Ennui - Qroba | |
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| Review von Zephir vom 11.03.2026 (798 mal gelesen) | |
Solche Bands hören wir nicht alle Tage: ENNUI stammen nicht (wie der Bandname erwarten ließe) aus Frankreich, sondern aus Georgien. Gegründet wurde die Funeral Doom/Death-Formation 2012 von David Unsaved, der in der Vergangenheit durchaus auch international unterwegs war: So steuerte er Backing Vocals für das Debüt "When Death Comes" (2014) von APHONIC THRENODY bei. Mit ENNUI veröffentlicht er nun schon das fünfte Album, "Qroba" betitelt, Verschwinden - als Mastermind und Vokalist, Gitarrist, Bassist und an der georgischen Panduri; mit dabei sind ganze drei weitere Gitarristen (Sergi Shengelia, Andrey Azatyan und Kakhi Kiknadze) sowie Drummer Alexander Gongliashvili. Bei diesem Aufgebot an Saiten lässt sich ein monumentales Werk erwarten, und "Qroba" wird dieser Erwartung durchwegs gerecht.Die fünf neuen Tracks sind - das ist wohl Ehrensache im Funeral Doom - allesamt überlang mit mindestens zehnminütiger Spieldauer. Das Songwriting ist düster und schleppend, baut harmonische Variationen nur schwerfällig auf, scheut sich aber im Verlaufe seiner durchwegs rhapsodischen Kompositionen nicht, unerwartete Brüche in Harmonik und Metrik einzuziehen. Die Texte reflektieren mal in englischer, mal in georgischer Sprache das für alle Wesen dieser Erde unvermeidliche Ende als Ausweg aus den Übeln der Welt. Die Lyrics sind beeinflusst und teils auch direkt adaptiert aus der georgischen Poesie: Pate standen Terenti Graneli (1897-1934), laut Textbooklet Verfasser des Gedichts 'Down, To The Stars', und Konstantine Makashvili (1876-1927), vom Promoter angegeben als Urheber der Worte von 'Decima' und 'Mokvda Mze'. Im Verlaufe der über einstündigen Spielzeit von "Qroba" dominieren melancholische Monotonie und ein gewisses Maß an trostloser Emotionalität, die sich vor allem durch das desolat-deprimierende Doom-Riffing ausdrückt und die traurig schönen Lyrics kongenial umsetzt. Die übermenschlich tief grollenden Vocals des Frontmanns vermitteln introspektive Tragik, doch durch seltene Gitarrensoli und die immer wieder ganz dezent eingezogenen Synthies bleibt durchaus der Eindruck, dass die ganze Schwere dieser Welt, das Leiden von Leben und Tod hier eine gewisse Ästhetisierung erfahren. Dazu passt übrigens auch die ätherische, leicht zu übersehende Figur auf dem Coverartwork, die aus den Wolken in den leuchtenden Himmelskörper greift. Zu den Sternen, so erfahren wir mit "Qroba", müssen wir uns tief in den Abgrund aufsteigen lassen. Hier zeigt sich die wahre Schönheit von Tod und Vergänglichkeit. Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Antinatalism 02. Becoming Void 03. Decima 04. Down To The Stars 05. Mokvda Mze | Band Website: Medium: CD Spieldauer: 1:03:00 Minuten VÖ: 27.02.2026 |
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