Sweatmaster - More! | |
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| Review von Stormrider vom 17.02.2026 (2342 mal gelesen) | |
Schon der Bandname herrscht - und bei genauerer Betrachtung passt er eben auch. Die Finnen von SWEATMASTER könnten wahlweise auf ihre Herkunft und damit auf die finnische Sauna verweisen, oder eben auf das von ihnen bespielte Genre. Und in dem Fall lasst uns auf das Genre referenzieren und dem schwitzigen Garagen-Rock huldigen. Zarte fünfzehn Jahre hat man seit dem letzten Release vor sich hingeschwitzt, um dann zu sagen: "More!" Und der Opener 'Dirty Water' geht denn auch direkt in bester Schweinerock-Manier und mit einem einfachen Beat nach vorne, der insbesondere durch seine Handclaps einen coolen Drive bekommt. Direkt im Anschluss erinnert man mit 'Destroyer' an die famosen BACKYARD BABIES zu deren "Stockholm Syndrome"-Phase und liefert den nächsten knackigen Kniewipper. Dass man aber auch mit einem Bein im klassischen Punk zuhause ist, das zeigen die leicht schiefen Ohohos in 'Police Bastard', was ja auch durch seinen Titel schon den ausgestreckten Mittelfinger gen Autorität reckt. Und obwohl das Genre eigentlich nicht besonders viel Flexibilität lässt, schaffen es SWEATMASTER doch, ihrem Sound manche Facette hinzuzufügen, die den eng gesteckten Rahmen verlässt. 'Hole In The Ground' ist hierfür ein schönes Beispiel, das mit seinem Schellenringintro ein wenig in Richtung düsterer Alternative schielt. Man kann definitiv sagen, dass "More!" Spaß macht.In Summe ist man mit den vierzehn Tracks nicht ganz auf dem Klassikerniveau, wie es GLUECIFER, THE HELLACOPTERS oder die schon genannten BACKYARD BABIES Ende der 90er zelebrierten. Dafür fehlen trotz vieler eingängiger Hooks am Ende die ganz, ganz zwingenden Hits. Aber ehrlicherweise schaffen das die Genrevorreiter ja selber nicht mehr so wie früher. Dass man sich aber an deren besten Zutaten bedient und damit durchaus seinen eigenen Charme und seine eigene Duftmarke setzt, das ist nach mehreren Durchläufen unbestritten. Was die Produktion betrifft, ist es ist ein schmaler Grat zwischen authentischem Proberaumcharme und kantenloser Glattpoliertheit, den SWEATMASTER aber mit Bravour meistern. Und so ist der Sound schön räudig, hat aber definitiv genug Wumms und eignet sich für nen gediegenen Arschtritt. Für mich funktioniert diese Art Musik am Ende dennoch immer am besten im kleinen Liveclub, bei dem dann eben der Schweiß von der Decke tropft. Sollte es das Trio also nach dem Release in die hiesigen Clubs verschlagen, dann kann es nur die Empfehlung geben, sich mit dem SWEATMASTER zum gemeinsamen schwitzen zu verabreden. Oder um es mit einem Asskicker des Albums zu sagen: 'All Right, All Night'! Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Dirty Water 02. Destroyer 03. Scream Out Loud For Love 04. Police Bastard 05. More! 06. Hole In The Ground 07. We Take All 08. Eazy 09. Spring That Never Ends 10. Sad Song Man 11. Chevy Van 12. Tail Down 13. Leather 14. All Right, All Night | Band Website: Medium: CD, LP Spieldauer: 38:37 Minuten VÖ: 30.01.2026 |
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Schon der Bandname herrscht - und bei genauerer Betrachtung passt er eben auch. Die Finnen von SWEATMASTER könnten wahlweise auf ihre Herkunft und damit auf die finnische Sauna verweisen, oder eben auf das von ihnen bespielte Genre. Und in dem Fall lasst uns auf das Genre referenzieren und dem schwitzigen Garagen-Rock huldigen. Zarte fünfzehn Jahre hat man seit dem letzten Release vor sich hingeschwitzt, um dann zu sagen: "More!" Und der Opener 'Dirty Water' geht denn auch direkt in bester Schweinerock-Manier und mit einem einfachen Beat nach vorne, der insbesondere durch seine Handclaps einen coolen Drive bekommt. Direkt im Anschluss erinnert man mit 'Destroyer' an die famosen BACKYARD BABIES zu deren "Stockholm Syndrome"-Phase und liefert den nächsten knackigen Kniewipper. Dass man aber auch mit einem Bein im klassischen Punk zuhause ist, das zeigen die leicht schiefen Ohohos in 'Police Bastard', was ja auch durch seinen Titel schon den ausgestreckten Mittelfinger gen Autorität reckt. Und obwohl das Genre eigentlich nicht besonders viel Flexibilität lässt, schaffen es SWEATMASTER doch, ihrem Sound manche Facette hinzuzufügen, die den eng gesteckten Rahmen verlässt. 'Hole In The Ground' ist hierfür ein schönes Beispiel, das mit seinem Schellenringintro ein wenig in Richtung düsterer Alternative schielt. Man kann definitiv sagen, dass "More!" Spaß macht.
