Avdagata - The Apocalyptic Aeon | |
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| Review von ReviewRalle vom 28.11.2025 (817 mal gelesen) | |
Die schwedische Melodic Black/Melodic Death Metal-Band AVDAGATA wurde 2020 als Trio ins Leben gerufen, agiert aber mittlerweile als Quintett. Das Debütalbum "The Faceless One" entstand noch als Trio, das Nachfolgeralbum "The Apocalyptic Aeon", welches am 28.11.2025 auf die Menschheit losgelassen wird, ist also das erste Lebenszeichen als Quintett. Im Promotext steht eine treffende Formulierung, um den Sound zu beschreiben, die ich so unterschreiben kann. Das Album strahlt eine Art wunderschöne Gewalt, geboren aus Chaos, aber geformt mit Präzision, aus. Das spiegelt sich auch in dem stilistisch eigenständigen, aber tollem Artwork. Die neun Songs kommen auf eine Laufzeit von rund 36 Minuten, das apokalyptische Zeitalter dauert also nicht allzu lange an, weiß aber zu packen, durchzurütteln und motiviert dazu, das Album in Dauerschleife laufen zu lassen.Los geht es mit 'As Humanity Falls', das mit zarten akustischen Gitarren startet, man möchte fast von einer Lagerfeueratmosphäre sprechen, diese hält aber nicht lange an, denn schon im Hintergrund ertönt so langsam die E-Gitarre und wird immer lauter. Bis dann die Apokalypse mit derben Blastbeats, harten Riffs und wilden Leadgitarren sowie düsteren Keyboardmelodien über einen hereinbricht. Die wirklich derben Vocals von Fronter Sebb Drago fegen wie ein Wirbelsturm über die Hörerschaft hinweg und runden das Bild gekonnt ab. Verdammt starker Einstieg. Fast schon majestätisch geht es mit 'All Shall Become None' weiter. Was für tolle Gitarren! Der Song ist schwerer, dafür aber deutlich epischer als sein Vorgänger, was durch die zarten und wunderbaren weiblichen Vocals, die immer wieder aufblitzen, unterstrichen wird. Keine Bange, auch hier gibt es immer wieder höllisch schnelle Passagen und derbes Geballer, aber die epische Endzeitstimmung sowie die hoch melodischen Gitarren überwiegen. Mit einem fantastischen, wenn auch kurzem Drum-Intro geht es weiter bei 'Impes! Homines Mors!', so kann der Angriff und der Tod der Menschheit wahrlich eingeleitet werden. Verhängnisvolle, aber wunderschöne Leadgitarren klirren erneut laut auf und werden von nachvornepreschenden Drums und den starken Screams unterstützt. Der Titeltrack findet in der Mitte des Albums seinen Platz und ist diesem zentralen Punkt auch mehr als gerecht. Hier verbindet AVDAGATA alle Trademarks des Sounds in einen großartigen, infernalischen aber dennoch melodiösen Teufelsritt. Fantastische Leadgitarren, eine bedrückende Atmosphäre, Screams, die bis ins Mark reichen und ein Schlagzeug, das einen wahrlich an die Wand presst. Wenn ich der Teufel persönlich wäre, dann wäre 'Fireborn Tyrant' definitiv meine Einlaufmusik zu speziellen Ereignissen, wie dem Weltuntergang. Majestätisch, hymnisch und verdammt kraftvoll. 'Regnum In Tenebris' startet mit Horrorfilm-Soundtrack-Vibes, ehe der etablierte Sound der Band das Zepter übernimmt. Das zarte Piano-Zwischenspiel in der Mitte wird dann von heftigen Screams und donnernden Drums weggefegt, sodass zum Verschnaufen keine Zeit bleibt. Wie es die Truppe schafft, in unter drei Minuten so einen eindrucksvollen Song wie 'Ascend Into Ruin' zu schreiben, der zwischen atmosphärischen Parts und höllischem Tempo noch Platz für erneut weibliche Vocals findet, ist bewundernswert. Episch und tragisch schön zugleich. Einen richtigen Headbanger hat man mit 'Människan Till Kol' im Gepäck. Die Riffs erinnern stellenweise an AMON AMARTH und das akzentuierte Schlagzeugspiel, geben dem Song so im AVDAGATA-Kosmos einen ganz eigenen Anstrich, ohne sich fehl am Platz zu fühlen. Wie war das mit einem Song für den Teufel persönlich? Wie wäre es mit dem Rausschmeißer 'Luciferian'? Während 'Fireborn Tyrant' eine wahre Abrissbirne ist, bietet 'Luciferian' den perfekten Abspann für den Herrn der Hölle. Das Stück wiegt schwer und ist ein Zeuge von der auf dem Album vorangegangenen Zerstörungskraft. Wer während der letzten Minute, allen voran bei dem großartigen Solo, keine Gänsehaut bekommt, ist musikalisch wohl verloren und nicht zu retten. Grundsätzlich verdient die Gitarren-Arbeit eine extra Anerkennung, was hier an der Klampfe geboten wird, ist ganz hohe Kunst. So melodisch und dennoch brutal zu spielen vermögen nur die wenigsten. Der moderne, druckvolle, aber dennoch leicht rotzige Sound ist auch perfekt für diese Gitarren getroffen, die mit den Vocals definitiv und auch zurecht im Vordergrund des Mixes stehen! Ein kleiner Wermutstropfen ist der fehlende Druck am Bass, der leider im sonst wirklich fantastischen Sound kaum zu vernehmen ist, das mindert das Hörvergnügen aber nicht wirklich. "The Apocalyptic Aeon" ist ein unglaublich packendes Album, dem eine derbe Brutalität, aber zugleich auch eine absonderliche Schönheit innewohnt, das leider nur etwas zu kurz ausfällt. Wer dem Melodic Black/Melodic Death Metal zugetan ist und hier nicht mindestens ein Ohr riskiert, ist selbst schuld und verpasst eines der Highlights des Jahres. 10/10 Gesamtwertung: 10.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 1. As Humanity Falls 2. All Shall Become None 3. Impes! Homines Mors! 4. The Apocalyptic Aeon 5. Fireborn Tyrant 6. Regnum In Tenebris 7. Ascend Into Ruin 8. Människan Till Kol 9. Luciferian | Band Website: www.instagram.com/avdagata.official/?hl=de Medium: CD, LP, Digital Spieldauer: 36 Min. 31 Minuten VÖ: 28.11.2025 |
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Die schwedische Melodic Black/Melodic Death Metal-Band AVDAGATA wurde 2020 als Trio ins Leben gerufen, agiert aber mittlerweile als Quintett. Das Debütalbum "The Faceless One" entstand noch als Trio, das Nachfolgeralbum "The Apocalyptic Aeon", welches am 28.11.2025 auf die Menschheit losgelassen wird, ist also das erste Lebenszeichen als Quintett. Im Promotext steht eine treffende Formulierung, um den Sound zu beschreiben, die ich so unterschreiben kann. Das Album strahlt eine Art wunderschöne Gewalt, geboren aus Chaos, aber geformt mit Präzision, aus. Das spiegelt sich auch in dem stilistisch eigenständigen, aber tollem Artwork. Die neun Songs kommen auf eine Laufzeit von rund 36 Minuten, das apokalyptische Zeitalter dauert also nicht allzu lange an, weiß aber zu packen, durchzurütteln und motiviert dazu, das Album in Dauerschleife laufen zu lassen.
