Cruenta Venganza - Legend

Review von Froosti vom 04.03.2026 (606 mal gelesen)
Cruenta Venganza - Legend Dass der Death Metal einen Hang zu mal mehr, mal weniger trashigen Horrorfilmen hat, wissen wir alle. Mir fällt eine ganze Reihe an Bands ein, die Filme als Grundlage ihrer Alben nutzen. Heute begeben wir uns allerdings nicht in den Horror-Bereich, sondern in die Welt der Machete-Filme. Genau genommen verarbeiten CRUENTA VENGANZA mit ihrem dritten Album "Legend" den noch nicht veröffentlichten dritten Teil der Serie. Mit der überzeichneten, gewaltstrotzenden Action und dem Trash-Faktor bilden die Filme eine gute Grundlage für ein Death Metal-Album. Nutzen CRUENTA VENGANZA das Potenzial aus?

Bereits nach dem ersten Hören beschleicht mich eine Ahnung, die ich im Zusammenhang mit einer Band lieber vermeiden würde. Ein Blick in den Promo-Text und eine Recherche im Internet lassen einen Schlagzeuger vermissen. Von daher fühle ich mich in meiner Annahme bestätigt, dass hier ein Drumcomputer am Werk ist. Man könnte jetzt argumentieren, dass dies irgendwie zu der trashigen Seite der Filme passen würde und somit das Konzept unterstreicht. Allerdings fehlt mir dabei einfach die Seele hinter dem Schlagzeug und es rattert einfach so vor sich hin. Organische, lebendige und packende Musik kann eine Maschine einfach nicht erzeugen.

Davon abgesehen liefern CRUENTA VENGANZA soliden Midtempo Death Metal ohne große Überraschungen. Die Gitarren hauen wuchtige Riffs raus, die einen Frontalangriff auf unsere Nackenmuskeln starten. Immer wieder brechen sie aus dem Geballer heraus und veredeln den Sound mit etwas Melodie. Besonders die filigranen Soli machen Laune und lockern das Geknüppel gekonnt auf. Der Bass kommt im Mix angenehm zur Geltung und versinkt nicht im Hintergrund. Das verleiht dem Gesamtsound einen ordentlichen Schub nach vorn und unterscheidet die Band von einigen Genre-Kollegen.

Obwohl die Gitarren sich stark ins Zentrum des Geschehens drängen, sollte man den Gesang nicht unterschätzen. Die Vocals bewegen sich im klassischen Death Metal-Gewand. Tiefe Growls werden uns staubtrocken ins Gesicht geworfen und erinnern an den alten Death Metal der 90er-Jahre. Durch die deutliche Artikulation von Sänger Cráneo-Escisionista und die recht saubere Produktion bleiben die Texte gut verständlich und ich kann dem Konzept gut folgen.

Der kurze Trip in die Welt des Machete Death Metals lässt mich zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite finden wir eine hervorragende Gitarrenarbeit und ordentliche Growls, bei denen ich nicht stillsitzen kann. Auf der anderen Seite fehlt mir die Ladung Blut und Schmutz aus den Filmen. Die Produktion könnte viel dreckiger ausfallen und trashiger wirken. Mit dem klinischen Schlagzeug haben sie sich auch keinen Gefallen getan. Das Album läuft ohne große Schmerzen durch, kann sich aber nicht über das Mittelfeld im Genre hinwegsetzen.



Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. 5000 Lightyears Away From Home
02. Cosmic Outlaw
03. Vengeance In The Stars
04. Queen Of Space
05. Moon Base Massacre
06. Space Killer
07. Just Erase This Man
08. Galactic Showdown
09. Time Warp Escape
10. Machete Lives
Band Website: cruentavenganza.bandcamp.com
Medium: CD
Spieldauer: 33:30 Minuten
VÖ: 30.01.2026

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