Antinoë - The Fold | |
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| Review von Froosti vom 26.11.2025 (445 mal gelesen) | |
Teresa Marraco hat bereits mit einigen Bands aus den extremen Bereichen des Metals zusammengearbeitet. Die Spanierin war unter anderem für COLDBORN, BALMOG oder DIMMU BORGIR tätig. 2023 veröffentlichte sie mit "Whispers From The Dark Past" eine Zusammenstellung norwegischer Black Metal-Hits aus den 90ern. Diese erscheinen jedoch nicht als klassische Metal-Cover, sondern als Stücke, die ausschließlich auf Piano und Gesang setzen. Auch wenn es heute nicht um diese Platte geht, habe ich sie mir angehört und kann sie nur jedem Black Metal-Fan ans Herz legen, denn so habt ihr diese Songs noch nie gehört. Ihr Projekt trägt den Namen ANTINOË und veröffentlicht mit "The Fold" ihr erstes eigenes Album. Im Promo-Text wird ihr Sound als "Neoklassischer Folk trifft auf melancholischen Pop mit einer Metal-Attitüde" bezeichnet, und meiner Meinung nach trifft diese Beschreibung den Nagel auf den Kopf. "The Fold" ist kein Metal-Album, aber für Metal-Fans, gerade Black Metal-Liebhaber, lohnt sich die Reise. Warum, erfahrt ihr hier.Von meiner ersten Black Metal-Platte an bis zum heutigen Tag steht ein wichtiger Faktor im Zentrum des Geschehens. Die Atmosphäre macht bis heute den größten Reiz des Genres aus. Egal ob man tief in den Abgrund starrt, durch Winterwälder streift oder irgendwo in einer Einöde verzweifelt, nirgends habe ich so oft eine so intensive Stimmung erhalten wie im Black Metal, auch wenn man sich durch tausende, schwache Veröffentlichungen kämpfen muss. Genau diesen Punkt treffen ANTINOË mit Leichtigkeit. Vom ersten Anschlag an legt sich eine wabernde, finstere Atmosphäre über den Hörer. Das Piano wechselt zwar immer wieder von weiten, ausladenden Tönen hin zu verspielten, helleren Klängen, wirkt aber nie fröhlich oder kitschig. Dafür bietet uns Teresa Marraco mit ihrem Können eine spielerische Tiefe an, wie man sie nur selten zu hören bekommt. Auch die geschickten Wechsel zwischen entspannten, leisen Passagen und dramatischen, intensiven Parts sorgen für wohltuende Abwechslung. Allein auf instrumentaler Ebene schaffen ANTINOË es, mich in kürzester Zeit gefangen zu nehmen, und ich versinke unweigerlich in der düsteren Atmosphäre. Seit einigen Jahren schon habe ich ein Faible für neoklassische Musik entwickelt, besonders wenn das Piano eine tragende Rolle spielt. Allerdings tanzen solche Platten immer auf des Messers Schneide. Der Grat zwischen einem atmosphärischen Meisterwerk, in dem man versinken kann, und einer Runde Fahrstuhlmusik, ist recht schmal. Meiner Meinung nach liegt das häufig an dem Umgang mit den Vocals. Viele Veröffentlichungen dieser Richtung verlassen sich vollkommen auf einen minimalistischen, instrumentalen Aufbau und verzichten auf Gesang jedweder Art. ANTINOË schaffen es mit Leichtigkeit, die passende Mischung aus instrumentaler, breiter Atmosphäre und Gesang zu treffen. Die Stimme von Marraco legt sich wie ein sanfter, erdrückender Teppich über die einzelnen Songs und bricht kaum aus diesem Konzept heraus. Mal haucht sie uns sanft in die Ohren und manchmal klingt sie anklagend, ja fast schon zerbrechlich. Für manche wird das auf voller Länge etwas ermüdend und langweilig wirken, aber für mich unterstreicht es die Stimmung der Platte hervorragend. Mich konnten ANTINOË mit ihrem Album "The Fold" bereits mit den ersten Tönen überzeugen. Die Atmosphäre greift von Anfang an, das Spiel am Piano ist abwechslungsreich und der Gesang könnte kaum besser sein. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit eignet sich die Platte hervorragend, um abends bei Kerzenschein aufgelegt zu werden. Ob ihr jedoch auch so gut darin versinken könnt wie ich, hängt stark von eurem Geschmack ab. Wenn euch Atmosphäre auch so am Herzen liegt und ihr Lust habt, über den Tellerrand hinauszuschauen, dann solltet ihr diesem Album unbedingt eine Chance geben. Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Night Falls 02. The Devil's Voice 03. Turn To Dust 04. Indulgence 05. Flock 06. Threshold 07. Chaos In The Sky 08. Ulven 09. Si Te Dejo Ir 10. Når Du Dør 11. Light Bringer 12. Four Things | Band Website: facebook.com/antinoeofficial Medium: CD, LP Spieldauer: 42:12 Minuten VÖ: 21.11.2025 |
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Teresa Marraco hat bereits mit einigen Bands aus den extremen Bereichen des Metals zusammengearbeitet. Die Spanierin war unter anderem für COLDBORN, BALMOG oder DIMMU BORGIR tätig. 2023 veröffentlichte sie mit "Whispers From The Dark Past" eine Zusammenstellung norwegischer Black Metal-Hits aus den 90ern. Diese erscheinen jedoch nicht als klassische Metal-Cover, sondern als Stücke, die ausschließlich auf Piano und Gesang setzen. Auch wenn es heute nicht um diese Platte geht, habe ich sie mir angehört und kann sie nur jedem Black Metal-Fan ans Herz legen, denn so habt ihr diese Songs noch nie gehört. Ihr Projekt trägt den Namen ANTINOË und veröffentlicht mit "The Fold" ihr erstes eigenes Album. Im Promo-Text wird ihr Sound als "Neoklassischer Folk trifft auf melancholischen Pop mit einer Metal-Attitüde" bezeichnet, und meiner Meinung nach trifft diese Beschreibung den Nagel auf den Kopf. "The Fold" ist kein Metal-Album, aber für Metal-Fans, gerade Black Metal-Liebhaber, lohnt sich die Reise. Warum, erfahrt ihr hier.
