, die hervorragend zur Grundstimmung des Albums passt. Trotz des extremen Gesangsstils bleibt die Artikulation präzise, womit nahezu jedes Wort verständlich ist. Das ist eine Leistung, die nicht viele im extremen Metal beherrschen. Um das gesangliche Spektrum zu erweitern, hat sich die Band einige namhafte Gäste mit an Bord geholt. Normalerweise bin ich kein großer Fan von solchen Features, da sie zu oft den Kern der Band verwässern. In diesem Fall jedoch stammen die Gäste allesamt aus Kapellen, die mir sehr am Herzen liegen. Besonders 'Maybe She's Dreaming' hat es mir angetan. Die Gastvocals vom WALDGEFLÜSTER-Sänger Winterherz treffen ins Schwarze. Aber auch die Beiträge von UADA, BELORE, VORGA und FAIDRA warten nur darauf, von euch entdeckt zu werden. Auf instrumentaler Seite hat sich das Duo immens weiterentwickelt, ohne die Grundrezeptur zu opfern. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen nach wie vor im Midtempo gehaltene, hochmelodische Black Metal-Songs, die zielsicher auf das Herz abzielen. Allerdings trauen sie sich mehr zu variieren. Ruhige Passagen voller zerbrechlicher Emotionen folgen auf gnadenlose Ausbrüche. Egal, wo man sich im Album befindet, wird der Sound immer von einer melodischen Linie geführt. Meist übernimmt diese Aufgabe eine feine Gitarrenmelodie, gepaart mit dezenten Synths. Im Vergleich zum Vorgänger setzen die Synths eher treffende Akzente, statt das Gesamtbild zu überladen. Was mir dabei am meisten ein zufriedenes Grinsen ins Gesicht zaubert, ist die bewusste Hinwendung zu einem deutlich oldschooligeren Sound. Das liegt vor allem an der Produktion und dem Mix des Albums. Der verwaschene Sound ist Geschichte und wurde durch eine wuchtige, differenzierte Produktion ersetzt. Dabei liegt der Fokus jedoch auf Ecken und Kanten. Das rohe, unpolierte Feeling des Black Metals wird mit einer modernen Kraft unterstrichen. Jedes Instrument kriegt den benötigten Raum zur Entfaltung und die einzelnen Elemente im Sound der Band werden greifbarer. All die Dinge, die ich beim Debüt noch bemängelt habe, sind auf dem zweiten Album Geschichte. A SOMBER FUNERAL haben mit "Since You Left These Shores" ein Meisterwerk des melodischen Black Metals abgeliefert. Die Atmosphäre, die hypnotischen Melodien und das lyrische Konzept wurden weiter verstärkt und ziehen mich heute noch stärker in den Bann. Die Produktion könnte nicht besser klingen, und das Oldschool-Feeling trifft genau in mein schwarzes Herz. Wer auf der Suche nach Black Metal ist, der nicht nur durch Mark und Bein, sondern direkt ins Herz geht, kommt an diesem atmosphärischen Monument nicht vorbei. Gesamtwertung: 10.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. You Left Me In My Hardest Time 02. Maybe She's Dreaming (feat. Winterherz) 03. Like An Autumn Leaf (feat. Jake Superchi) 04. Mourning Years 05. An Eternal Traveler 06. Forsaken Youth (feat. Aleevok) 07. Light Of Big Cities 08. Crossroad Without Encounter 09. The Sailor (feat. Petar Yordanov) 10. Since I Left Those Shores (feat. Faidra) | Band Website: asomberfuneral.bandcamp.com Medium: CD, LP Spieldauer: 60:32 Minuten VÖ: 13.03.2026 |
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A SOMBER FUNERAL krallen sich seit ihrem Debütalbum "Summertime Sorrow" in meiner Playlist fest. Ohne eine genaue Zählung durchgeführt zu haben, würde ich behaupten, dass die Platte zu meinen meistgehörten Alben der vergangenen Jahre zählt. Umso erfreuter war ich, als die Ankündigung der zweiten Platte vorlag. Endlich liegt mir "Since You Left These Shores" vor, und es geht ohne Umwege zum Plattenteller. Ein Blick auf das Artwork lässt meine Neugier nach oben schnellen. Ein älterer Mann blickt von einem Schiff melancholisch in die Ferne. Die hellen, fast schon freundlichen Farben bilden einen starken Kontrast zum Design des Debüts. Doch haben A SOMBER FUNERAL die kleinen Schwächen des Erstlings ausgebessert? Schubst das neue Werk den Vorgänger vom Thron?
