Xathra - Renacer

Review von Rockmaster vom 25.01.2026 (1852 mal gelesen)
Xathra - Renacer Bereits 2003 formierten sich XATHRA im geschichtsträchtigen Granada. Dort spielten sie mehrere Konzerte und Festivals in der lokalen Rockszene. Seitdem haben die Geschichtsschreiber nicht viel Bemerkenswertes über die Band zusammengetragen. Dokumentiert ist der Umzug nach Malaga und Zuwachs in der Band, der zu der aktuellen Formation führte. Allem Anschein nach ist die EP "Renacer" nach den vorab veröffentlichten Singles das erste offizielle Werk der Band. "Renacer", spanisch für "wiedergeboren werden", drückt wohl aus, dass die Band hier einen Neustart wagt, und man fragt sich intuitiv: "Warum erst jetzt?" Den Ausschlag geben wohl tatsächlich die Neuzugänge, die dem Projekt frischen Wind verpasst haben.

Der Opener 'El Cielo También Llora' zeigt gleich, wo die (kurze) Reise an der Costa del Sol hingeht. William McShepard und José Antiñolo eröffnen den Reigen mit ansprechenden Gitarrenmelodien, mal einem härteren, aber nicht explosiven Riff und einem zweistimmigen Lead. Zur ersten Strophe nimmt die Band dann erst mal ziemlich Dampf raus, um Francisco Arlandis genügend Raum für seinen ausdrucksstarken Gesang zu geben. Im weiteren Verlauf ist der Titel häufig um das Gitarrenmotiv aus den ersten Takten komponiert, steigert seine Intensität dann auch bei den Gesangspassagen und stimmt den Hörer gut auf klassischen Metal mit vielleicht einer kleinen Kante Power Metal ein. Der Titeltrack 'Renacer' hält eine gute Balance zwischen klassischen Riffs, Williams Vorliebe für verspielte Leads und Franciscos von starkem Pathos getragenen Refrains. Für mich die beste Nummer auf der EP. 'Te Encontraré' verschenkt ohne klaren Spannungsbogen zwischen balladesken und härteren Passagen einiges Potenzial. Auf der zweiten Hälfte der EP legen XANTHRA aber wieder eine Schippe drauf. 'En Ningun Lugar' beginnt mit großen Emotionen und baut sich über das akustische Gitarrensolo hinweg schön auf. Die Schlussnummer 'XIII' ist gleichzeitig die härteste und ähnlich stark wie der Titeltrack. Was indes auffällt, ist, dass bei aller Härte einfach kein Feuerwerk angezündet wird. Die Rhythmusarbeit von Bassist Eugenio Díaz und Schlagzeuger Rubén Conesa ist stets grundsolide und hat gute Momente, aber weder der gitarren- und gesangslastige Mix noch die Kompositionen geben ihnen die Gelegenheit, den Kessel mal richtig dampfen zu lassen. Der Vortrag ist stringent durchgetaktet und bremst die Möglichkeiten der einzelnen Musiker ein.

Unterm Strich hat "Renacer" gute Momente und könnte Anhängern klassischen Metals und Power Metals gefallen. Als Band haben XANTHRA ihr Potenzial noch nicht ganz ausgeschöpft, da dürfen sie gerne noch einmal eine Kelle drauflegen. Trotzdem gefällt die EP und sorgt für gut zwanzig Minuten gute musikalische Unterhaltung.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. El Cielo También Llora (5:01)
02. Renacer (3:23)
03. Te Encontraré (4:09)
04. En Ningun Lugar (3:47)
05. XIII (5:22)
Band Website:
Medium: EP
Spieldauer: 21:42 Minuten
VÖ: 12.12.2025

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