Existance - Wildfire | |
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| Review von baarikärpänen vom 09.03.2026 (954 mal gelesen) | |
Ich unterteile für mich persönlich oft Bands in zwei Kategorien. Da wären die Truppen, die mit dem Debut bereits einen absoluten Brecher veröffentlicht haben, an den sie im weiteren Verlauf der Karriere (wenn überhaupt) nur noch ganz nahe rankommen. EXODUS sind für mich so ein Beispiel oder auch CANDLEMASS (ja ja, ihr Nörgler, die haben auch mit Messiah Marcolin starke Scheiben rausgebracht, aber keine hatte dieses besondere Feeling von "Epicus Doomicus Metallicus"). Zur zweiten Kategorie gehören für mich die Bands, die ganz okaye Erstlinge veröffentlicht haben, sich danach aber mit jeder weiteren Scheibe verbessert, sich gefunden haben. Und da rede ich nicht von den "Big Playern" wie JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN, sondern von eher neueren Truppen. GHOST sind da ein nettes Beispiel. Deren Debut war natürlich stark, aber verglichen mit dem was da folgte, war das so wie der Unterschied zwischen Heimkino auf Super 8-Film und Breitwand-Epos. Nun kann man EXISTANCE, um die es hier geht, nicht mit GHOST in einen Topf werfen, aber auch die haben gut begonnen, nur um sich dann von Album zu Album zu steigern. Die neue Scheibe "Wildfire" liefert jetzt den eindrucksvollen Beweis dafür.Dass Frankreich eine florierende Szene hat, muss man ja keinem mehr erzählen. Der Ehrlichkeit halber sei aber erwähnt, dass sich EXISTANCE als französich-belgische Band sehen. Egal und auch egal, ob wir da von den sogenannten Altgedienten wie ADX oder VULCAIN reden, die weiterhin starke Sachen auf den Markt bringen, den neuen Hoffnungsträgern in Sachen Metal weltweit überhaupt, nämlich GOJIRA oder unzähligen anderen talentierten Bands, die so ziemlich jedes Sub-Genre abdecken. Was den reinrassigen Heavy Metal angeht, sind EXISTANCE für mich mittlerweile das Aushängeschild der französischen Szene. 2008 gegründet, geht seitdem mit jeder Veröffentlichung der Weg nach oben. Sieht man mal vom zweijährigem Rhythmus zwischen dem Debut bis hin zum dritten Album "Breaking The Rock" ab, liegen zwischen "Breaking The Rock", dem Nachfolger "Wolf Attack" und dem neuen Langdreher "Wildfire" jeweils satte fünf Jahre. Zeit, die EXISTANCE gut genutzt haben, um mit Größen wie PRIMAL FEAR, UDO oder auch RIOT IV auf Tour zu gehen, aber auch um am Songwriting zu feilen. Wie gut sie die Zeit genutzt haben, lässt sich auf "Wildfire" ganz fein nachvollziehen. EXISTANCE hatten schon auf "Breaking The Rock" keinerlei Berührungsängste, wenn es darum geht, sich "breit aufzustellen". Bedeutet, dass EXISTANCE sich nicht stur auf puren Heavy Metal beschränken, sondern auch nicht davor scheuen, einen Song mal ganz in der Tradition des Melodic Metals zu performen, oder Hard Rock. Das sorgt in Zeiten von veränderten Hörgewohnheiten (wenn andere Truppen mittlerweile dazu übergehen nur noch Singles zu veröffentlichen, weil viele Hörer beim streamen der Musik rasch die Geduld verlieren, wenn sie sich ein ganzes Album anhören sollen) dafür, dass "Wildfire" jede Menge Abwechslung zu bieten hat, dabei aber zu jeder Zeit wie aus einem Guss klingt. Ein Beleg für das nochmals verbesserte Songwriting. Sicher, man mag auch anmerken, dass nach fünf Jahren nur neun Songs den Weg auf die Scheibe gefunden haben. Da wäre sicher noch mehr gegangen. Aber warum das Album unnötig aufblasen mit vielleicht eher halbgaren Kompositionen, wenn die neun Stücke, die den Weg auf den Langdreher gefunden haben, sagen, was zu sagen ist? Der eröffnende Titelsong mit seiner gelungenen Anfangssequenz zeigt EXISTANCE von ihrer hartmetallischen Seite. Toller Songaufbau und ebensolche Riffs. Da macht es auch gar nichts aus, dass sich der Bass manchmal verdächtig nach Steve Harris anhört. Gilt in gewisser Weise auch für den direkt nachfolgenden Brecher 'Oceans Cry', der mit seinem galoppierenden Tempo an MAIDEN denken lässt. Hier lohnt sich auch, mal genau beim Text zuzuhören, denn EXISTANCE bedienen nicht einfach nur Klischees, sondern haben auch was zu sagen. Und wo man sich schon mal warm gebangt hat, geht's mit 'Riding Fast' auch gleich weiter. Aber keine Sorge um die Nackenwirbel, denn mit 'Eternal Flame' kommt eine wohlverdiente "Ruhepause". Der Song erinnert mich gewaltig an den sogenannten Stadion Rock, geht tatsächlich sogar in die VAN HALEN-Richtung. Einen Schlenker gen Power Metal lassen sich EXISTANCE aber auch nicht nehmen. 'See The Light', einer der schnelleren Songs auf "Wildfire", könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Band auf Tour des Öfteren bei PRIMAL FEAR genau hingehört hat. 'Love Affair' klingt zunächst mal nach Ballade und beginnt in der Tat auch wie eine, aber wird schon nach kurzer Zeit zu einem formidablen Banger mit einem ganz feinen melodischen Chorus. 'Brighter Days' ist direkt danach DIE Abrissbirne auf "Wildfire", ACCEPT auf Steroiden könnte man sagen, wozu auch die tollen Soli passen (die übrigens auf dem gesamten Album weit über dem liegen, was man von anderen Truppen so aufgetischt bekommt). 'Angel Of Darkness' mit seinen knapp sieben Minuten bündelt dann noch mal alles, was EXISTANCE 2026 ausmacht. Toller Songaufbau mit jeder Menge verschiedenartiger, aber perfekt abgestimmter Parts, die in Summe dafür sorgen, dass man noch mal fein geplättet wird. Woran man sich dennoch gewöhnen muss, ist die Stimme von Julian Izard, die in der Tat polarisieren könnte, für mich persönlich aber zum einen perfekt zu den Songs passt und zum anderen auch sowas wie ein Erkennungsmerkmal ist. "Wildfire" ist ein tolles Album geworden, das von der ersten Sekunde an jeden begeistern sollte, der auf Heavy Metal steht und dennoch nicht auf Abwechslung auf einer Scheibe verzichten möchte. Was reinrassigen Metal aus Frankreich angeht, gehören EXISTANCE spätestens jetzt mit "Wildfire" zur Speerspitze des Genres. Das Warten hat sich hier definitv gelohnt und neun Punkte sind mehr als gerechtfertigt. Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Wildfire 02. Oceans Cry 03. Riding Fast 04. Eternal Flame 05. See The Light 06. Against The world 07. Love Affair 08. Brighter Days 09. Angel Of Darkness | Band Website: www.facebook.com/existanceband Medium: CD, LP Spieldauer: 41:27 Minuten VÖ: 06.03.2026 |
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