Pastor Gerald - Planet der Pfaffen

Review von Stormrider vom 24.11.2025 (248 mal gelesen)
Pastor Gerald - Planet der Pfaffen Schon der Bandname ist eine gewisse Provokation und genau das haben sich die jungen Punker von PASTOR GERALD hörbar auf die Fahne geschrieben. Politischen und provozierenden Punk. Und so klingt das vorliegende Debütalbum "Planet Der Pfaffen" auch wie aus dem JUZ um die Ecke. Garagenpunk mit weiblichen Vocals, der so unheimlich gerne provozieren und Kante zeigen möchte. Das tut er auch, ganz klar benennt man seine radikal-linken politischen Positionen und schießt dabei nicht selten ein wenig über die Grenzen hinaus.

Nichts dagegen, dass man in 'Brotdose' gegen die Mütter wettert (wieso eigentlich nicht Väter, wo man sich doch so politisch links positioniert und Wert auf das Gendern legt), die ihren Kids nur eingeschweißten Kram mit in die Schule geben. Der Track ist übrigens mit der besten Hook des Albums versehen. Aber das, was in 'A.E.K. (Allgemeine Eichel-Kontrolle)' (der Song wird von Bassist Tüte gesungen, weil er ihm so am Herzen liegt) gegen die Polizei ausgeteilt wird, da muss ich sagen, da bin ich raus. Dieses krasse Übereinenkammscheren und das Niveau, das hier geboten wird. Sorry, diese Polemik kennt man doch ansonsten nur von der politischen Gegenseite. Aber radikal sind immer nur die anderen. Auch 'Furzstängelpatrone' hat leider ein lyrisches Unterirdniveau, genau wie 'FDP Hat Sexverbot'. Gefühlt eher peinlich, als provokant. Bei offenem Fenster sollte man das also nicht hören. Der 'Timmendorfer Strand' klingt nach INA DETER und ihrem 'Neue Männer Braucht Das Land', während die 'Dosenpfändung' nach ANETT LOUISAN auf Amphetaminen tönt. Und weil es zum guten Ton gehört, darf die Kirche nicht ausgelassen werden, wenn es darum geht mit Kritik zu werfen ('Gottes Plan').

Ich kann wirklich viel hören und auch mit einfachem Dreiakkordeschrammeln eine gute Zeit haben, und es spricht wirklich nichts gegen politischen Punk wie man ihn von WIZO oder BETONTOD kennt. Auch dort wird bekanntlich klare Kante gezeigt. Aber PASTOR GERALD sind von diesem Niveau leider Lichtjahre entfernt. Nicht mal, was die instrumentale Darbietung angeht, die ist durchaus akzeptabel. OK, Fronterin Maja kommt beim Singen schnell an ihre Grenze und sollte einfach beim Schreien bleiben, das macht sie ganz ok. Inhaltlich hingegen mag das für Jugendliche provokant oder witzig sein. Ich finde vieles davon leider wirklich weit über die Grenze des Statements hinaus und kann dem folglich auch nichts abgewinnen. Die 'Brotdose', die ist wirklich lustig und eingängig. Auf dem Niveau dürfen die Nordlichter gerne weitermachen. Ansonsten fällt mir nicht viel ein, was ich vom "Planet Der Pfaffen" positiv hervorheben könnte oder mir zukünftig nochmal anhören wollen würde.

Gesamtwertung: 4.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Intro
02. Gottes Plan
03. Brotdose
04. Stulle Skit
05. FDP Hat Sexverbot
06. Dosenpfändung
07. A.E.K. (Allgemeine Eichel-Kontrolle)
08. Karens
09. Furzstängelpatrone
10. Timmendorfer Strand
11. Natural Born Müllers
Band Website:
Medium: CD, digital
Spieldauer: 29:28 Minuten
VÖ: 07.11.2025

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