Fuath - III | |
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| Review von Zephir vom 16.02.2026 (2549 mal gelesen) | |
Das schottische Ein-Mann-Projekt FUATH ist vermutlich etwas weniger bekannt als SAOR - beide entsprungen dem musikalischen Geiste von Andy Marshall. Doch während der Mastermind sich mit SAOR seit dem Debüt von 2014 der folkloristischen, vielleicht etwas romantisierenden Spielart des Black Metals widmet, lebt er mit FUATH die kalte, raue Seite eben dieses Genres aus. Eine gewisse Kargheit zeigt sich schon in den Albentiteln, die anders als die klangvollen Namen der SAOR-Releases lediglich die römischen Ziffern "I" (2016), "II" (2021) und "III" (aktuelle Platte) tragen. Mit dem dritten Album hat Marshall sein Projekt zu Northern Silence umgezogen. Wieso er Season of Mist verlassen hat, ist mir nicht bekannt, immerhin liefen dort auch eine ganze Reihe seiner SAOR-Veröffentlichungen. Rein optisch gibt es schon mal keine Brüche zu verzeichnen, fügt sich das Cover von "III" doch schön in die Dreierreihe ein. Auch musikalisch liefert Marshall den Stoff, aus dem er FUATH seit dem Debüt gewebt hat: Eiskaltes, durchaus als atmosphärisch zu bezeichnendes Black Metal-Geschrammel mit weit entrückten, heiseren Screams, harmonisch und metrisch bewusst einförmig gehalten, dabei in seiner kontemplativen Monotonie insgesamt durchaus melodisch und mit gelegentlichen lyrischen Passagen versehen. Sowohl in seinem viergeteilten Aufbau ("III" besteht aus vier überlangen Tracks) als auch mit seiner winterlich-desolaten Gleichförmigkeit erinnert das Album stark an das Debüt "I", das vor zehn Jahren erschienen ist. 'The Cailleach', eine gälische Sagengestalt und zuweilen als Wintergöttin verstanden, eröffnet das Album in recht tradierter Black Metal-Manier ohne überflüssigen Schnickschnack, wohl aber mit temporeduzierten klangmalerischen Einschüben zum Durchatmen. 'Embers Of The Fading Age' steigert den Puls spürbar und liftet sich auch harmonisch weiter in die Höhe, bleibt aber insgesamt dem gleichen Flow verhaftet wie der Opener. Wenn mich nicht alles täuscht, war "II" insgesamt etwas brachialer tiefergestimmt; an diesen Tenor knüpft vor allem der dritte Track 'Possessed By Starlight' an, der die Black Metal-Meditation der ersten zwei Tracks spürbar aufbricht. Hier gibt es mehr okkulte Düsterkeit durch mehr unberechenbare Bewegung im harmonischen Gefüge und mehr Unruhe in der Rhythmusgruppe. 'The Sluagh' schließlich, in der keltischen Mythologie eine Totenschar, die gern mal als Schwarm von Todesvögeln dargestellt wird, beschließt das Album mit einer Mischung aus Raserei und ganz dezenten synthetischen Einschüben in den temporeduzierten Passagen - und einer Spielzeit von allein über 13 epischen Minuten. Dass auf "III" keine metallische Innovation stattfindet, versteht sich von selbst. Dafür bietet das neue Album von FUATH ein intensives, eindringliches Klangerlebnis, das ziemlich nahtlos an die Vorgänger anknüpft. Wer sein Schwarzmetall frostig-unterkühlt und mythologisch-heimatverbundene Anleihen auch ohne musikalische Folklore goutiert, der sollte FUATH spätestens mit dem dritten Release einmal antesten. Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. The Cailleach 02. Embers of the Fading Age 03. Possessed by Starlight 04. The Sluagh | Band Website: Medium: CD, LP Spieldauer: 42:53 Minuten VÖ: 02.01.2026 |
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Das schottische Ein-Mann-Projekt FUATH ist vermutlich etwas weniger bekannt als SAOR - beide entsprungen dem musikalischen Geiste von Andy Marshall. Doch während der Mastermind sich mit SAOR seit dem Debüt von 2014 der folkloristischen, vielleicht etwas romantisierenden Spielart des Black Metals widmet, lebt er mit FUATH die kalte, raue Seite eben dieses Genres aus. Eine gewisse Kargheit zeigt sich schon in den Albentiteln, die anders als die klangvollen Namen der SAOR-Releases lediglich die römischen Ziffern "I" (2016), "II" (2021) und "III" (aktuelle Platte) tragen.
