Piledriver - First Nations Rock | |
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| Review von Stormrider vom 28.11.2025 (328 mal gelesen) | |
In Zeiten, in denen sich viele Bands keinerlei Mühe mehr mit der optisch-haptischen Seite ihrer Alben geben, fällt als allererstes auf, dass PILEDRIVER viel Liebe in ihr Digipack gesteckt haben, das sich mehrfach aufklappen lässt und mit schickem Booklet glänzt. Die Zielgruppe der Ruhrpottrocker sind aber vermutlich auch die Sammler und älteren Fan-Semester. Denn wenn eine Band ihr 30-jähriges Jubiläum feiert, dann sind die Fans eben meist auch keine 23 mehr. Angefangen als STATUS QUO-Tributeband haben sich PILEDRIVER, wie so viele andere Bands auch, nach und nach an eigene Songs getraut und "First Nations Rock" ist nun das neue eigene und immerhin auch schon fünfte Album der Combo. Mit QUO hat das aber gar nicht mehr so viel zu tun. Klar es ist Classic Rock und es gibt jede Menge Twin-Guitar-Leads der beiden Gründungsmitglieder Michael Sommerhoff und Peter Wagner, die sich auch gleich die Vocals teilen und als Doppelspitze agieren. Aber meistens spielt man ungleich härter auf und dringt bisweilen fast in metallische Gefilde vor. Insbesondere in den Gitarren lassen sich viele knackige Momente finden. Hier kann man schon festhalten, dass Stefan Kaufmann (Ex-ACCEPT) der Band einen druckvollen und sehr passenden Sound gezimmert hat. Eröffnet wird das einstündige und mit vierzehn Tracks Value for Money bietende Album mit einem AC/DC-Gedächtnisriff, das mit etwas mehr Crunch auch Angus & Co. Spaß machen dürfte. In der Folge gibt es meistens gutklassigen Hard Rock mit einprägsamen Hooks. Hier sei exemplarisch 'Another Treason' angeführt. In diesem Segment machen PILEDRIVER wenig falsch und liefern solide ab. Allerdings lässt es sich das Quintett nicht nehmen, noch so manch andere Spielwiese zu eröffnen. 'Comin' Home' macht da den Anfang und fällt nach den ersten fünf Tracks komplett aus dem Rahmen. Der massiv vom Irish Folk inspirierte Track wirkt wie ein Fremdkörper, um ganz ehrlich zu sein. 'There Comes A Time' hingegen tönt wie aus einer Schlagerparade. Daneben gibt es noch balladeske Töne, die man nicht ganz so souverän feilbietet wie den Rock. 'Still Can't Say Goodbye' ist lyrisch eine schöne Hommage an den verstorbenen Vater, bleibt dabei aber leider musikalisch zu blass. Alles in allem ist "First Nations Rock" ein Album was man sich durchaus gut anhören kann. In den knackigen Momenten auch sofort die Faust nach oben reisst, das aber durch seine Farbtupfer ein wenig an Stringenz verliert. Ich hätte die Ausnahmen nicht gebraucht und wäre mit dem Album nicht unglücklicher gewesen dadurch. Wer sauber und druckvoll produzierten Hard Rock mag, der macht hier nichts verkehrt. Nothing less ... nothing more.
Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Light Years From Here 02. Ridin‘ 03. We Will Be Rockin‘ On 04. First Nations Rock 05. Another Treason 06. Comin‘ Home 07. To The Edge Of The World 08. All Through The Night 09. Fire! 10. There Comes A Time 11. The World’s On Fire 12. I Still Can’t Say Good-Bye 13. Back To Back 14 Shout It Out | Band Website: www.sofa-q.com Medium: CD Spieldauer: 57:20 Minuten VÖ: 14.11.2025 |
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In Zeiten, in denen sich viele Bands keinerlei Mühe mehr mit der optisch-haptischen Seite ihrer Alben geben, fällt als allererstes auf, dass PILEDRIVER viel Liebe in ihr Digipack gesteckt haben, das sich mehrfach aufklappen lässt und mit schickem Booklet glänzt. Die Zielgruppe der Ruhrpottrocker sind aber vermutlich auch die Sammler und älteren Fan-Semester. Denn wenn eine Band ihr 30-jähriges Jubiläum feiert, dann sind die Fans eben meist auch keine 23 mehr. Angefangen als STATUS QUO-Tributeband haben sich PILEDRIVER, wie so viele andere Bands auch, nach und nach an eigene Songs getraut und "First Nations Rock" ist nun das neue eigene und immerhin auch schon fünfte Album der Combo. Mit QUO hat das aber gar nicht mehr so viel zu tun. Klar es ist Classic Rock und es gibt jede Menge Twin-Guitar-Leads der beiden Gründungsmitglieder Michael Sommerhoff und Peter Wagner, die sich auch gleich die Vocals teilen und als Doppelspitze agieren. Aber meistens spielt man ungleich härter auf und dringt bisweilen fast in metallische Gefilde vor. Insbesondere in den Gitarren lassen sich viele knackige Momente finden. Hier kann man schon festhalten, dass Stefan Kaufmann (Ex-ACCEPT) der Band einen druckvollen und sehr passenden Sound gezimmert hat. Eröffnet wird das einstündige und mit vierzehn Tracks Value for Money bietende Album mit einem AC/DC-Gedächtnisriff, das mit etwas mehr Crunch auch Angus & Co. Spaß machen dürfte. In der Folge gibt es meistens gutklassigen Hard Rock mit einprägsamen Hooks. Hier sei exemplarisch 'Another Treason' angeführt. In diesem Segment machen PILEDRIVER wenig falsch und liefern solide ab. Allerdings lässt es sich das Quintett nicht nehmen, noch so manch andere Spielwiese zu eröffnen. 'Comin' Home' macht da den Anfang und fällt nach den ersten fünf Tracks komplett aus dem Rahmen. Der massiv vom Irish Folk inspirierte Track wirkt wie ein Fremdkörper, um ganz ehrlich zu sein. 'There Comes A Time' hingegen tönt wie aus einer Schlagerparade. Daneben gibt es noch balladeske Töne, die man nicht ganz so souverän feilbietet wie den Rock. 'Still Can't Say Goodbye' ist lyrisch eine schöne Hommage an den verstorbenen Vater, bleibt dabei aber leider musikalisch zu blass. Alles in allem ist "First Nations Rock" ein Album was man sich durchaus gut anhören kann. In den knackigen Momenten auch sofort die Faust nach oben reisst, das aber durch seine Farbtupfer ein wenig an Stringenz verliert. Ich hätte die Ausnahmen nicht gebraucht und wäre mit dem Album nicht unglücklicher gewesen dadurch. Wer sauber und druckvoll produzierten Hard Rock mag, der macht hier nichts verkehrt. Nothing less ... nothing more.

